Gemeinden gründen

Wer springt ins Wasser?

Von der Gesellschaft sondern sich mehr und mehr Gruppen ab und gehen eigene Wege. Christen nehmen dies kaum wahr , findet Fluri Bärtsch. Wer springt in die Subkultur und müht sich ab, dass Jesus Christus auch in ihr bekannt wird?

Die eine Gesellschaft gibt es nicht mehr; sie fächert sich unübersehbar auf. Neben und unter der Mehrheit, die in den grossen Medien dargestellt ist, leben immer mehr Subkulturen, die zunehmend eigenen Werten und Weltbildern verpflichtet sind und sich gegen aussen abschliessen.

Zugewanderte und Einheimische

Die Zuwanderung vieler zehntausend Menschen, denen Westeuropa und seine Geschichte fremd war, trägt dazu bei, doch auch manche Einheimischen leben sozusagen in ‚Stämmen‘; sie pflegen Kontakt vor allem zu Gleichgesinnten oder jenen mit demselben Hobby. Die Kirche mag im Dorf oder Stadtquartier stehen, die Freikirche Anlässe durchführen – aber sie gehen nicht hin.

Subkulturen überall

Für den Evangelisten Fluri Bärtsch ergibt sich in der Postmoderne die Herausforderung, dass Christen in die Subkulturen gehen und dort Jesus Christus vorstellen, auch Gemeinden gründen. „Früher kamen die Leute zur Kirche, heute muss die Kirche zu den Leuten gehen. Die herkömmliche Komm-Struktur der Kirchen genügt nicht mehr.“ Nur wenn der Sprung in die Sondergruppe und Subkultur gelingt, wird die Gute Nachricht von Jesus im Horizont, in dem die Leute leben, verständlich.

Erlahmter Eifer zur Gemeindegründung…

Bärtsch stellt jedoch fest, dass der Wunsch, Gemeinden zu gründen, in der Schweiz seit den 1980er Jahren nachgelassen hat. Impulstage wie der mit Floyd McClung im Juni 2007 regen an, lösen aber – bisher jedenfalls – nicht viel aus. Der Wille, die Herausforderung anzugehen und dranzubleiben, mangelt. Dazu beigetragen hat laut Bärtsch auch, dass die im Blick auf 2000 aufgegleisten Gemeindegründungsinitiativen (DAWN) in Europa nicht die erhoffte Wirkung zeitigten. „Ein gemeinsames Ziel löst Glauben aus, doch die DAWN-Initiative griff in den deutschsprechenden Nationen nicht wirklich , im Unterschied zu anderen Ländern wie den Philippinen.“

…bei immer mehr Sonderszenen

Der Frust über harzige Anfänge und Misserfolge darf aber nicht davon ablenken, „dass die Postmoderne in Europa laufend neue Gruppen schafft“. Gruppen, denen das Evangelium von Jesus eigens vorgelebt und angetragen werden will. In zehntausenden Städten Europas leben Menschen, die in ihrer Umgebung keine Gläubige mit einem einladenden Christsein wahrnehmen.

Wer springt ins Wasser?

Wer tut den Schritt, verlässt die vertraute Umgebung der Gemeinde und geht dahin, wo an Christus noch nicht geglaubt wird? Fluri Bärtsch wünscht sich Pioniere, die dies wagen. Für ganz Europa. Gruppen, die sich äusseren Einflüssen verschliessen, verändern das Gesicht des einst christlich genannten Kontinents. „Europa steht an einem Scheideweg. Wenn wir es nicht schaffen, in solchen Gruppen Gemeinden zu gründen, wird sich das Christentum in Europa mittelfristig auf Minderheiten zurückziehen.“

Fesseln fallen, Kids kippen

Das katholische Milieu vergangener Jahrhunderte, in dem die Leute kirchlichen Vorgaben gehorchten, gibt es nicht mehr. Fluri Bärtsch erlebt in der Innerschweiz, dass junge Leute, deren Eltern katholisch geprägt waren, auf einen extrem erlebnisorientierten, freizügigen Lebensstil verfallen. Söhne zugewanderter muslimischer Familien suchen ihren Weg; manche springen in eine andere Welt, die ihnen Freiheit verheisst, andere neigen extremen Gruppen zu.

Community

„Christen müssen die Grenze überschreiten“, sagt Bärtsch. Und bedauert, dass die allermeisten neuen Gemeinden namentlich ICF fast ausschliesslich Leute anziehen, die aus Kirchen kommen oder in ihrer Kindheit christlich geprägt wurden. Fluri und Anni Bärtsch sind letztes Jahr in die Agglomeration Zürich gezogen, um gesondert lebende Gruppen zu erreichen und dort „Communities zu pflanzen“.

Den neutralen Begriff „Community“ (Gemeinschaft) verwendet Bärtsch, um den Engführungen und Klischees zu entgehen, die mit anderen Begriffen verbunden sind. „Jesus lehrte nicht bloss, rief nicht nur zum Glauben und zu einem anderen Lebensstil, sondern schuf eine Community.“ Der Evangelist träumt von einer Bewegung, die Gemeindegründungsteams beruft, trainiert, sendet und vernetzt – Teams, die ihrerseits wiederum andere Teams ins Leben rufen und zurüsten, bis es zu einer neuen Bewegung von Gemeindgründungen in den postmodernen Gesellschaften Europas kommt.

Floyd McClung: „Wir brauchen eine organischere, dynamischere Sicht von Gemeinde“

Datum: 18.08.2008
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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