Samuel Koch – Zwei Leben

«Ich entschied mich: gib nicht auf!»

In seiner Biografie schildert Samuel Koch erstmals detailliert den tragischen Moment in «Wetten, dass...?», der sein Leben für immer veränderte. Radikal und ehrlich lässt er weder Verzweiflung, Schmerz oder Wut aus.
Unter der Obhut des Therapeuten Hagen Schwarze traut sich Samuel Koch ins Wasser.

«Heulen ist sonst nicht mein Ding. Man kann auf jedem Niveau klagen – aber auch glücklich sein», sagt Samuel Koch. Gemeinsam mit dem Journalisten Christoph Fasel schrieb Samuel Koch seine Biografie «Zwei Leben», die seit heute im Handel ist. Thomas Gottschalk hat das Vorwort geschrieben, Michelle Hunziker das Nachwort: In der Autobiografie «Samuel Koch – Zwei Leben» beschreibt der ehemalige Wettkandidat nicht nur den Unfallhergang in der Unterhaltungsshow «Wetten dass...?» Er spricht auch offen über die schwierige Therapie, seine Zweifel und sein Hadern mit Gott – aber er trifft die Entscheidung: «gib nicht auf!»

Samuel Koch schildert in seiner Biografie radikal und ehrlich, dass er nichts mehr zu verlieren hat, sondern nur noch gewinnen kann. Und sie ist eine Einladung, die Kostbarkeit des Lebens neu zu schätzen.

Der Unfall

Hier einige Auszüge: Thomas Gottschalk spricht die beinahe prophetischen Worte: «Was für ein Gefühl muss das für den Vater sein, wenn ihm sein eigener Sohn vors Auto läuft!» Fünf Autos. Vier Minuten. Die Zeit läuft. Ich laufe los. Ein Stossgebet, durch meinen Kopf rauschen Fetzen von Psalm 23 im Schnelldurchlauf. Ich gebe meinem Vater das Zeichen. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal... er bestätigt es mir... fürchte ich kein Unglück... linker Fuss... denn du bist bei mir... rechter Fuss, linker Fuss, Einsprung, Absprung – hoch in den Salto! Ein Knall. Nacht.

Warum er zu flach absprang und deshalb mit dem Kopf das Dach des von seinem Vater gefahrenen Autos touchierte, kann der 24-Jährige nicht mehr sagen. «Auch wenn ich noch sehr in meiner Erinnerung krame – viel weiss ich nicht mehr von dem Sturz und den Sekunden davor.» Es habe durch den Schlag wohl «einige bewusstlose Momente» bei ihm gegeben, so Koch.

Trost erfahren

«Sieben Tage und Nächte war ich zunächst in der Düsseldorfer Universitätsklinik. Einer der Pfleger hiess Mattis und war so alt wie ich. Er hat sich unglaublich rührend um mich gekümmert. Wir beteten zusammen, er blieb länger und kam früher, um für mich da zu sein.»

Gottschalk betet

«Am Sonntagvormittag hatte Thomas Gottschalk unsere ganze Familie auf sein Hotelzimmer eingeladen», erzählt meine Mutter. «Er sagte uns, wie nahe ihm das alles ging. Zum Abschluss wollte er mit uns das Vaterunser beten, da wir ja ,sehr fromm‘ seien, wie er meinte. Also haben wir zusammen gebetet. Na ja, mehr geholpert, aber wir haben miteinander für Samuel gebetet!» schilderte ihm seine Mutter die Begebenheit.

«Ich weinte»

Der 24-Jährige beschreibt auch die «extremen Schmerzen» nach dem Unfall, die durch jede noch so kleine Erschütterung ins Unerträgliche gesteigert worden seien. «Es war grässlich, mich nicht bewegen zu können. Ich fühlte mich ausgeliefert wie eine Schildkröte, die auf ihren Rückenpanzer gerollt ist.»

«In den ersten zwei Wochen nach dem Unfall war ich tapfer, zäh, zuversichtlich. Ich wollte doch wieder laufen können! Gebet und Hoffnung hielten mich aufrecht. Aber langsam drang die Wahrheit scheibchenweise in meine Gedanken und ich merkte, wie ich den Halt zu verlieren drohte. Ich lag im Bett auf der Intensivstation in Nottwil. Zum ersten Mal nach dem Unfall weinte ich. Aber ich wollte nicht aufgeben.»

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Datum: 23.04.2012
Autor: Bruno Graber
Quelle: pd / pro / Bild

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