Rätsel am Nachthimmel

Wie konnten Sterne am vierten Tag gesehen werden?

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Aufnahme des Sternentstehungsgebiets NGC 3324 im Carinanebel (Bild: NASA / Wikipedia)
Der nächste Stern ist vier Lichtjahre von der Erde entfernt. Wie konnten also bereits am vierten Schöpfungstag die Sterne betrachtet werden? Eine packende Spurensuche am Firmament…

Bis das Licht von der Sonne auf die Erde trifft, verstreichen acht Minuten. Und das Licht, das vom erdnächsten Stern Proxima Centauri zu uns kommt, ist bereits satte vier Jahre alt. Peter Trüb, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Sternenkenner bei «Wort und Wissen»: «Zum Ende der Schöpfungswoche wäre der Himmel nachts also noch weitgehend dunkel gewesen.»

Wie aber konnten die Sterne dennoch bereits gesehen werden? Auf den ersten Blick scheint die Antwort auf die Frage simpel: Gott hat auch das Licht geschaffen und wir sehen es. Doch nun kommt der Haken: Bei einem jungen Universum würden wir somit zahlreiche Ereignisse (Explosionen von Sternen, Kollisionen von Galaxien und so weiter) beobachten, die es gar nie gegeben hat, da sie – Aufgrund der Entfernung in Lichtjahren – älter als das Universum wären.

Göttliches Firmament-Kino – Ereignisse, die es nie gab?

Ein Beispiel: die Supernovae 1987A. «Diese äusserst spektakuläre Explosion eines Sterns, die im Jahre 1987 beobachtet wurde, ereignete sich in einer Entfernung von 168'000 Lichtjahren – somit wäre ein etwa gleichaltriger Prozess zu beobachten. Wir würden somit immer noch das geschaffene Licht sehen und nicht das wirkliche Ereignis, denn beim biblischen Erd-Alter von rund 6'500 Jahren würde das wirklich vom Sternüberrest eintreffende Licht erst im Jahr 161'500 zu sehen sein.»

Die Supernovae 1987A hätte also gar nie stattgefunden – wir hätten bloss einen inszenierten Blockbuster (im wahrsten Sinne des Wortes) am Firmament gesehen.

Überhaupt hätten in diesem Falle die meisten Stern-Explosionen und Crashs der Galaxien nie stattgefunden, weil das Licht ja länger als 6'550 Jahre unterwegs gewesen wäre. Wir hätten «nur» das geschaffene Licht gesehen, das direkte Licht hätte uns noch nicht erreicht. Peter Trüb: «Ereignisse vorzutäuschen, die nie stattgefunden haben, entspricht nicht Gottes Charakter.»

Sechs Theorien

In den letzten Jahren wurden verschiedene Lösungsvorschläge ausgearbeitet, erklärt Trüb. Konkret handelt es sich um diese sechs:

  1. Gott erschafft Sterne und Sternenlicht gleichzeitig.

  2. Lichtkegel-Gleichzeitigkeit: Der Schöpfungsbericht verwendet eine spezielle Definition von Gleichzeitigkeit. Die Lichtgeschwindigkeit nimmt je nach Ausbreitungsrichtung verschiedene Werte an. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht, welches sich auf den Beobachter zubewegt, wird unendlich gross, während sich vom Beobachter wegbewegendes Licht nur mit halber Lichtgeschwindigkeit ausbreitet.

  3. Zeitraffer-Schöpfung: Gott hat während der Schöpfungswoche viele Prozesse schneller als gewöhnlich ablaufen lassen.

  4. Die Lichtgeschwindigkeit könnte früher grösser gewesen sein. Dann aber müssten sich andere Naturkonstanten ebenfalls verändert haben.

  5. Verlangsamte Zeit: Wegen der Gravitation gehen Uhren und auch andere Prozesse langsamer. Dieser Effekt dürfte aber nicht ausreichen, um das Problem zu lösen.

  6. 5D-Kosmologie. Neben Länge, Höhe, Breite und Zeit kommt noch eine fünfte Dimension dazu – diese Theorie hat aber theoretische Mängel.

«Die drei ersten Lösungsvorschläge dürften die wahrscheinlichsten sein. Das heisst nicht, dass Gott es so gemacht haben muss, aber es sind Möglichkeiten», so Peter Trüb.

«Die Bibel verwendet eine natürliche, zu allen Zeiten verständliche Sprache. Das würde für den zweiten Vorschlag sprechen. Der dritte Vorschlag stützt sich auf den Bibeltext zum dritten Schöpfungstag. Im Hebräischen heisst es dort, dass die Pflanzen ‘hervorsprossen’. Gott sprach und sie sprossen aus der Erde hervor. Er schuf sie nicht aus dem Nichts. So könnte es auch bei den Sternen am vierten Tag gewesen sein.» Auf jeden Fall legt der Schöpfungsbericht nahe, dass Adam die Sterne so sah, wie wir sie heute sehen.

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Datum: 08.08.2022
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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