Ex-KKK-Leiter

Jesus kann Herzen verändern – selbst wenn sie voller Hass sind

Joe Bednarsky Jr. war in der ganzen Gegend gefürchtet: Er war der Leiter des Ku-Klux-Klans von New Jersey. Doch Gott verwandelte seinen extremen Hass in Liebe – heute setzt er sich in einer afroamerikanischen Methodistengemeinde ein.

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Joe Bednarsky vor seiner neuen Heimat, der afroamerikanischen Methodistengemeinde
In diesem Monat jährt sich der Todestag Martin Luther King Jr.s zum fünfzigsten Mal. Doch sein Traum ist an vielen Orten und in vielen Menschen mittlerweile in Erfüllung gegangen – so in Joe Bednarsky und Pastor Charles Wilkins. Joe arbeitet als Freiwilliger in einer Afroamerikanischen Methodistengemeinde, leitet dort das Sicherheitsteam und engagiert sich in der täglichen Essensausgabe. Das Besondere daran: Noch vor wenigen Jahren leitete er den Ku-Klux-Klan vor Ort.

Hass durch fehlende Selbstliebe

Bereits als Teenager gelangt Joe durch eine befreundete Familie in den Klan, «Hirnwäsche» nennt er das, was damals geschah. Mit 18 Jahren wird er dann zum überzeugten Mitglied und macht schnell Karriere. Er hasst Menschen, die nicht «weiss» sind, insbesondere Afroamerikaner, schiesst einmal sogar eine Frau ins Bein und landet deshalb auch im Gefängnis. «Ich war nicht in der Lage, andere zu lieben, weil ich mich selbst nicht liebte», berichtet der heute 49-Jährige. «So viele Menschen heutzutage sind unglücklich mit sich selbst und lieben sich nicht – auch ich spürte diesen Ärger in mir.» Er steigt weiter auf und wird zum Leiter des Klans der Gegend.

Von Gott verändert

Erst als er 2005 eine christliche Sendung am Fernsehen sieht, ändert sich sein Leben. «Ich schaute den ‚Club700‘ recht häufig… Ich hatte mein Leben satt und […] war einfach nicht glücklich. In der Nacht, als ich Jesus mein Herz übergab, heilte Gott mich mit einem Schlag und nahm den Hass, den ich gegenüber Menschen anderer Kulturen und Rassen verspürte.» Dennoch ist es ein Prozess, den Umgang mit den früher verhassten Menschen zu üben. Und: Keine Kirche will ihm die Türen öffnen. Der gefährliche Ruf des knapp zwei Meter grossen Mannes ist in der ganzen Gegend verbreitet.

«Glauben, was wir predigen»

Doch dann kommt er 2009 zur afroamerikanischen Methodistengemeinde von Pastor Wilkins. Obwohl es für den Pastor nicht einfach ist, lädt er Joe in die Gemeinde und sogar zur Mitarbeit ein. «Als erstes müssen wir das, was wir predigen, selbst glauben», erklärt der heute 63-jährige Pastor. «Ich könnte nicht das Evangelium predigen, das ich predige, und dabei nicht glauben, dass Jesus die Macht hat, Herzen zu verändern – selbst das Herz von jemandem, der mich früher gehasst hat.»

Früher verhasst, heute Brüder

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Joe Bednarsky mit Pastor Wilkins
Doch während der Pastor Joe eine zweite Chance gibt, ist das für die Gemeindeglieder nicht ganz so einfach. «Die Herausforderung war nicht so sehr, dass Joe diejenigen liebt, die er früher gehasst hat, sondern dass diejenigen, der er früher gehasst hat, ihn lieben.» Aber in den vergangenen neun Jahren hat sich vieles verändert. Heute ist er fester Bestandteil der Gemeinde und für Pastor Wilkins wie ein Bruder. «Ich wurde von Gott hierhergeschickt, um Pastor Wilkins zu beschützen», erklärt Joe. «Ich würde mein Leben für ihn geben…»

Das zeigte sich auch ganz praktisch, als Wilkins Frau an Krebs erkrankt im Sterben lag. Wilkins berichtet: «Er war jeden Tag bei ihr im Krankenhaus, so wie meine Familie. Er sass im Wartesaal und manchmal sah ich ihn dort auch weinen. Das bedeutet für mich unheimlich viel. Er war für mich da. Und er stützte mich, als ich das Krankenhaus verliess.»

Veränderung in Wort und Tat

Joe Bednarsky hat sich in der Zwischenzeit bei vielen Menschen entschuldigt. Trotzdem vertrauen ihm immer noch viele Menschen seiner Heimatstadt Millville nicht – sowohl Afroamerikaner als auch «Weisse». «Ich weiss, dass Gott mir vergeben hat, aber ich entschuldige mich trotzdem immer. Die Menschen wollen eine Veränderung sehen. Sie wollen die Veränderung in die Tat verwandelt sehen und so gebe ich mich zu Hause so wie auch in der Kirche.»

Neben seiner Tätigkeit in der Gemeinde besucht er regelmässig Gefängnisse und spricht vor allem mit Mitgliedern der russischen Mafia über Jesus. «Ich denke, wenn man Jesus liebt und er das ganze Leben von einem ist, dann will man anderen jeden Tag von der Liebe und dem Erbarmen Jesu erzählen!»

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Datum: 11.04.2018
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / CBN / philly.com

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