Hot Topics mit David Wöhrle

«Aus Überzeugung und nicht, weil es jemand von der Kanzel sagt»

Sex vor der Ehe, Suchtverhalten und fehlende Verbindlichkeit – diese Stichworte fallen bei der Jugendarbeit in der Gemeinde immer wieder. David Wöhrle, Gemeindeleiter der New Life Bern, stellte sich gegenüber Livenet den heissen Themen. 

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David Wöhrle
Die fehlende Verbindlichkeit sei in der Kirche wirklich ein Thema, bestätigt Wöhrle. Das betreffe aber nicht nur die Jugendlichen. «Es nimmt auch auf andere Generationen – wie meine – Einfluss», erklärt er gegenüber Livenet. Als Kirche seien sie deshalb herausgefordert, vermehrt über die Vision der Gemeinde zu arbeiten. «Es hilft niemand mehr einfach so mit, wenn er nicht die Vision dahinter sieht», meint der Pastor aus Erfahrung. 

Nicht nur Konsumenten

Es sei deshalb notwendig, die Vision den Jugendlichen so zu vermitteln, dass sie angesprochen werden. Wenn die Jugendlichen merken, sie gehören dazu, dann komme auch die Verbindlichkeit. Wöhrle betont: «Ein wichtiger Punkt ist, dass Jugendliche nicht nur Konsumenten sind, sondern auch mitgestalten dürfen.»

Andererseits wirke die New Life Church ganz konkret mit einem internen Jüngerschaftsprogramm dagegen, bei dem sich die Jugendlichen mit einem Vertrag für ein Jahr verpflichten. «Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht», freut sich Wöhrle. Lustigerweise würden viele von sich aus sagen, dass sie manchmal einen solchen «Schutt es Füdle» (Tritt in den Hintern) brauchen.

Miteinander unterwegs

Viele Jugendliche seien von verschiedensten Süchten geplagt – von Pornografie bis Social Media. «Hier versuchen wir, so gut es geht, – ob in Kleingruppen oder mit Einzelnen – unterwegs zu sein», berichtet der Gemeindeleiter. Dazu gehöre, nachzufragen, Mut zu machen und füreinander zu beten. «Nicht von oben herab, sondern im Sinn von einer Beziehung, in der man einander hilft», stellt er klar.

Offener Austausch

David Wöhrle findet es wichtig, offen über Themen wie Sex vor der Ehe, Pornografie oder Selbstbefriedigung zu sprechen. Gerade bei der Jugend gestalten sie als Gemeinde immer wieder Themenabende dazu. Er merkt an: «Die Frage ist, wie man darüber redet.»

Ein guter Weg seien gemeinsame Diskussionsrunden, in denen man miteinander an eine Bibelstelle herangeht und auch wirklich Fragen stellen kann. «Und nicht einfach: Wir sagen und ihr macht. Das ist heute ein wichtiger Punkt, weil man so verunsichert ist», meint der Pastor. Auf Youtube finde man mittlerweile alles. «Ein Theologe sagt, es ist alles easy, ein anderer sagt, es ist alles nicht ok.»

«Hier sollen wir umso mehr miteinander die Bibel durchforschen, damit die Jugendlichen aus Überzeugung ihren Weg gehen und nicht, weil es jemand von der Kanzel aus sagt», fügt er an. Das funktioniere heute nur noch in den seltensten Fällen. «Als Kirchen sollen wir einen guten Rahmen schaffen, dass die Jugendlichen einen Ort haben, wo sie über diese Sachen reden können.» Gerade bei einer Generation, die nicht mehr so nahe an der Bibel ist, solle man miteinander anschauen, was die Bibel zu solchen Themen sagt.

Zum Video-Interview:

 

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Datum: 21.07.2019
Autor: Annina Morel
Quelle: Livenet

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