Cornelia Ardüser:

«Meine Traurigkeit ist verschwunden»

Als «Sandwichkind» hatte Cornelia Ardüser (43) Mühe, ihren Platz in der Familie und im Leben zu finden. Nach aussen lächelte sie, innen war sie oft leer. In esoterischen Praktiken suchte Cornelia nach Sinn und Erfüllung, bis Gott ihr begegnete – in der Schwebe zwischen Leben und Tod.

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Cornelia Ardüser
Die Tochter eines Chauffeurs wächst im aargauischen Dintikon auf. Fünf Jahre trennen Cornelia Ardüser von ihrem älteren und von ihrem jüngeren Bruder. Die Jungs benötigen besondere Aufmerksamkeit von der Mutter. Zudem ist diese durch familiäre Umstände gefordert. Um ihre Mutter nicht noch mehr zu belasten, behält Cornelia ihre Sorgen für sich, mimt das heitere Mädchen. Brüche in Verwandtschaft und Freundschaften untergraben ihr Vertrauen in Menschen – und in sich selbst. Ihre kindliche Liebe zu Jesus, von der der Pfarrer und Religionslehrer so begeistert erzählt, und Nachbarshund Oskar geben Cornelia Halt.

Die Überforderung

Mit 16 beginnt Cornelia eine Lehre als Herrenkonfektionsverkäuferin. Wenig später erfährt sie vom tödlichen Mofa-Unfall ihrer ersten grossen Liebe. «Dieses Unglück riss mir den Boden unter den Füssen weg. Ich konnte nicht verstehen, dass Gott so etwas zuliess und habe mich von ihm abgewandt», sagt Cornelia. Nach achtjähriger Beziehung und mit grossem Kinderwunsch heiratet sie 24-jährig. Bald darauf bekommt sie eine Tochter. Doch deren lebhafte Art bringt die junge, unglücklich verheiratete Mutter an den Rand ihrer Kräfte. Cornelia hat hohe Ansprüche, auch an sich selbst. Als drei Jahre später ein zweites Mädchen zur Welt kommt, wächst ihr der Familienalltag über den Kopf.

Die Erkenntnis

Eine Arbeitskollegin erzählt Cornelia von einer «Lebensschule». Hoffnungsvoll meldet sie sich an, findet eine Art Ersatzfamilie. Da man ihr Heil und Hilfe verspricht, lässt sie auch Demütigungen über sich ergehen. Dennoch hat sie Zweifel, bittet Gott nach einer Weile, ihr zu zeigen, ob sie auf dem richtigen Weg sei. Während eines Trommelrituals öffnet Gott ihr die Augen. Dazu Cornelia: «Plötzlich sah ich die Manipulation hinter dem Ganzen und wusste, dass ich auf dem falschen Weg war.»

Innerer Tod

Diese Erkenntnis schmerzt. Der Ausstieg gestaltet sich hart, denn die fremden Mächte geben sich nicht so schnell geschlagen. Cornelia Ardüser bricht körperlich und emotional zusammen: «Auf dem Weg zum Arzt bin ich innerlich gestorben. Um mich herum war es stockdunkel, ich fühlte mich wie im freien Fall, hatte panische Angst. Dann erinnerte ich mich an Jesus aus meinen Kindertagen. Mir wurde klar, dass ich versagt und Gottes Hilfe nicht verdient hatte. Trotzdem bat ich ihn, mir zu vergeben und mich aufzufangen. Kurz darauf wurde es ganz hell, ich spürte eine unbeschreibliche Liebe, Geborgenheit und Annahme. Ich hatte von einem Moment auf den anderen wieder Boden unter den Füssen.»

Das Ringen

Die Erholung kostet Zeit und Geduld. Mächte und Kräfte stehen im Kampf. Cornelia realisiert rückblickend: «Gott mit seiner Liebe und seinem Frieden war einfach da. Nur sein Gegenspieler und dessen Gefolge haben heftig an mir gezerrt, wollten mich verwirren und zurückgewinnen.»
Ein gutes Jahr vergeht, bis die damals 30-Jährige sich Schritt für Schritt körperlich und vor allem psychisch erholt. Sie arbeitet Teilzeit in einem Café und trifft dort auf Christen, die sie in ihre Freikirche mitnehmen. Cornelia bleibt zunächst vorsichtig: «Satan kennt Gott ganz genau und handelt auf den ersten Blick manchmal ähnlich wie er.» Die grosse Täuschung bleibt aus, und Cornelia lässt sich taufen. «Ich hätte nach dem Auftauchen Bäume ausreissen können», erinnert sie sich.

Die Wiederherstellung

Wenn Cornelia Ardüser heute ihr Leben betrachtet, sieht sie eine Vase, ein Gefäss, das in tausend Stücke zersprungen war: «Gott hat sie wieder neu zusammenfügt. Meine Traurigkeit und depressiven Gefühle sind verschwunden. Ich bin ein ganz anderer Mensch, freue mich am Leben und an meiner Familie. Natürlich herrscht nicht immer eitel Sonnenschein. Doch seit ich in enger Freundschaft mit Jesus lebe, hat sich auch die Beziehung zu Menschen verändert. Meine Erwartungen und Anforderungen sind nicht mehr so hoch. Das nimmt Druck weg.» Ihre einstige «Ersatzfamilie» vermisst Cornelia keine Sekunde: «In der Esoterik ist man immer auf der Suche, hat ständig das Gefühl, es müsse noch mehr geben. Es ist eine endlose Suche. Bei Jesus bin ich angekommen. Er ist alles, was ich brauche, er schenkt mir Kraft und Liebe. Ich muss nicht mehr darum kämpfen.»

Zum Thema:
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Datum: 10.03.2015
Autor: Manuela Herzog
Quelle: jesus.ch-Print

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