Atheismus ade

Lee Strobels Weg zum lebendigen Gott

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Lee Strobel
Bis heute weiss Lee Strobel noch, wo er 1966 im Unterricht sass, als sein Biologielehrer ihm und seinen Mitschülern anhand eines Experiments zeigte, „wie die Erde entstanden ist". „Ich dachte damals, okay, das war es dann!"

Wenn man den Ursprung des Lebens ohne einen Schöpfer erklären könne, so meinte er damals, dann brauche man schliesslich nicht mehr an einen Gott zu glauben. Die Überzeugung des kritischen, hochbegabten Schülers, der zuvor schon ein intellektueller Anhänger des Atheismus geworden war, wurde durch diesen Moment im Unterricht endgültig gefestigt: „Gott war für mich raus aus dem Job."

Heute ist Strobel zwar weiterhin der Meinung, dass die Lehre des Darwinismus an den Schulen intensivst erläutert werden sollte - allerdings aus komplett anderen Gründen. Die Argumente der Evolution würden sich selbst widerlegen. Sie stünden zu einem erheblichen Teil „auf tönernen Füssen", sie hielten „kritischer Überprüfung" nicht wirklich stand: „Ich glaube ernsthaft, dass nicht automatisch Darwins Grundsätze gestützt werden, wenn man sich mit der Evolutionstheorie auseinandersetzt."

Suche nach dem Schlupfloch

Strobel studierte nach der Schule Journalismus und Rechtswissenschaften, bevor er vierzehn Jahre als Gerichtsreporter für die einflussreiche Tageszeitung „Chicago Tribune" arbeitete. Für seine Reportagen erhielt er verschiedene Auszeichnungen. Sein atheistisches Weltbild prägte auch seine Haltung zu Ethik und Moral. Allem Christlichen gegenüber war er konsequent negativ eingestellt. „Ich wollte mein Leben auf meine Weise führen. Ich wollte nicht, dass es einen Gott gibt, vor dem ich mich verantworten muss, also suchte ich nach einem Schlupfloch", kommentiert er diese Haltung heute. „Ich benutzte die Evolution, um Gott auf intellektuelle Weise zurückzuweisen." In Denkkonflikte kam er allerdings, als sich seine Frau Lynn 1979 zum Christentum bekehrte.

Christentum überprüft

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Gottes Handschrift dagegen finde man in jeder Zelle unseres Körpers.
„Meine Frau veränderte sich daraufhin. Diese neue Energie in ihrem Leben und ihre authentische und tiefe Verbindlichkeit gegenüber Jesus Christus war ein wirkliches Leuchtfeuer, das mich zu Gott hinzog." Diese Veränderungen im persönlichen Bereich animierten Strobel, seinen journalistischen Hintergrund zu nutzen, um das Christentum auf seine Glaubwürdigkeit hin abzuklopfen. Er hielt es für angemessen und fair, wissenschaftlich relevante Fakten noch einmal genauestens zu überprüfen und zu schauen, wohin diese Spuren führten. Nur wenn die Sachlage ernsthafte Anhaltspunkte für einen Schöpfer des Universums ergeben würde, wollte er bereit sein, auch diese Hypothese in Betracht zu ziehen.

Der Ursprung

Er recherchierte ausgiebig in den relevanten Instituten und Bibliotheken und befasste sich mit Archäologie, alter Geschichte und Naturwissenschaften. „Ich fing dabei langsam an, die Wissenschaft aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Als ich aufhörte, Gott per se aus meinem Weltbild auszuschliessen, begann ich Kosmologie, Physik und Astronomie in einem neuen Licht zu sehen." Viele wissenschaftliche Daten aus unterschiedlichen Disziplinen machten ihn nachdenklich. „Was mich aber am meisten von der Existenz eines Schöpfers überzeugt hat, war eine tausend Jahre alte These von einem muslimischen Philosophen: Das ‚Kalam kosmologische Argument'." Es besagt, dass alles, was anfängt zu existieren, einen Ursprung hat.

„Das rationalste Resümee: Gott"

Strobel fiel auf, dass heute bereits eine ganze Reihe von Wissenschaftlern überzeugt ist, dass das Universum nicht nur einen Ursprung hat, sondern dass dahinter eine „unerklärliche, zeitlose, ewige, körperlose, geistige Energie" stecken muss - „ eine gute Grunddefinition für Gott". Im Laufe seiner Spurensuche und Forschungen reiste Strobel mehr als 25‘000 Meilen, um Experten mit Rang und Namen zu befragen. Entweder halfen sie ihm mit wissenschaftlichen Informationen weiter oder sie ermutigten ihn auf seinem Weg zu Gott - oder sie taten beides. „Als ich alles zusammenfasste, musste ich ehrlich zugeben, dass man auf der Suche nach Belegen für Gottes Existenz immer mehr Tatsachen anhäufen kann, bis man entdeckt, dass es das logischste und rationalste Resümee ist, dass Gott existiert und Jesus Christus sein Sohn ist."

