Fake News oder nicht?

Gerade jetzt hochaktuell: Gerüchten keine Chance geben

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«Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten» – so heisst es ganz altmodisch in den Zehn Geboten. Doch gerade jetzt ist dieses neunte Gebot besonders ernstzunehmen und hochaktuell. Wir haben uns Gedanken gemacht, was dahinter steckt...

Seit fast dreitausend Jahren gibt es die Zehn Gebote und einige davon beeinflussen bis heute unser allgemeines Wertesystem. Doch wie sieht es mit dem neunten Gebot aus? «Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten.» Was ist damit gemeint? Und was bedeutet das für uns heute?

Das neunte Gebot früher und heute

Im alten Hebräischen Rechtssystem brauchte man zwei oder drei Zeugen, um eine Klage im Zivil- oder Strafrecht durchsetzen zu können. Wer während eines Prozesses unter Eid eine Falschaussage machte, konnte einen Unschuldigen zugrunde richten oder das Urteil für einen Schuldigen begünstigen. Das Rechtssystem war also angewiesen auf korrekte Aussagen. Doch das neunte Gebot bezog sich schon damals nicht nur auf die Situation vor Gericht. «Falsch Zeugnis ablegen» betrifft auch den ganz normalen Alltag und bedeutet nichts anderes als Verleumdung, Rufmord oder Fake News.

Wie Falschaussagen einzuordnen sind

Menschen lieben Klatsch und Tratsch und sind sich oft gar nicht so bewusst, was Gerüchte und falsche Aussagen anrichten können. Rufmord, Verschwörungstheorien, falsche Behauptungen, Beschuldigungen, Verleumdungen und Vermutungen beeinflussen uns und unsere Haltung, selbst dann noch, wenn sie sich als unwahr herausstellen. Falschaussagen können ehrbare Leute zu Fall bringen, Beziehungen zerstören und sogar demokratische Wahlen beeinflussen. Falschaussagen vernichten, zerstören und verwirren.

Interessant ist, dass das griechische Wort für «Teufel» zu deutsch nichts anderes bedeutet als der Durcheinanderwerfer, Verwirrer, Faktenverdreher oder Verleumder. Der Duden beschreibt «verleumden» unter anderem mit den Worten: jemandem etwas andichten, die Ehre abschneiden, unterstellen, verlästern, verunglimpfen, diffarmieren, diskreditieren... In diesem Zusammenhang wird es plötzlich logisch, dass es die Warnung vor der Falschaussage in die Zehn Gebote geschafft hat.

Das neunte Gebot ernst nehmen

Wie nie zuvor haben wir es heutzutage mit Fake News und Gerüchten zu tun, die sich über die neuen Medien blitzschnell verbreiten. Das neunte Gebot ist also tatsächlich auch heute noch hochaktuell und ernst zu nehmen, ganz gleich ob man an Gott glaubt oder nicht.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie durch leichtfertige Worte und Posts verwirren und zerstören können. Denken Sie daran, dass Ihre eigene Glaubwürdigkeit zudem unter Falschaussagen leidet. Prüfen Sie Aussagen, brisante Details und Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt, bevor Sie diese weiterverbreiten. Und überlegen Sie sich gut: Nützt das irgendwem oder schadet es eher? Sie haben es wirklich nicht nötig, sich mit reisserischen Themen interessant zu machen.

Zum Thema:
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Datum: 08.05.2017
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

Kommentare

Wie wahr. Vielfach ist es so, dass Gerüchte oder "Fakten" mit einer bestimmten Absicht in Umlauf gebracht werden, die dem Adressaten (oder anderen, die es aufschnappen) gar nicht bekannt ist. Die Weiterverbreiter spielen so ein Spiel mit, das nicht das ihre ist und das sie gar nicht spielen würden, wenn sie die Zusammenhänge kennten. Und da jede Information nur ein Teil der ganzen Wahrheit ist, ist Verzerrung praktisch vorprogrammiert. Oder man gräbt alte Geschichten aus, die zehn Jahre oder länger zurückliegen und bedenkt nicht, dass sich die betreffende Person in der Zwischenzeit weiterentwickelt haben könnte.

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