Prognose Drogentod

«Wir geben dir noch zwei Jahre!»

Andreas Straubhaar plante den «Goldenen Schuss», überlebte die vermeintliche Überdosis aber. Notorisch süchtig «gaben» ihm Sozialarbeiter und Heimleiter höchstens zwei Jahre. Heute ist Andreas Straubhaar lebendiger denn je. Weshalb dies so gekommen ist, schildert er im Gespräch mit Jesus.ch.
Andreas Straubhaar heute, mit seiner Frau Cornelia
Bei den Behörden einst bestens bekannt: Andreas Straubhaar
Bilder von einst, unbeschwert wirkend spricht Straubhaar von einer grossen Leere
Momentaufnahme vergangener Tage

Andreas Straubhaar, in Ihrem Buch «Backflash» beschreiben Sie Ihre Flucht aus dem Jugendgefängnis. Was hatten Sie angestellt, damit sie überhaupt dort hinein mussten?
Andreas Straubhaar: Mit vierzehn Jahren konsumierte ich schon regelmässig Heroin und riss oft für Wochen von Zuhause aus. Bis ich dann in der achten Schulklasse von der Schule gespickt wurde und ins erste Jugendheim kam. Natürlich musste ich für meinen exzessiven Drogenkonsum an Geld kommen, so beging ich Einbrüche, raubte Leute aus, dealte und klaute Autos.

Sie wollten sich den sogenannten Goldenen Schuss setzen. Welche Geschichte steckt da dahinter?
Wieder einmal hatte ich zu viel konsumiert, um mit dem Rest der Drogen noch weiter dealen zu können. Auch sonst hatte ich das Leben allmählich satt, immer wieder Stress mit der Polizei, dealen, rauben und so weiter ... dieser ewig scheinende Rhythmus, tagein, tagaus. So stieg ich in das Bahn-WC und spritzte mir den restlichen Stoff in die Venen. Wie durch ein Wunder lebte ich aber weiter. Noch etliche Male ging ich später hauchdünn am Tod vorbei.

Sie sind am Leben geblieben - was änderte sich?
Im ersten Moment veränderte sich für mich überhaupt nichts. Es ging einfach weiter wie vorher ... Es gab dann schon Augenblicke, in denen ich mir vorgenommen hatte auszusteigen. Zum Beispiel, als ich für vier Monate in Frankreich im Gefängnis sass. Nie mehr wollte ich Drogen konsumieren, aber leider war ich am ersten Tag nach der Entlassung schon wieder am «Drögelen». Ich schaffte es nie aus eigener Kraft auszusteigen und so verliess mich natürlich auch der Glaube auf ein freies Leben.

Ihr Erleben schildern Sie im Buch «Backflash». Unter dem Titel steht, sie hätten den Stempel «hoffnungslos» getragen. Dann sei ein Ruf erfolgt, der alles auf den Kopf stellte. Was steckt da dahinter?
Von meinem dreizehnten bis zu meinem zweiundzwanzigsten Geburtstag war ich über vier Jahre in geschlossenen Jugendgefängnissen. Immer wieder wurde ich rückfällig und dadurch auch kriminell. Als meine jugendgerichtliche Massnahme mit dem zweiundzwanzigsten Geburtstag zu Ende ging, wurde ich mit einer vierjährigen bedingten Strafe und dem Stempel «hoffnungslos» entlassen. Sozialarbeiter, Jugendrichter und Heimleiter gaben mir zu dieser Zeit eine Überlebenschance von maximal zwei Jahren, und dann sahen sie mich des typischen Drogentodes sterben. Süchtig und hoffnungslos begegnete mir dann Jesus Christus, in einer Silvesternacht, auf eine so kraftvolle Art, dass sich mein Leben radikal änderte. Mehr dazu in meinem Buch «Backflash».

