Verändert

Abdul, der Brandstifter

Zoom
Ein treuer Muslim, vorbildhafter Ehemann und Vater – trotzdem war Abdul Abbasi nicht mit seinem Leben zufrieden. Und dann waren da diese Christen, die immer lächelten; am liebsten wollte Abdul jede Kirche Ägyptens eigenhändig abfackeln…

Eigentlich war Abdul Abbasi ein ganz normaler Ägypter, Mitte 20, verheiratet mit einem Sohn, auf Arbeitssuche. Und auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben. Seine Familie war in Ägypten berühmt – weil sie regelmässig Kirchen in Brand setzte. «Jihad ist für wahre Muslime der einzige direkte Weg, um dem Prophet Mohammed zu folgen. Es ist unsere Rettung und der Grund unserer Existenz», erklärt Abdul den Fanatismus, mit dem er aufwuchs. «Christen verdienen nichts anderes als den Tod für ihre falsche Religion.»

Obwohl Abdul diesem Sinn des Lebens nachging, war er trotzdem voller Fragen, die ihn zermürbten – psychisch und körperlich. Er litt unter fürchterlichen Bauchschmerzen und kein Arzt fand den Grund dafür heraus. Er hatte bereits einen Termin für eine exploratorische Operation, obwohl er eigentlich gar kein Geld dafür hatte. «Ich war ständig besorgt, rauchte zu viel, war immer wütend, nachts ruhelos und unzufrieden mit dem Leben.»

Die Begegnung

Eines sonntags lief er nachdenklich durch seine Stadt al-Minya und bemerkte einen Mann, der aus einer Kirche kam. Abdul blieb stehen – gab es denn immer noch Kirchen in Ägypten? Wann würde auch diese Kirche abgebrannt werden? Der Mann – sein Name war Hani – kam auf Abdul zu und fragte, ob er ihm helfen konnte, lief dann aber weiter. «Hanis Gesicht strahlte Freude aus und ich spürte, dass er Hoffnung hatte. Ich erinnere mich, wie ich dachte: 'Warum lächeln diese Christen immer? Davon wird mir schlecht…'»

Plötzlich schoss ihm der Gedanke durch den Kopf: Vielleicht war das der Grund seiner Bauchschmerzen? Hatte die Krankheit etwas mit der Religion zu tun? Das konnte doch gar nicht sein… Es ärgerte ihn, dass Christen immer so glücklich waren, während er sich miserabel fühlte. «Ich entschied mich in dem Moment, das Unvorstellbare zu tun: Ich entschloss mich, in die Kirche zu gehen und zu schauen, ob ich 'die Bibel der Christen' finde.» Er war sich zwar sicher, dass sie voller Fehler und Rätsel war, dachte aber, dass er so vielleicht diese Gedanken loswürde.

Heimliche Bibellese auf dem Klo

Und so ging Abdul in die Kirche, wurde dort freundlich empfangen und erhielt tatsächlich ohne weitere Fragen eine Bibel. «Meine geistliche Reise wurde an dem Tag beschleunigt. Ich begann mit den Evangelien und konnte sie nicht ablegen. Mich schockierte, dass ich das Bibellesen nicht nur genoss, sondern gar nicht mehr aufhören wollte…» Er tat das heimlich, mitten in der Nacht im Badezimmer, damit weder seine Frau noch seine Familie davon etwas mitbekamen. «Mich erfüllte ein Hunger nach der Wahrheit…»

Das Buch verändert

Nach einigen Wochen ging er zurück in die Kirche. «Ich musste zurückgehen und herausfinden, warum sich alles in meinem Leben verändert hatte, seit ich das Buch bekommen hatte.» Denn an dem Tag, an dem er begann, die Bibel zu lesen, hörten seine Magenprobleme vollständig auf – und sie kamen nicht wieder. In der Kirche empfing ihn Hani – ein Gemeindegründer in Ägypten. «Er erklärte mir das Rettungsangebot von Jesus und ich nahm es bereitwillig an. Ich betete um Vergebung meiner Sünden und nahm Jesus an.»

Mittlerweile sind bereits ein paar Jahre vergangen. Heute sind auch Abduls Frau und sein Sohn Christen. Seine Familie nicht – sein Vater möchte weiterhin Kirchen abfackeln. Doch Abdul hat die Hoffnung, dass auch er bald Jesus kennenlernen wird.

Zum Thema:
Den kennenlernen, um den es in der Bibel geht
Im Nahen Osten: Sie wollten die Kirche abfackeln – doch Jesus selbst hielt sie davon ab…
Das Feuer hielt inne: Ein Wunder im Haus des Imams
«Meine Tochter, folge mir!»: Sie wollte sich als Selbstmord-Attentäterin in die Luft sprengen

Datum: 21.01.2020
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Jesus.ch / Uncharted Ministries

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige

RATGEBER

Zwischen jetzt und Ewigkeit Das Leben leben mit Blick auf den Tod
Der Tod ist schrecklich endgültig. Deshalb begegnen ihm etliche mit Galgenhumor. Die meisten...