Janine Wyss

«Den Kanal für klaren Empfang finden»

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Janine Wyss (Bild: idea Spektrum)
Janine Wyss gestaltet eine Webseite mit praktischen Anregungen. Gott soll im Alltag persönlich erfahren werden. Das klingt für manche fremd, aber gerade in Zeiten der sozialen Isolation kann dies eine Hilfe sein.

Die Sozialarbeiterin Janine Wyss (36) aus Staufen AG schreibt ihre Gedanken nicht nur im Tagebuch auf, sondern teilt sie auch im Internet. Seit ihrer Kindheit pflegt sie eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. In Gesprächen fällt ihr immer wieder auf, dass viele Menschen nicht wissen, wie sie Gott persönlich erfahren können. Sie kennen neben dem Gottesdienstbesuch oft keine alltagstauglichen Wege, um mit Gott in Gemeinschaft zu bleiben. Die Zeiten mit Gott würden entsprechend einseitig und sogar als eher langweilig erlebt.

Dem will Janine Abhilfe verschaffen. «Ziel ist, dass wir nicht länger über Gott reden, sondern mit ihm.» Also bündelte sie Ideen, suchte sich in der Freien Christengemeinde Lenzburg Freunde mit technischem Know-how und startete im Sommer 2019 ihre Webseite.

Ausprobieren, statt leistungsorientiert zu suchen

Als ehemalige Mitarbeiterin von Campus für Christus hatte sie verschiedene Zugänge zu Jesus kennengelernt. Nun stellt die vierfache Mutter ihre Erfahrungen und Entdeckungen als Anregungen zur Verfügung. Regelmässig veröffentlicht sie neue Beiträge. Unkompliziert vermittelt sie direkt umsetzbare Ideen, um Gott zu begegnen. Sie sagt: «Wenn ich Gott in jeden Winkel meines Lebens Einblick gewähre – auch über meine Gefühle und selbst über die, die ich vermeide –, dann kann ich ihn und sein Wirken überall in meinem Leben erwarten.»

Wir seien leistungsorientiert geprägt. Bei der Gottesbeziehung gehe es aber darum, «einfach auszuprobieren». Sie lasse sich auch auf Unbekanntes ein und ziehe jeweils nach ein paar Wochen Bilanz. Manchmal erlebt sie Überraschendes. Einmal – beim Hören geistlicher Musik – war es ihr, als würde Jesus sie auffordern, zu tanzen. Die 36-Jährige schmunzelt: «Tanzen ist eigentlich gar nicht mein Ding! Aber als ich mich bewegte, spürte ich Gottes Gegenwart ganz nahe.»

Auch Kindern eine Gottesbegegnung ermöglichen

Inzwischen lädt sie ihre Kinder ebenfalls ein, sich zu Lobpreisliedern zu bewegen. Oder sie malen gemeinsam – die Kinder ins Ausmalbüchlein, Janine ihre inneren Bilder. «Ich kann nicht wirklich gut malen», meint sie. Doch wenn sie geistliche Eindrücke auf die Leinwand bringe, gelängen ihr oft Darstellungen, die sie selbst überraschten. Für sie ist das ein Wunder. Da auch Bildbetrachtungen einen Zugang zu Gott bieten, teilt sie ihre Bilder auf der Internetseite. «Es muss nicht alles perfekt sein», findet sie. «Aber der Appetit kommt oft mit dem Essen.» Und ohne den Einsatz von Zeit gelinge keine Beziehung.

«Glaubenserziehung ist eigentlich Elternsache», findet Janine Wyss. Oft werde diese aber an die Sonntagsschule oder den Unti delegiert. Sie bietet deshalb auch Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, selber Schritte zu tun, um Gott zu begegnen. Und für Kleingruppen gibt es «Wegbegleiter». Die ganze Ideenplattform steht unter dem Motto «Hilfe zur Selbsthilfe». Janine Wyss vergleicht Gottes Einfluss auf unser Leben mit einem Radio. «Beide senden ohne Pause. Unsere Aufgabe ist es, den Kanal zu finden, auf dem wir am besten empfangen können.»

Zur Webseite:
Heimkehren.ch

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Datum: 27.01.2021
Autor: Mirjam Fisch-Köhler
Quelle: idea Spektrum

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