Ein Bestseller

Die Ergebnisse seiner journalistischen Suche veröffentlichte Strobel später in dem Buch „Der Fall Jesus: Ein Journalist auf der Suche nach der Wahrheit", das zu einem internationalen Bestseller wurde. Kritiker werfen ihm allerdings vor, dass er darin nur Fachleute zitiere, die sich für eine Existenz Gottes aussprechen. Strobel kontert: „Ich würde einen Wissenschaftler oder Philosophen nicht allein deshalb für unfähig erklären, weil er von Fakten davon überzeugt wurde, an die Existenz eines Gottes zu glauben. Jeder Wissenschaftler hat schliesslich eine weltanschauliche Neigung, eine Tendenz. Er glaubt an Gott oder an etwas anderes." Er selbst habe sich bemüht, unvoreingenommen die Denkweise verschiedenster Experten zu verstehen und zu hinterfragen, was ihn schliesslich von den Argumenten der Gott-gläubigen Vertreter überzeugt habe.

Der Glaube an Darwin

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James Tour von der Rice University: „Nur ein Laie, der nichts über Wissenschaft weiss, würde sagen, dass Wissenschaft den Glauben vernichtet. Denn wenn man sich wirklich mit der Wissenschaft auseinandersetzt, bringt sie einen näher zu Gott.“
Strobel ist überzeugt, dass man heute insgesamt mehr Glauben benötige, um an der „darwinistischen Ideologie" festzuhalten, als an einen übernatürlichen Schöpfer zu glauben. „Ich habe das alles studiert, zuerst als Skeptiker und später nochmals für mein Buch. Als ich die Thesen Darwins so genau betrachtet hatte, kam ich zu dem Schluss, dass man an ihren zugrunde liegenden Naturalismus glauben muss, um sie ganz zu erfassen." Die grundlegende Denkvoraussetzung sei schliesslich, dass das Nichts von sich aus lebendiges Leben hervorbringe, dass Zufall die Veränderungen von Arten erzeuge, dass Chaos Informationen herstelle, dass Bewusstsein aus dem Unbewussten entstehe, und ein Grund aus Unergründlichem. „Ich habe nicht genug Glauben, um das alles zu glauben," fasst Strobel seine Analyse zusammen.

Gottes Handschrift

Gottes Handschrift dagegen finde man in jeder Zelle unseres Körpers. „In all unseren Trillionen Zellen gibt es einen DNA-Strang. Er enthält ein vier Buchstaben umfassendes Alphabet, mit dem für jedes einzelne Protein, aus denen unser Körper besteht, präzise zusammengestellte Instruktionen buchstabiert werden." Darwinisten hätten keine Erklärung dafür, wie diese Informationen in die Zellen gelangen, denn naturalistische Prozesse könnten Muster hervorrufen, aber keine Informationen. „Immer wenn wir echte Informationen sehen, wissen wir, dass sie von einem intelligenten Wesen stammen müssen. Wenn es also in jeder lebenden Zelle Informationen gibt, stammen sie ebenfalls von einem intelligenten Wesen."

In der Wissenschaft Gott entdecken

Ein wachsende Zahl von Wissenschaftlern will die Möglichkeit eines Schöpfers nicht mehr von vorneherein ausschliessen. Diesen Satz betont Strobel immer wieder. Und zitiert James Tour von der Rice University: „Nur ein Laie, der nichts über Wissenschaft weiss, würde sagen, dass Wissenschaft den Glauben vernichtet. Denn wenn man sich wirklich mit der Wissenschaft auseinandersetzt, bringt sie einen näher zu Gott." Wissenschaft verhindere Glauben nicht, sie stärke ihn. Davon ist Strobel heute überzeugt. Die Wissenschaft habe ihn gelehrt, „dass wir durch die Erforschung unserer Welt die bisher unsichtbaren Eigenschaften Gottes erkennen können, indem wir seine Schöpfung verstehen, sehen und berühren".

Überwältigt von der Intelligenz Gottes

Bei seinen Forschungen und Recherchen hat Strobel unter anderem mit dem Physiker Robin Collins gesprochen, der ihm sagte: „Je mehr ich über Physik lerne, desto mehr bin ich von der Intelligenz Gottes überwältigt. Je mehr wir die Komplexität des Lebens beleuchten, umso komplexer wird es. Jedes Mal, wenn wir tiefer in einer Zelle forschen, wird es noch komplexer und erinnert mich neu daran, wie komplex Gott selbst ist. Er ist nicht nur in der Lage, all diese mikroskopisch kleinen biologischen Neuerfindungen innerhalb unseres Körpers wirklich zu begreifen - er hat sie auch erschaffen."

Berührung mit dem Schöpfer

Wenn Lee Strobel heutzutage nachts in den Himmel schaut und die Sterne beobachtet, habe er seine Studien von Kosmologie und Astronomie im Hinterkopf und erkenne besonders daran: „Die Himmel zeigen die Grösse Gottes. Je mehr man darüber weiss, was im Weltall vor sich geht, sagt uns das etwas darüber, dass mehr dahinter steckt." Strobel ist überzeugt, dass die Wissenschaft helfen kann, die natürlichen Prozesse und Fakten über den Kosmos zu verstehen. „Aber wir sollten da nicht stehen bleiben. Wir sollten nachsehen, was dahinter steckt, welche Richtung uns die Wissenschaft zeigt. Der Schöpfer streckt uns seine Hand entgegen. Er hat einen Lebensraum geschaffen, damit wir ihn erforschen können und damit wir durch das Entdecken dieses Lebensraums in Berührung mit dem Schöpfer selbst kommen können."

Der Text basiert auf einem Interview, das der Publizist Phil Callaway mit Lee Strobel geführt hat.

Autorin: Nicole Schenderlein


Quelle: Neues Leben

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