Noch warten viele Christen auf eine Bibel

Bibelgesellschaften: Steigende Nachfrage durch mehr Christen

Stuttgart - Was können die Bibelgesellschaften in den reichen Ländern tun, damit sich mehr Menschen in der ärmeren Welt eine Bibel leisten können? Darum ging es bei einem Treffen von 15 nationalen Bibelgesellschaften vom 9. bis 11. Juli in Stuttgart. Es handelte sich um eine Tagung der sogenannten Geber-Gesellschaften, mit deren Hilfe weltweit Bibelprojekte realisiert werden. Neil Crosbie, seit Januar Generalsekretär des Weltbundes der Bibelgesellschaften (United Bible Societies /UBS), erläuterte vor Journalisten die aktuellen Herausforderungen. "Wir wollen durch Übersetzung, Herstellung und Verbreitung biblischer Schriften allen Menschen die Begegnung mit Jesus Christus zu ermöglichen", sagte Crosbie. Die Verkündigung des Evangeliums in einer weitgehend säkularisierten, nach-christlichen Welt bezeichnete er als "enorme Herausforderung".

Der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Jan-A. Bühner, verwies auf das geplante Jahr der Bibel 2003. Dort gelte es auch Menschen zu erreichen, die bisher nichts von der Bibel wissen. Das Jahr der Bibel wird in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich von Kirchen und christlichen Werken veranstaltet.

Der Weltbund ist eine Organisation aus derzeit 138 nationalen Bibelgesellschaften. Von diesen sind etwa 20 bis 25 in der Lage, die übrigen Mitglieder mit Spenden zu unterstützen: Alljährlich sammeln die wohlhabenden Bibelgesellschaften wie die Englands, der Bundesrepublik und der USA insgesamt zwischen 40 und 50 Millionen US-Dollar, mit denen Vorhaben in armen Staaten der Erde finanziert werden. Die Deutsche Bibelgesellschaft trug im vergangenen Jahr mit rund sechs Millionen Dollar zum UBS-Etat bei.

Noch immer könnten sich viele Christen keine eigene Bibel leisten, räumte Crosbie ein. Angesichts einer rasch wachsenden Zahl von Gläubigen in Lateinamerika, Asien, Afrika und Osteuropa gebe es "mehr Träume und Ideen, als Geld, die für deren Verwirklichung notwendig wären". Es gelte daher, vorhandene Mittel möglichst effektiv einzusetzen, so Crosbie. Kreativität und Motivation seien dafür unerlässlich. So könnten Bibelgesellschaften in Ländern, die bisher vollständig auf Spendengelder angewiesen seien, dazu ermutigt werden, eigene finanziellen Ressourcen zu erschließen. Als Beispiel nannte Crosbie Ägypten, wo die Mitarbeiter der Bibelgesellschaft neuerdings mit großem Erfolg von Tür zu Tür gingen, um Geld zu sammeln.

In einer sich rasch wandelnden Welt ändern sich auch die Bedingungen für die bibelgesellschaftliche Arbeit: An erster Stelle steht nach wie vor das Anliegen, allen Menschen die Bibel in ihrer Sprache zugänglich zu machen. Zurzeit sind es rund 800 Übersetzungs-Projekte, an denen die UBS beteiligt ist. In den letzten Jahren sind aber auch neue Bereiche, wie Alphabetisierungsprogramme für Analphabeten hinzugekommen. Auch moderne Technologien wie das Internet und Computerbibeln spielen eine immer größere Rolle.

Als grundlegenden Gesichtspunkt im Selbstverständnis des Weltbunds bezeichnete Crosbie den interkonfessionellen Gedanken: "Eine der Hauptaufgaben der Bibelgesellschaften ist die Kooperation mit allen Kirchen und christlichen Organisationen", so Crosbie. "Innerhalb der Bibelgesellschaften wird eine Vielfalt an religiösen Traditionen erkennbar. Die jeweiligen kirchlichen Hintergründe mögen unterschiedlich sein, unser gemeinsames Ziel ist es, die Botschaft der Bibel in die Welt hineinzutragen."
Ein weiterer Aspekt ist die Zusammenarbeit mit humanitären Einrichtungen. Der Weltbund beteiligt sich an zahlreichen Programmen, die materielle Hilfe und Seelsorge verbinden. Beispielhaft dafür ist das Projekt "Pan de Vida" (Brot des Lebens), bei dem arme peruanische Kinder mit einem Frühstück versorgt werden und eine Schule besuchen können.

Quelle: Deutsche Bibelgesellschaft

Datum: 15.07.2002

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