Offenheit im Nahen Osten

«Gott wird uns überraschen»

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Menschen in Ländern wie Irak, Jordanien und Libanon  stehen während des Lockdowns oft vor der Entscheidung: Sterben wir vor Hunger oder riskieren wir eine Infizierung? Doch inmitten des Chaos erleben Gemeinden grossen Zuwachs.

Irak, Libanon, Jordanien und Syrien sind alle sehr stark von der Corona-Pandemie und Lockdown-Massnahmen betroffen. Im Libanon wurde wenige Tage nach Lockerung der Massnahmen ein zweiter Lockdown verhängt, nachdem die Infektionszahlen erneut anstiegen. «Es gibt viele Menschen, die in den vergangenen zwei Monaten nicht arbeiten konnten; viele von ihnen haben keinerlei Hilfe erhalten», berichtet Jane (Name aus Sicherheitsgründen geändert), Mitarbeiterin des Gebetsdienstes «Cry Out Now», der mit Werken und Gemeinden im Nahen Osten arbeitet. Und wenn die Menschen vor der Entscheidung stehen, zu Hause vor Hunger zu sterben oder eine Ansteckung auf der Strasse zu riskieren, aber Essen mit nach Hause zu bringen, entscheiden sich viele für letzteres.

Fünfstündiges Gebetstreffen

Doch inmitten der Pandemie – und inmitten des Ramadan – besteht laut Jane grosse Offenheit für Jesus und den christlichen Glauben. «Ich möchte die Verzweiflung nicht klein reden, welche die Menschen erleben, aber gleichzeitig möchte ich erzählen, dass Jesus die Menschen in ihrer Verzweiflung trifft.» Jane berichtet, dass auch im Nahen Osten Online-Gottesdienste viel stärker «besucht» werden als die Kirchen vor Corona. Gebetstreffen in der gesamten Region vermehren sich und wachsen. «Ich kennen eine Gruppe, die jeden Tag fünf Stunden lang für Erweckung in einem der Nachbarländer betet.»

Zudem gibt es Menschengruppen, die in der Vergangenheit dem Bibelstudium gegenüber sehr verschlossen waren und «plötzlich sagen: 'Wir wollen sie studieren, wir wollen wissen, was Jesus sagt.' All das geschieht im Zusammenhang mit dem Ramadan.» Jane ist gespannt darauf, was aus der aktuellen Krise wachsen wird. «Gott wird uns überraschen mit der Ernte, die es in diesen vier Ländern geben wird, und er wird sehr kreative Wege nutzen, um sie zu erreichen.»

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Datum: 21.05.2020
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / Mission Network News

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