Freunde in der Bibel

Bibel mal anders entdecken: Werde FreundIn von Esther, Josef, Ruth oder vom verlorenen Sohn.

Mein Freund hüpft über die Hügel und springt über die Berge.

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Eine Reise durch die Bibel, auf der Suche nach Freunden, ist spannend. Einmal gemeinsam mit Zachäus auf den Baum klettern um den kreischenden Pöbel zu überblicken? Das "veradventurisieren" Biblischer Geschichten kann total spannend sein. Überhaupt, was das Thema "Freunde" angeht, bietet das meistverkaufte Buch der Welt interessante Perspektiven.

Obwohl das Wort "Freund" nicht allzu oft vorkommt - variiert zwischen den unterschiedlichen Übersetzungen - wird von zahlreichen Beziehungen dieser Art berichtet. Oft wird aus dem Freund gar ein "Bruder". Dadurch wird die Verbindung intimer. Häufig kennen sich Brüder in und auswendig, teilen nahezu alle Geheimnisse miteinander und wissen um die Sorgen, Nöte und Probleme des Andern. Freud und Leid wird geteilt. Spannend, zugleich aber stark herausfordernd ist diesbezüglich das "Hohelied der Liebe"*1. In einem Kapitel, das den Namen "Hohelied" trägt - oft als Gottes Liebesbrief an uns bezeichnet - steht: "Mein Freund ist mein und ich bin sein."*2

Als wohl grösster Freund entpuppt sich Jesus. Obschon er beispielsweise weiss, dass ihn Judas verraten wird, nennt er diesen "mein Freund". Gleich wie der geniale Lebensbericht eines Mannes, der im Traum Jesus sah: Dieser stand neben dem Kreuz und erklärte: "Ich bin für dich gestorben, weil ich dein Freund sein will. Willst du dies annehmen?" Gleiches gibt es von Gott zu berichten. Weil er ein Ebenbild wollte, jemanden der ihm ähnlich ist, erschuf er den Menschen. Täglich kommunizierte er mit den beiden ersten Personen. Frei und ungezwungen. Nach dem Sündenfall ist seltener von direkten Dialogen die Rede, was aber keine Regel ist. An einer Stelle ist folgendes dokumentiert: "Gott redete mit Moses wie mit einem Freund."*3

Auch nicht zu verachten ist die Sprache, mit der Gott laut einer Aufzeichnung von Salomo mit uns "kommuniziert": "Seinen Freunden gibt er es im Schlaf."*4

Das Handy und der verlorene Sohn

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Interessant sind die zahlreichen Tips, die heute noch aktueller als damals erscheinen; im guten wie im schlechten. Auch die dunkle Seite wird im Buch der Bücher behandelt. So wird verschiedentlich vor "falschen Freunden" gewarnt. Angenommen deine Klasse fährt eine Woche aufs Land; du bist der einzige mit einem Handy. Da jede und jeder seinen Freunden telefonieren muss, um von den bunten Schmetterlingen, der engen Unterkunft und den täglichen wechselnden Saucen zu den Spagettis zu erzählen, hast du plötzlich nur noch Freunde.

Gleiche Situation, aber statt Handy hast du eine ansteckende Erkältung, schon erhältst du nur noch einen Bruchteil der vorherigen Aufmerksamkeit. Dafür ist sie umso echter. Hiob konnte davon ein Liedchen singen: "Meine Freunde sind meine Spötter geworden"*5 oder "Meine Freunde haben mich vergessen."*6 Die Handy-Geschichte dürfte einem jungen Mann - bekannt als "der verlorene Sohn" - ebenfalls bestens vertraut vorkommen. Er war endlich weg von zuhause, mit einer Menge Geld in der Tasche. Nicht zuletzt oder vor allem deshalb umringt von diversen neuen "Freunden". Irgendwann war das Geld weg und mit ihm seine Kollegen. Er fand bald neue Freunde: Diese waren modisch pinkig und grunzten.

Diesen Aspekt hielt bereits Salomo fest: "Der Arme ist verhasst, sogar seine Nachbarn wollen nichts mit ihm zu tun haben. Aber der Reiche hat viele Freunde."*7

Auch David wurde einst von seinen Freunden enttäuscht und brachte dies entsprechend zum Ausdruck: "Wenn mein Feind mich schmähte wollte ich es ertragen. Aber nun bist du es, mein Freund! Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen!"*8 Wer von seinen Freunden schon mal im Stich gelassen wurde, ist also in bester Gesellschaft. Ganz dick traffs den späteren israelischen König bereits ein paar Buchseiten weiter vorne: Auf "meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage"*9, folgte "auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot ass, tritt mich mit Füssen."*10

Freunde warten auf dich! Bücher begeistern oft mehr als der dazugehörende Film. Der Satz: "Das Buch war besser als der Film!" ist Standart. Meistens, weil die Personen, Landschaften, Räumlichkeiten, überhaupt der ganze Ablauf in unserer Phantasie ganz andere Formen annehmen. Beim Buch leben wir in der Geschichte mit. Wird das Buch mal für kurze Zeit beiseite gelegt, spinnen wir den Faden automatisch weiter. Die (Haupt-) Figuren werden zu unseren Freunden. Warum nicht auch diejenigen aus der Bibel. Bei dir kann sich dann vielleicht gar ein Abenteuer entwickeln, dass dem "Prinz von Ägypten" in nichts nachsteht.

Mal an der Seite von Moses dem arroganten Volksverbrecher Pharao gehörig die Kappe waschen, gemeinsam mit Jesus den rechthaberischen Pharisäern sagen was Sache ist oder einmal mit Jona drei Tage inklusive Nächte im Bauch eines Wals miterleben; das wär ja ein Ding!

Oder wie wäre es, bei der Eroberung Jerichos mal gehörig mit zu lärmen? Dank akustischer Hilfe durch den neuen DC Talk-Silberling im CD-Player sollte zumindest des Nachbars Wohnung einnehmbar sein. Kein Problem. Du brauchst lediglich Phantasie - sonst nichts. Ein guter Zeitpunkt um in eine solche Geschichte einzusteigen ist vor dem Einschlafen. Statt mit den Alltagsproblemen - die gehören in den Tag, sonst wären es Allnachtsprobleme - beginnst du, mit David Steine für die Schleuder zu suchen, mit Josef über die Steppe zu reiten oder mit Paulus die Mittelmeergegend zu bereisen.

Deinen Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass du die Geschichte weiterspinnst, dann beginnt sie zu leben. Solche Abenteuer können dir Mut geben, auch für die Alltagsprobleme. Welche Typen auf deiner Schule können dir noch schräg vorbeikommen? Dir, wo du doch in der letzten Nacht mit deinen Freunden Simson und Jonathan Löwen besiegtest oder Feinden nachjagtest oder von Esther die abgefahrensten Schönheitstips und abenteuerlichsten Storys erlebtest!

Daniel Gerber freute sich riesig über Simsons Fitness-Tips.

*1: 1. Korinther 13
*2: Hohelied 2,16
*3: 2. Mose 33.11
*4: Psalm 127,4
*5: Hiob 16,20
*6: Hiob 19,14
*7: Sprüche 14,20
*8: Psalm 55,13-14 & 18
*9: Psalm 38,12
*10: Psalm 41,10

Datum: 24.06.2002
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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