Den Job fürs Leben gefunden

Sprachen, Theologie und eine grosse Leidenschaft

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Cla Gleiser (Bild: zVg)
Mit analytischem Denken und viel Kreativität macht Cla Gleiser Menschen unterschiedlichste Sachverhalte verständlich. Um seinen Traumjob zu finden, brauchte er jedoch ein paar Anläufe.

Cla Gleiser (52) ist seit 26 Jahren mit Eva verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Thalwil am Zürichsee. Hier wurde er geboren und verbrachte sein ganzes Leben in der Region. Was ihn ebenfalls schon sein ganzes Leben begleitet, ist seine Begeisterung fürs Zeichnen und für Sprachen.

Zeichnen, Sprachwissenschaft und Theologie

«Ich habe immer schon gezeichnet», blickt Cla auf sein Leben zurück. «Dass Kinder gerne zeichnen ist normal. Gott sei Dank habe ich nie damit aufgehört.» Dass er das Zeichnen einmal zum Beruf machen würde, lag aber erst einmal ausserhalb seiner Vorstellung.

Nach der Matur studierte Cla erst einmal englische und deutsche Sprachwissenschaft an der Uni. «Sprache ist meine zweite Leidenschaft und ich träumte davon, diese zu unterrichten.» Um das Lehrerpatent für die Mittelschule zu machen, musste er sich neun Monate in einem englischsprachigen Gebiet aufhalten. So arbeitete er als Volontär an einer christlichen Sprachschule in Wales. Dass sein geistliches Leben während dieser Zeit in neue Bahnen gelenkt wurde, hatte Auswirkungen auf sein ganzes Leben. Nach seiner Rückkehr rang Cla sich zum Abschluss seines Uni-Studiums durch, bevor er am IGW Theologie studierte, um später als Pastor zu arbeiten.

Freiberuflicher Illustrator

Auf der Suche nach einem Teilzeitjob, um neben dem Theologiestudium Geld zu verdienen, war Cla nicht erfolgreich. Schliesslich ermutigte ihn sein Studienleiter, sich als Illustrator selbstständig zu machen. Er versorgte Cla auch mit vielen praktischen Tipps und Hilfestellungen für den Schritt in die Freiberuflichkeit. Dieser Schritt war eine wichtige Weichenstellung fürs weitere Leben.

«Ich stellte eine Mappe mit Zeichnungen zusammen und erhielt bald erste Aufträge.» Zunehmend wurden Leute auf seine Arbeit aufmerksam und so kam seine selbstständige Tätigkeit in Fahrt. Während des Theologiestudiums stellte Cla fest, dass er nicht ins gängige Verständnis eines Pastors passte. «Ich merkte, dass ich diese Rolle unmöglich erfüllen könnte. Das passte einfach nicht zu mir.»

Illustration und Kommunikation kommen zusammen

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Illustration zur Rega Partnerschaft (Bild: verstaendlich.ch)
Nach Abschluss des Studiums wurde Cla eine Stelle als IGW-Studienleiter angeboten. «In unterschiedlichen Aufgaben arbeitete ich zehn Jahre für IGW und baute daneben meine Freiberuflichkeit weiter aus.» Anfänglich arbeitete er einfach als Illustrator, doch dann merkte er, dass sein tiefstes Anliegen die Kommunikation war.

«Für mich war es ein Schlüsselmoment, als ich realisierte, dass ich meine Aufgaben des Illustrators und des Kommunikators verbinden musste.» In dieser Zeit war Cla oft als Prediger unterwegs und unterstrich dabei seine Botschaft mit einprägsamen Bildern. In derselben Zeit unterstützte er die Kommunikationsabteilung eines Krankenhauses. «Dabei arbeitete ich immer mit zwei Tools: Illustration und Text.»

Seit Cla 2013 bei IGW aufhörte, arbeitet er 100 Prozent freiberuflich. Da Illustrationen heute in Mode sind und Cla viele entsprechende Aufträge erhält, verzichtet er inzwischen auf rein textliche Aufträge. Als einzige Ausnahme war er als Texter bei den letzten drei Bühnenprogrammen von Peter Wild beteiligt.

Von Globi bis zu Erklärvideos im medizinischen Sektor

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Illustration von Globi (Bild: verstaendlich.ch)
Ein Meilenstein war das Zeichnen von mehreren Globi Büchern, bei welchen Cla mitwirkte. Heute besteht eine von Clas Haupttätigkeiten in Illustrationen für Firmen. Leitbilder, Prozesse und Produkte werden durch Bilder verständlicher gemacht. Besonders gerne nimmt Cla Aufträge für Erklärvideos an. «In letzter Zeit erstelle ich oft solche Videos für den medizinischen Sektor.»

Bevor er einen Sachverhalt verständlich machen kann, muss er ihn selbst verstanden haben. «Ich habe eine kindliche Neugier. Inhaltlich interessiert mich eigentlich alles.» Dieser Wissensdurst kommt ihm entgegen und spornt ihn an, Neues zu lernen. Es entspricht seinem Naturell, das Gegenüber zu verstehen. So hört er hin, stellt Fragen und drückt die Inhalte dann verständlich aus – durch Illustration und Text.

Es wird nie langweilig

«Es begeistert mich an meiner Arbeit, dass immer etwas Neues kommt. Es geht immer weiter.» Cla ist froh, nie an den Punkt gekommen zu sein, an dem er nur immer dasselbe macht. Nachdem er viele Jahre Illustrationen in schwarz/weiss machte, begann er vor ein paar Jahren mit Farbillustrationen. «Es kommen laufend neue Menschen auf mich zu, mit anderen Ansprüchen und neuen Themen. So öffnet sich immer Neues für mich.»

Zum Experimentieren wartet Cla aber nicht auf ausgefallene Aufträge. «Ich zeichne viel für mich selbst, versuche Neues und mache bewusst auch Fehler. Das hält mich beweglich.» Kreativitätsmüdigkeit kennt Cla nicht. «Für mich ist Kreativität eine endlose Ressource.» Selbst wenn er schon die Erfahrung machte, dass bei emotionaler Belastung die kreative Energie etwas nachlässt, so kam diese doch immer schnell wieder zurück. Es ist klar: Als Illustrator und Kommunikator ist Cla in seinem Element.

Zur Website von Cla Gleiser:
verstaendlich.ch

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Datum: 13.06.2022
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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