Schwierigkeiten überwinden

Die positive Kraft des Dankens

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Lena, 25, erlebte immer wieder Zeiten, in denen sie sich allein und überfordert fühlte. Alles schien auf sie einzustürzen. Einmal erzählte sie einer Frau aus der Kirche nach dem Gottesdienst ihre schwierige Situation. Der Tipp, den sie erhielt, mag auf den ersten Blick überraschen: «Versuch es doch einmal mit Danken.»

Zunächst fühlte sich Lena mit ihrer Situation von der Frau überhaupt nicht verstanden. Wie sollte und wie konnte sie dankbar sein, wenn sie sich derart schlecht und deprimiert fühlte? Trotzdem probierte sie es aus: Abends, vor dem Einschlafen, machte sie sich noch einmal bewusst, für was sie Grund zu «danken» hatte und sagte es Gott. Sie merkte, wie ihr das «Danken» in kurzer Zeit zu einer «lässigen Gewohnheit» wurde, die ihr richtig gut tat. «Heute ist mein Dank an Gott ein Teil meiner Einstellung zum Leben», sagt Lena.

Nicht Pflicht, sondern Power

Danken wirkt auf den ersten Blick vielleicht nicht cool, sondern eher altmodisch und bieder. Das ändert aber nichts daran, dass Danken Kraft hat und dem, der dankt, auch Kraft gibt.
 
Wer «Danken» als etwas ansieht, was zum guten Ton gehört oder nur als eine Pflicht, der unterschätzt die Kraft, die davon ausgeht ganz gewaltig! Warum aber ist «Danken» so wichtig und so wirkungsvoll?

Ein Wechsel der Perspektive

Danken verändert den Blick auf das Leben. Ausgangspunkt sind dann nicht mehr nur Probleme, eigene Mängel oder Sorgen. Wer dankt macht sich stattdessen bewusst, was er hat und was er an positiven Dingen erleben durfte.
 
Ein Mensch, der sich in Dankbarkeit übt, bekommt auch wieder einen dankbaren Blick für die Dinge, die sonst eher selbstverständlich sind: Dass man ein Dach über den Kopf und zu essen hat; dass man gesund ist; dass man eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle hat; dass die Eltern nach all’ den Jahren noch zusammen sind; dass man Freunde hat...
 
«Danken» bewahrt zudem vor Selbstüberschätzung. Wer dankt, macht sich bewusst, dass es über einem selbst und den eigenen Möglichkeiten noch ganz andere Dinge gibt: Nämlich das, was von anderen und von Gott kommt. «Danken» führt jemanden aus dem Ich-zentrierten Weltbild, um nicht zu sagen aus dem Ich-Gefängnis, heraus.
 
«Danken» ist also eine Lebenseinstellung, eine Haltung zum Leben und zu dem, was einem begegnet, was man erlebt oder was einem gegeben wird.

In jeder Situation danken

Der christliche Lehrer Paulus hielt die Christen seiner Zeit immer wieder zum Danken an. In einem Brief an die Christen in Thessaloniki schrieb er: «Dankt Gott in jeder Lage! Das ist es, was er von euch will und was er euch durch Jesus Christus möglich gemacht hat.» (Die Bibel, Erster Thessalonicherbrief, Kapitel 5, Vers 18).

Egoisten sollten dankbar sein

Auch wenn es den Sinn des Dankes fast auf den Kopf stellen mag, müsste jeder also schon aus ganz egoistischen Gründen dankbar sein. Denn, wer dankt, dem geht es tatsächlich besser. Wer dankt, schützt sich gegen Isolation und Resignation. Danken gibt zudem Hoffnung und neue Kraft.
 
Der christliche Philosoph Søren Kierkegaard drückte es einmal so aus: «Das Gebet ändert nicht Gott, sondern den Betenden.» Das gilt auch für das Dankgebet.


Gott kennenlernen


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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