Livestream-Gebetstreffen

«Der Himmel ist offen»

In einer Zeit, in der sich wegen Corona nur wenige Menschen an einem Ort treffen können, war «Gemeinsam vor Pfingsten» ein mediales Ereignis, welches das Miteinander der Christen demonstrierte.

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Dr. Johannes Hartl, Frauke Teichen und Pater Johannes Chavanne im Zinsterzienserkloster Heiligenkreuz (Bild: Screenshot Youtube)
«Deutschland betet gemeinsam trotz sozialer Distanz, denn Jesus ist die personifizierte Relevanz.» – So formulierte es das Münchner Rapper-Duo O'Bros in ihrem Beitrag.

Die bunte christliche Welt

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Screenshot «Gemeinsam vor Pfingsten»
Wie ein Gang durch die christliche Welt präsentierte sich die Veranstaltung am Abend des 28. Mai, die via Livestream und von den Fernsehsendern Bibel-TV und EWTN sowie den katholischen Radiosendern Radio Horeb und Radio Maria übertragen wurde. Nach Schätzungen der Veranstalter waren 100'000 Endgeräte (Livestream, Fernsehen oder Radio) eingeschaltet. Eingeladen hatte ein breites Netz von Kirchen- und Gemeindevertretern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Inmitten einer Zeit der Erschütterung

Kerngedanke der Veranstaltung, so wurde es auf der Internetseite kommuniziert: «Ein neuer Spirit: wir beten um Gottes guten Geist inmitten einer Zeit der Erschütterung». So war in den Beiträgen immer wieder die Bitte «Komm Heiliger Geist» zu hören: in alten und neueren Kirchenliedern, im Tanz, christlichem Pop, in Musikvideos und Rapp, aber auch in jahrhundertealten Gesängen und in zahllosen Gebeten.

Im Schweizer Dorf Flüeli Ranft, dem Wirkungsort von Bruder Klaus, beteten Christen: «Grosser Gott, lieber Vater, wir bitten, dass du den Geist aussendest und ausschüttest über Deutschland, über Österreich und der Schweiz und neues Leben in unseren Kirchen schenkst.»

Der Heilige Geist ist Gott

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Musikalischer Beitrag bei «Gemeinsam vor Pfingsten»
Innerer Leitfaden war der alte Hymnus «Veni creatur spiritus» der Anfang des neunten Jahrhunderts entstand. Darin kommt zum Ausdruck, dass der Heilige Geist nicht nur vom himmlischen Vater, sondern auch von Jesus ausgeht und selbst Gott ist. So waren die vielen gesprochenen oder gesungenen Bitten um den Heiligen Geist gleichsam ein ausgerollter Teppich für den Geist Gottes und sein Wirken.

Gewänder und Jeans

In den 90 Minuten wurden Beiträge aus dreissig verschiedene Orten, sei es live oder mittels Aufnahmen, eingespielt. Darunter die Frauenkirche in Dresden, die Michaelskirche Fulda, die Stiftskirche Stuttgart, die Votivkirche Wien, das Schweizer Kloster Einsiedeln oder das Grossmünster Zürich bis hin zu jüngeren Gemeinden wie der Braunschweiger Friedenskirche und der jungen Gemeinde Urban Life Church aus Ludwigsburg.

Das Bild der Mitwirkenden war denkbar bunt, vielgestaltig und abwechslungsreich: jung und alt, traditionell und modern, Kirchenvertreter (wie Bischöfe und Ordensleute) genauso wie «normale» Gemeindemitglieder, also sowohl Gewänder als auch Jeans.

Liebe und Respekt

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Johannes Hartl
Für Dr. Johannes Hartl vom Gebetshaus Augsburg war es «ein Zusammenkommen in Liebe, Respekt und gegenseitigen Wahrnehmen der Unterschiedlichkeit». Gemeinsam mit Frauke Teichen (ICF München) und Pater Johannes Paul Chavanne vom Zisterzienserkloster Heiligenkreuz (Nähe von Wien), dem Ort der Hauptübertragung, moderierte er die Gebetsversammlung.

Pater Johannes Paul betonte, die Vielfalt der Orte und Stile sei keine Show. Zu erleben sei das Christentum in fast allen Facetten. «Da gibt es manches, was uns auch trennt. Das muss man ganz offen sagen, aber vielmehr, was uns verbindet.», so der Zisterziensermönch.

Gebet für gesellschaftliche Erneuerung

Bei der Bitte um den Heiligen Geist blieb es nicht. Viele Mitwirkende sprachen auch gesellschaftliche und soziale Probleme an. Darunter auch der evangelische Pfarrer Alexander Garth aus der Stadtkirche Wittenberg, der Anhänger von Verschwörungstheorien und extremistischen Überzeugungen erwähnte.

Er hob hervor, dass vom Pfingstfest Hoffnung ausgeht: «Seit 2000 Jahren leben wir unter einem geöffneten Himmel. Pfingsten war gestern und Pfingsten ist heute.». In vielen Beiträgen war da die Bitte um ein Eingreifen Gottes, aber auch die Aufforderung zu hören, dass sich Christen von Gott zum Guten gebrauchen lassen.

Die Gebetsveranstaltung knüpfte an «Deutschland betet gemeinsam» am 8. April an (Livenet berichtete). An ihr nahmen nach Angaben der Initiatoren schätzungsweise eine halbe Million Menschen teil.

Zur Webseite:
Gemeinsam vor Pfingsten

Hier können Sie den Livestream nachschauen, falls Sie ihn verpasst haben:

Zum Thema:
Livestream-Gebetsversammlung: Heute Abend: In einer Zeit der Erschütterung zusammen beten
deutschlandbetetgemeinsam.de: 90 Minuten Gebets-Livestream
«Betet, freie Schweizer!»: Christen vereint im Gebet

Datum: 29.05.2020
Autor: Norbert Abt
Quelle: Livenet

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