Zwischen Leben und Tod

«Mir war immer klar: Gott macht keine Fehler!»

«Hab keine Angst, ich bin bei dir!», sprach eine deutliche, innere Stimme zu Urs Rufener. Gerade raste der Krankenwagen mit Blaulicht über die Strassen. Doch die innere Ruhe verliess Urs nicht mehr…

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Sabina und Urs Rufener
Urs und Sabina Rufener sind beide 64 Jahre alt und leben in Münsingen. Durch eine Grenzerfahrung kamen sie Gott näher.

Ist es ein Notfall?

Es war am 1. Juli 2017. Der Behindertenbetreuer Urs hatte gerade die letzte von vier Nachtwachen hinter sich, als er um acht Uhr morgens zu Bett ging. Nach drei Stunden konnte er nicht mehr schlafen. Er erinnert sich: «Es war, als würde eine grosse Last auf meinen Oberkörper drücken und in den Armen fühlte ich ein eigenartiges 'Ramseln'.»

Als Sabina um 13 Uhr nach Hause kam, traf sie Urs in speziellem Zustand an. Als sie einen Arztbesuch vorschlug, winkte Urs erst einmal ab. «Nein, wir warten noch eine Stunde.» Sofort regte sich aber etwas in Sabina und sie verspürte ein starkes Drängen in sich: «Nein, handle sofort!» Bei einem klärenden Anruf bei medphone wurde ernsthaft geraten: «Gehen Sie sofort ins Krankenhaus!»

Es war ein Herzinfarkt

Kurze Zeit später wurde Urs in der Notaufnahme des Spital Münsingen untersucht. Unmittelbar wurde eine Verlegung ins Inselspital Bern eingeleitet – es schien ernst zu sein. «Mit Blaulicht wurde ich ins Herzzentrum gebracht», erinnert sich Urs, welcher sich zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht als «Notfall» betrachtete – obwohl inzwischen klar war, dass er einen Herzinfarkt erlitten hatte.

Später war Sabina klar, dass es ein Drängen Gottes war, welches sie zu raschem Handeln bewegte. Heute hält sie mit Überzeugung fest: «Es ist wichtig, den Impulsen des Heiligen Geistes zu folgen – selbst wenn man nicht genau weiss, worum es geht.»

Gott schenkt eine innere Ruhe

Während des Transports hörte Urs plötzlich eine klare, innere Stimme sagen: «Hab keine Angst, ich bin bei dir!» Von da an gab es für ihn keinen Grund mehr, sich zu sorgen oder nervös zu werden. Sabina hingegen erlebte es ganz anders: «Ich stand unter Schock und verspürte grossen Stress! Ich fühlte, dass dies ein Angriff des Teufels auf meine Familie war. Und ich wusste, dass es nicht Gottes Wille war, dass Urs jetzt sterben würde.» Sie betete inbrünstig, musste zwischendurch telefonische Abklärungen machen, und betete weiter. Es gelang ihr einfach nicht, zur Ruhe zu kommen.

In Bern wurde Urs umgehend behandelt. Die Blutgefässe waren verstopft und der Versuch, sie mit Sonden zu öffnen, war nur teilweise erfolgreich.

Zwischen Leben und Tod

Am 10. Juli erfolgte die Operation am offenen Herz. Vor der Operation, welche nach Erklärung der Ärzte tödlich enden konnte, forderte Gott Sabina auf, ihm zu vertrauen. Das war nicht einfach, aber schliesslich entschied sie, Gott zu vertrauen – so gut sie konnte. Auch während der Operation suchte sie Gottes Gegenwart. «Ich proklamierte Bibelworte und sang Lieder mit meiner Gitarre.» Es war ein Kampf, der in der unsichtbaren Welt tobte.

Irgendwann wurde Sabina schliesslich ruhig. «Plötzlich wusste ich: Gott wird es gut machen!» Es brauchte vier Bypässe und die Reparatur einer Herzklappe. Urs berichtet, dass er sich während der Operation plötzlich in einer Art Übergangszone wahrnahm. «Auf der einen Seite war Finsternis, auf der anderen Licht. Es war wie ein Scheideweg mit einer halbgeöffneten Tür, hinter welcher helles Licht schien. Irgendwie zog es mich zum Licht hin, ich konnte aber nicht hingehen.» Tatsächlich hing sein Leben an einem seidenen Faden.

«Die ganze Zeit hindurch fühlte ich keinen Schmerz und auch niemals Stress.» Von dem Moment an, als Urs die Stimme gehört hatte, fühlte er sich wie in einer grossen Hand geborgen. «Es war ein Frieden, der von oben kommt. Einen Frieden, der nur Gott geben kann.» Diese übernatürliche Ruhe begleitete Urs die ganze Zeit in Krankenhaus hindurch.

Gott spricht erneut

Eine Nacht nach der Operation vernahm Urs erneut diese klare innere Stimme: «Du hast gemerkt, wohin es dich während der Operation gezogen hat?» «Ja», antwortete Urs. «Zum Licht hin!» Da sagte Gott: «Deine Zeit in dieser Welt ist noch nicht zu Ende. Ich schicke dich noch einmal zurück ins Leben. Von jetzt an geht es um dein Herz und das Herz deiner Mitmenschen. Gib weiter, was du mit mir erlebt hast und erzähl von meiner Liebe.»

Schon während des Spitalaufenthaltes ergriff er Gelegenheiten, seinen Mitpatienten von seinem Glauben an Jesus zu erzählen. Er freute sich zu bezeugen, welchen Gewinn Jesus in seinem Leben ist.

Menschen brauchen eine Erklärung

Sabina staunte immer wieder, in welchem Zustand sie ihren Ehemann jeweils im Krankenhaus antraf. «Immer, wenn ich im Krankenhaus war, strahlte Urs übers ganze Gesicht!» Nie machte er Gott einen Vorwurf. «Es war mir immer klar: Gott macht keine Fehler!» Er fühlte sich einfach geborgen und der Friede Gottes liess ihn nicht mehr los. Etwas, das sein Umfeld unschwer wahrnehmen konnte.

Auch wenn Urs den Schritt in den Arbeitsalltag nicht mehr schaffte, ist er überaus dankbar. «Ich empfinde meine Tage als erfüllt, auch wenn sie oft anders verlaufen, als ich es mir gewünscht hatte.» Die Lebensprioritäten haben sich verändert. «Ich bin ruhiger und gelassener geworden.»

Sowohl Urs wie auch Sabina können jetzt bezeugen: Es lohnt sich, für das Ewige zu leben und es gibt nichts Besseres, als in Gott echte, tiefe Ruhe zu finden. Heute ist Sabina dankbar, dass ihr Ehemann noch lebt und dass Gott sogar aus diesem Zwischenfall etwas Gutes gemacht hat.

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Datum: 05.12.2018
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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