Ikonisch-göttliches Gemälde

Oster-Lamm: Tot, und doch ganz lebendig

Willkommen zum virtuellen Museums-Besuch des weltberühmten Altar-Gemäldes der Stadt Gent. Ist die Startseite geladen, schaut man direkt in die Augen des Gottes-Lammes. Zweifelsohne scheint dies DIE Attraktion, die es hier zu sehen gibt; doch weshalb gerade dieses Kunstwerk, und welches geistliche Geheimnis förderte die aufwändige Restaurierung zutage?

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Der «Genter Altar» (Bild: Wikipedia)
Das Bild einer Ikone wird in der orthodoxen Kirche benutzt, damit man in Verbindung zu Gott treten kann. Lässt man beispielsweise eine Jesus-Ikone auf sich wirken, kann sie lebendig werden und wir kommen der Person dahinter näher; ein Dialog, ein Gebet kann daraus hervorgehen.

Genau diesen Effekt provoziert die Restaurierung dieses Altar-Werkes, und so können wir nun auch übers Internet ikonisch eintauchen.

Das Opfer-Lamm, der grosse Star

Faszination für das belgische Meisterwerk «Genter Altar» geht besonders von seiner fotografisch genauen Abbildung der Figuren und deren Umgebung aus. Und die Fülle aller biblischen Darstellungen, die er in sich vereint, ist opulent. Hier muss man sich Zeit nehmen, für die Betrachtung respektive Meditation von: Der Dreieinigkeit Gottes, Adam und Eva, Johannes dem Täufer und dem Evangelisten Johannes, dann noch der Taube des Heiligen Geistes, der Propheten Sacharja und Micha.

Und mittendrin steht die dominante Figur des Opfer-Lammes.

Zurück zum Auge Gottes

Dieses «Agnus Dei» aus der Offenbarung bewirkt wiederum denselben Effekt wie die Ikone. Es stellt die Beziehung zum Himmelvater, zum Schöpfergott her, indem das Opfer des Lammes die verstopfte, gestörte Verbindung reinigt.

Denn die übermalte Version des Originals zeigt genau diese Distanzierung, man hatte dem Lamm die Augen seitlich gemalt, was diesen direkten Blick verhindert und unpersönlich tierisch macht. Doch jetzt haben die Restaurateure wieder den ursprünglichen Kopf und somit dieses stückweit menschliche Gesicht des Lammes hervorgeholt, das einen direkt ansieht.

Unter diversen Farbschichten kam dies zum Vorschein. Ja, dieser Blick sticht einem direkt in die Augen, beziehungsweise ins Herz. Er sagt, dass dieses Lamm nicht irgendwie und irgendwo gestorben ist, sondern, dass es für Dich – den Betrachter – sein Leben gelassen hat; und damit ist es universell, es war für jeden einzelnen Menschenbürger geopfert.

Bewegter Altar, bewegte Geschichte

Gent ist die Stadt, in der Hubert und Jan Van Eyck minutiös ihr weltberühmtes Meisterwerk gepinselt hatten. 2020 wollte die Ortschaft ein besonderes Festjahr voller Events und Aktivitäten feiern, was nun die Virus-Krise blockiert; zumindest für das erste Halbjahr.

Der vielseitige «Genter Altar» mit Baujahr 1'432 bewegt. Er selber ist aber auch beweglich mit seinen Altar-Flügeln, Innen- und Aussenansicht und diversen Elementen. Es ist ein komplexes Werk. Gleichzeitig hat er eine bewegte Geschichte mit vielen Stationen hinter sich; wurde gestohlen, verkauft und immer wieder zurück in die Herkunfts-Stadt gebracht. Es war ein stets umkämpftes Gut, welches unter anderem Zwischenhalt bei den Nazis machte. Doch nun ist es an seinem Herkunftsort zurück, wo es ganze Menschenmassen begeistert.

Natur, die Super-Ikone

Kommen wir zurück zum Blick des Lammes beziehungsweise das Ikonische, welches uns in die Präsenz Gottes reinzieht. Dazu empfehle ich die interaktive Homepage von «artsandculture», die im Minimum Spielerisches und Forschungsmässiges anklingen lässt.

Andererseits kann die Beschäftigung mit dem berühmten Gemälde etwas Göttliches offenbaren, wie es oft auch im Erleben der Schöpfung, der atemberaubenden Natur passiert – beispielsweise beim aktuellen «Super-Mond». Es lässt staunen und weht einen Hauch der Kreativität Gottes zu uns.

In diesem Sinne wünsche ich eine berührende und erquickende Osterzeit; in der guten Stube, oder kurzzeitig auch im farbigen Frühlings-Erwachen!

Mehr Infos und Bilder:
visit.gent.be

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Datum: 08.04.2020
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet

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