Wie sind Sie aus dem Ganzen herausgekommen?
Dieser Ruf, diese Begegnung mit Jesus Christus erfüllte mich mit so einer mächtigen Liebe, dass ich alles hinter mir lassen konnte. Mein Herz wurde in dieser Silvesternacht so stark berührt, dass ich augenblicklich wusste, dass diese Liebe, Hoffnung und Freiheit, die mir da von Jesus entgegen strömte, die Antwort auf all mein Suchen war. Genau das hatte ich jahrelang in Drogen, Frauen und Rebellion gesucht. Die meisten Drogensüchtigen müssen trotzdem noch eine Therapie machen, bei mir war das nicht mehr nötig. Meine Therapie kam direkt aus dem Himmel, die Liebe Jesu. Klar musste ich dann noch durch viele Prozesse der Wiederherstellung, aber der Grundstein war definitiv gelegt.

Was tun Sie heute?
Ich arbeite auf verschiedenen Schienen. Zum einen bin ich im Aussendienst bei einer grossen Firma angestellt, wobei ich den Service und Verkauf von Feuerschutzgeräten tätige. Zum anderen bin ich in Jugendgruppen, Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen als Referent unterwegs.

Im Folgenden beantwortet Andreas Straubhaar den Fragebogen dieser Webseite.

Eine Schwäche, die Sie durch den Glauben besser in den Griff bekommen haben ...
Die Sucht. Wobei ich Sucht ein wenig definieren muss. Sucht heisst für mich, eine Suche nach dem Sinn, der Erfüllung im Leben. Jeder Mensch, so bin ich überzeugt, sucht in seinem Leben nach dem Sinn und einer Beziehung zum Schöpfer. Viele Dinge werden uns in dieser Welt schmackhaft gemacht. Bei mir waren es Drogen, Rebellion und Frauen. Wobei einem diese irdischen Befriedigungen schnell gefangennehmen können und sie zur Sucht werden können. Zum Beispiel Geld, Sex, Drogen, Spielen und Macht. Keines dieser Dinge kann uns aber wirkliche Befriedigung schenken und deshalb verstrickt man sich dann immer tiefer in die Fesseln der Suche. Nur Jesus Christus kann uns diese tiefe innere Befriedigung geben. Das ist meine Erfahrung, die ich schon bei so vielen Menschen beobachtet habe und selber erleben durfte.

Eine Stärke, die Sie durch den Glauben gewonnen haben ...
Ich durfte durch den Glauben an Jesus Christus ein echtes Fundament für mein Leben finden. Dieses Fundament besteht aus Hoffnung, Freude und Liebe. Zu wissen, dass Gott mich liebt und einen perfekten Plan für mein Leben hat, ist eine gewaltige, erfüllende und freudbringende Kraft. Aber auch das tiefe Wissen, dass wenn es mit dieser Welt zu Ende ist, ich mit Gott im Paradies sein werde.

Was begeistert Sie am meisten an Gott?
Seine leidenschaftliche Liebe zu uns Menschen. Trotz unseren Sünden nimmt er uns vollkommen an. Seine Kraft, seine Souveränität, seine Grösse, seine Herrlichkeit, sein Reich, seine Führungen, sein Wort und und und ... Er ist einfach durch und durch perfekt!

Welche Eigenschaft von Gott verstehen Sie nicht?
Die unergründlich grosse Gnade und Liebe, die er zu uns Menschen hat, kann ich nur im Ansatz verstehen. Immer und immer wieder vergibt er uns unsere Versagen und obendrauf beschenkt er uns noch mit so vielem. Es ist einfach die Gnade und Barmherzigkeit Gottes zu uns Menschen.

