Erster Song nach Krankheit

Avril Lavigne kommt mit Anbetungslied zurück

Die Diagnose Lyme-Borreliose veränderte 2014 das Leben von Sängerin Avril Lavigne komplett. Die Kanadierin musste fünf Monate am Stück im Krankenhaus verbringen. Nun ist sie zurück mit der Lobpreis-Ballade «Head Above Water». Sie entstand auf dem Krankenbett. «Ich hatte den Tod akzeptiert.» Sie begann, viel zu beten.
Avril Lavigne

Songs wie «Complicated», «I'm With You» oder «Girlfriend» machen Avril Lavigne als eher rotziges Pendant zu Kolleginnen wie Britney Spears berühmt (O-Ton «Tiroler Tagblatt»). Doch die Infektionskrankheit, die durch einen Zeckenbiss übertragen wird, veränderte ihr Leben völlig. Nun gewährt sie ihren Fans in einem offenen Brief einen Einblick in die Entstehung des Songs «Head above Water».

Auf ihrer Webseite schrieb Lavigne: «Ich akzeptierte den Tod. Es fühlte sich an, als ob ich ertrinke.» Sie begann viel zu beten. Im Refrain ihres Liedes heisst es nun: «God, keep my head above water, don't let me drown» («Gott, halte meinen Kopf über Wasser, lass mich nicht ertrinken»).

Von Gott gerettet

Bislang hat Lavigne insgesamt über 40 Millionen Alben verkauft. Nun hat sie eine Stiftung gegründet, welche Menschen beisteht, die von Lyme-Borreliose und anderen schweren Krankheiten betroffen sind.

In «Head Above Water» beschreibt Lavigne ihre Beziehung zu Gott und wie er sie gerettet hat, als sie dachte, sie sei am Ende ihres Lebens. Im ersten Vers des Liedes singt Lavigne über den unerträglichen Schmerz, den sie erlebte und der ihr das Gefühl gab, dass sie buchstäblich ertrinkt. Übersetzt singt sie: «Ich muss die Ruhe vor dem Sturm bewahren / Ich will nicht weniger / Ich will nicht mehr / Muss die Fenster und Türen verriegeln / Um mich sicher zu halten, um mich warm zu halten / Ja, mein Leben ist das, wofür ich kämpfe / Kann das Meer nicht teilen / Kann das Ufer nicht erreichen / Und meine Stimme wird zur treibenden Kraft / Ich werde mich nicht über Bord ziehen lassen.»

Sinneswandel zwischen Strophe und Refrain

Aber dann hat Lavigne einen Sinneswandel. Sie geht vom Singen über das Verlassen auf ihre eigene Kraft und Macht hin zur Anerkennung, dass sie Gott braucht, um sie zu retten. Im Refrain singt sie: «Gott halte meinen Kopf über Wasser / Lass mich nicht ertrinken / Es wird immer schwieriger / Ich werde dich dort am Altar treffen / Wenn ich auf die Knie falle / Lass mich nicht ertrinken / Lass mich nicht ertrinken / Lass mich nicht ertrinken.»

Botschaft des Evangeliums präsentiert

Die christliche Webseite «Faithwire» erklärt: «Sie präsentiert die schöne Botschaft des Evangeliums: Dass Gott seinen Sohn gesandt hat, um am Kreuz zu sterben, um das Gewicht der Sünde und damit unsere Lasten zu tragen. Damit wir, wenn Prüfungen, Kämpfe und Tragödien auf uns zukommen, alles bei ihm lassen können. Und dass wir glauben können, dass er uns beschützen wird.»

Auch im restlichen Lied bittet Lavigne Gott, sie zu retten: «Also zieh mich von unten nach oben / Weil ich im Sog stecke / Komm, trockne mich und halte mich fest / Ich brauche dich jetzt am meisten / Gott halte meinen Kopf über Wasser / Lass mich nicht ertrinken / Es wird härter / Ich werde dich dort am Altar treffen / Während ich auf die Knie falle / Lass mich nicht ertrinken.»

Bald wie Tori Kelly?

Lavigne's Kampf gegen die Borreliose war kein Geheimnis. Im Jahr 2015 gab die Sängerin bekannt, dass sie die lähmende Krankheit seit einem Jahr bekämpft und sich deshalb vor den Medien versteckt hatte. Ihr Kampf mit Lyme war auch der Grund, warum sie vor fünf Jahren die Musikindustrie verliess.

In einer kraftvollen und verletzlichen Aussage schilderte Lavigne die Nacht, in der sie anfing, den Song zu schreiben: «Ich dachte, ich würde sterben, und ich hatte akzeptiert, dass ich sterben würde. Meine Mutter lag mit mir im Bett und hielt mich fest. Ich fühlte mich, als würde ich ertrinken. Ich betete: 'Gott, bitte hilf mir, meinen Kopf über dem Wasser zu halten.' In diesem Moment begann das Songwriting für dieses Album. Es war, als hätte ich etwas angezapft. Es war eine sehr spirituelle Erfahrung. Von da an durchfluteten mich die Texte.»

Lavigne ist nicht die erste Popkünstlerin, die den Übergang von Pop- zu christlicher Musik schafft. Erst kürzlich veröffentlichte die Sängerin Tori Kelly ihr erstes christliches Album und berichtete Millionen ihrer Fans von ihrer Beziehung zu Gott.

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Datum: 26.09.2018
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Faithwire / Tiroler Tageszeitung

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