Vom Angsthasen zum mutigen Bekenner

«In diesem Moment erlebte ich, wie eine Fackel in mir angezündet wurde»

In den Wirren des Zweiten Weltkriegs wurde Ueli Haus geboren. Er hatte keine Freude an der Schule und Angst vor dem Schwimmunterricht. Die Berufswahl und das Privatleben gestalteten sich als schwierig. Doch die Begegnung mit Christus veränderte alles.

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Ueli Haus hat in seinem Leben die Kraft Gottes auf vielseitige Art und Weise erfahren.
«Ich fürchtete mich so sehr vor Prüfungen, dass ich vor Angst in die Hosen machte», sagt der 70-Jährige lächelnd. Beschäftigungen wie Tauben züchten oder Schafe beobachten passen eher zu ihm als Grammatik und Vokabeln büffeln. Nach der staatlich verordneten Schulzeit besuchte Ueli in Zürich die Bildungshäuser der Juventus-Gruppe. Der Berufsberater war überfordert mit Ueli. Eines Tages musste er einen Vortrag halten. Dann kam ihm Charles Lindbergh in den Sinn, der im Mai 1927 den Atlantik mit einem Flugzeug – alleine und ohne Zwischenstopp – überquerte. Seine Faszination für Technik motivierte Ueli eine vierjährige Lehre als Kleinmechaniker zu absolvieren. Nach der Ausbildung arbeitete er für die BBC (heute ABB) und reparierte im Eichraum elektrische Messinstrumente. Nach 17 Jahren verlor Ueli nicht nur die Arbeitsstelle, sondern auch seine Frau. Obwohl aus der Ehe zwei Kinder hervorgingen, scheiterte die Beziehung.

Suche nach dem Lebenssinn

1979 musste sich Ueli neu orientieren. Abermals fand er eine Beschäftigung in der maschinellen Industrie. In seiner Freizeit las er unter anderem Bücher über Psychologie, beschäftigte sich mit Horoskopen und besuchte Vorlesungen an Universitäten. Dort vermittelten kluge Köpfe ihre Vorstellungen über den Sinn des Lebens. Ueli fand im Irrgarten der Philosophen, Wahrsager und weltlich ausgerichteten Lehrer keine Hoffnung.

Jesus klopft an die Herzenstür

Vier Jahre später kam die Wende. Nicht im Hörsaal, sondern am Kopiergerät. Völlig erschöpft stand Ueli bei diesem Apparat, als plötzlich eine Arbeitskollegin auftauchte. «Als ich mit Anita über meine Probleme sprach, fragte sie mich, warum ich nicht zu Gott gehe mit meinen Sorgen», erzählt Ueli. «In diesem Moment erlebte ich, wie innerlich eine Fackel angezündet wurde. Es traf mich mitten ins Herz». Anschliessend drehte sich alles um die grosse Frage, wie man zu Gott kommt. Kurz darauf wurde Ueli in einen Hauskreis eingeladen. Damit ist eine Versammlung von Christen gemeint, die in der Bibel lesen, beten und Lieder singen. Kaffee und Kuchen gehörten ebenfalls zum Programm. Nachdem jemand aus der Gruppe die Bibelstelle aus Johannes 14,6 (Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich) las, ging Ueli ein Licht auf: «Als ich diese Worte hörte, geschah etwas Faszinierendes. Es war, als ob die Sonne durch den Nebel dringt und das Licht zum Vorschein kommt».

Von Rheuma geheilt

Seit diesem himmlischen Erlebnis hatte Ueli begriffen, dass Jesus Christus der Weg zu Gott ist. Also besuchte er den Hauskreis regelmässig. Damals litt er unter starkem Rheuma und konnte morgens manchmal nur mit Mühe aufstehen. Nach einigen Wochen erlebte Ueli ein Wunder: Er wurde von der schmerzvollen Krankheit geheilt, die ihn jahrelang plagte. Mit dem Wachstum im Glauben eröffneten sich für Ueli ganz neue Perspektiven. Er knüpfte beispielsweise Kontakte zur Stadtmission in Baden, lernte Panflöte zu spielen und erzählte anderen Menschen von seinen Erfahrungen mit Jesus Christus.

In Gottes Weinberg arbeiten

Eigentlich plante Ueli vollamtlich für eine Kirche zu arbeiten, aber es hat sich nicht ergeben. Trotzdem durfte er auf vielseitige Art und Weise das Evangelium verkündigen. Der ehemalige Kleinmechaniker reiste mit seiner Panflöte durch die Schweiz, spielte in Krankenhäusern oder Altersheimen und sang geistliche Loblieder. Er legte pro Jahr rund 60‘000 Kilometer mit dem Auto zurück. Natürlich gab es unterschiedliche Reaktionen von den Zuhörern. Einige wollten ihn gar nicht mehr gehen lassen, andere jagten ihn fort. Ueli liess spezielle Stempel mit Zitaten aus der Bibel anfertigen und bedruckte damit Blätter in unterschiedlichen Grössen, die er in der ganzen Welt verschickte. Tausende von Traktaten schrieb er eigenhändig und verteilte sie unter anderem zu Fuss oder via Postweg. 1991 gehörten Hilfslieferungen (Kleider, Neue Testamente & Co.) nach Rumänien zu seinen Aufgaben. Er fuhr selbst einen der Lieferwagen und erlebte herrliche Zeichen und Visionen. In Afrika hatte er unzählige Brieffreundschaften und sandte massenweise Tonbandkassetten sowie anderes Material nach Ghana. Ueli predigte mit einfachsten Mitteln auf der Strasse oder Schulhöfen und konnte sogar im Radio einen Gottesdienst gestalten. Seine Beziehung zu Jesus Christus machte ihn auch demütig: «Ich hatte immer im guten Sinne einen Minderwertigkeitskomplex, damit ich mich auf Jesus und Gott verlasse».

Einen ausführlichen Lebensbericht in Interviewform von Ueli Haus finden Sie hier.

Zum Thema:
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Autor: Guido Haus
Quelle: Jesus.ch

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