Klagen Sie Gott manchmal an?
Nein, anklagen würde ich dem nicht sagen. Sicher verstehe ich vieles nicht und bewege es im Gebet, aber trotz meines Unverstehens weiss ich, dass Gottes Wege viel höher sind als meine Wege und seine Gedanken viel höher sind als meine Gedanken. Zum Beispiel verstehe ich nicht, warum er einige Menschen sofort heilt, von Krankheiten oder Süchten, andere dann wieder nicht. Trotzdem klage ich Gott nicht an, sondern verkündige weiterhin das wundervolle Evangelium, wie Gott dann wirkt steht nicht in meinem Einflussbereich. Nur weis ich, dass er gesagt hat, dass wir das Evangelium verkünden sollen und für die Kranken beten. Also machen wir das...

Ein Tipp, wie man Gebet und Bibellesen interessant gestalten kann ...
Lass dich vom Heiligen Geist erfüllen und sei total frei und unreligiös in deinem Glaubensleben. Der wundervolle Heilige Geist macht uns Gott und Jesus so lebendig in unserem Leben, dass es einfach cool ist zu beten und die Bibel zu lesen. Die Bibel sagt uns, dass wir voll des Heiligen Geistes sein sollen.

Wie sind Sie Christ geworden?
Durch eine Begegnung mit Jesus und viel Gebet im Hintergrund.

Warum sind Sie Christ?
Weil es nichts Erfüllenderes gibt, als mit Jesus Christus unterwegs zu sein. Wie schon seine Jünger damals sagten: Wohin sollten wir gehen, du hast Worte des ewigen Lebens.

Beschreiben Sie ein spezielles Erlebnis, das Sie mit Gott gemacht haben:
Da gibt es unzählige Erlebnisse. Eines kommt mir gerade spontan in den Sinn: Wir waren als Gruppe auf einem evangelistischen Einsatz in Albanien. Als wir auf den holprigen Strassen unterwegs waren, gab es einen Unfall mit mehreren Autos. Wir waren zu fünft unterwegs. Nach dem Unfall wurde es sehr hektisch, alle Betroffenen waren geschockt. Die Polizei kam und die Albanienmissionarin sprach mit ihnen. Plötzlich wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt, zwei beim Auto, zwei mussten mit einer unbekannten Frau in die nächste Stadt und ich fuhr mit der Polizei, alleine auf einen total heruntergekommenen Polizeiposten. In einem Raum wartete ich dann sehr lange auf weitere Anweisungen, ohne zu wissen wie es mit meinen Freunden stand. Angst überkam mich, hatte ich doch von Menschenhandel und starker Korruption in Albanien gehört. Ich schrie zu Gott um Hilfe. In diesem Augenblick kam eine SMS auf mein Handy, da stand: «Es mögen wohl Berge wanken und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, spricht der Herr.» Wie von einer Liebesbombe aus dem Himmel getroffen, schöpfte ich neuen Mut und wusste tief im Herzen, dass alles gut kommen würde. Und so kam es dann auch.

Warum, denken Sie, zahlt sich ein Leben mit Jesus aus?
Weil Jesus uns ewiges Leben, Sinn und Erfüllung für unser Leben gibt. Er liebt uns und will mit uns zusammen sein Reich bauen. Dafür lohnt es sich, ihm alles zu geben...

Steckbrief

Zivilstand: verheiratetet mit Cornelia, 2 Kinder Jona und Jane
Gemeinde: Seestrasse Gemeinde Thun www.lazarus.ch
Arbeit in Gemeinde: Hauskreis und Evangelisation
Hobbys: Familie, Glaubensleben, YB- Fan
Beruf: Im Aussendienst
Werdegang: Schule, Metallbauer, Aussendienst
Wohnort: Thun
Herkunft: Wattenwil, Thun
Lieblingsbibelstelle: Römer 8 sowie Johannes 3,16: «Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.»
Lieblingsmusikgruppen: Catherine Mullins, Kimberly Rivera, Roy Fiels, Morningstar Music und andere
Das gefällt mir auf Livenet.ch und Jesus.ch: Die Erlebt-Berichte, evangelistische Bereiche, Video Andacht

Webseite: www.andreasonline.ch

Datum: 26.12.2009
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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