Hören, was man hören will

Grillengezirpe im Stadtlärm

Inmitten der vielen Alltagsgeräusche ist es schwer, das Wesentliche herauszuhören – oder? Die Geschichte eines Indianers zeigt, woran das liegt.

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Grillen - manchmal fast nicht zu überhören.
Ein Indianer besuchte einen weissen Mann. Jedoch in einer Stadt zu sein, mit dem Lärm, der Autos und den vielen Menschen – all dies war neuartig und verwirrend für ihn. Die beiden Männer gingen die Strasse entlang, als plötzlich der Indianer seinem Freund auf die Schulter tippte und ruhig sagte: «Hörst du auch, was ich höre?» Der Freund horchte und sagte: «Alles, was ich höre, ist das Hupen der Autos und das Rattern der Omnibusse.» «Ich höre ganz in der Nähe eine Grille zirpen.» «Du musst dich irren; hier gibt es keine Grillen. Und selbst, wenn es eine gäbe, würde man ihr Zirpen beim Lärm nicht hören.» Der Indianer ging nun ein paar Schritte weiter und blieb vor einer Hauswand stehen. Wilder Wein rankte an der Mauer. Er schob die Blätter auseinander und da sass tatsächlich eine Grille.

Vom Interesse gelenkte Sinne

Der Weisse sagte: «Indianer können eben besser hören als Weisse.» Der Indianer erwiderte: «Da irrst du dich. Ich will es dir beweisen.» Er warf ein 20 Cent Stück auf das Pflaster, und einige Leute, die mehrere Meter entfernt gingen, wurden auf das Geräusch aufmerksam und sahen sich um. «Siehst du», sagte der Indianer, «das Geräusch, das das Geldstück gemacht hat, war nicht lauter als das der Grille. Und doch hörten es viele der weissen Männer. Der Grund liegt darin, dass wir alle stets das gut hören, worauf wir zu achten gewohnt sind.»

Sich auf das Wesentliche konzentrieren

Diese Geschichte illustriert, warum so viele Menschen immer wieder fragen: Wo ist Gott? Ich höre seine Stimme nicht, ich merke nichts von seinem Wirken, wie könnt ihr sagen er sei nahe? Ja, er ist sehr nahe. Doch wir sind es nicht gewohnt auf seine Stimme zu achten. Es gibt so viel anderes in unserer Welt, von überall her strömen Botschaften, Bilder, Aktionen und Emotionen auf uns ein.

Meinen wir nun, Gott müsse da mitmachen und auch etwas lauter schreien, damit wir ihn hören? Weit gefehlt! Nur wenn der Mensch hört, redet Gott. Wenn der Mensch gehorcht, handelt Gott. Dazu braucht es aber Stille und Bereitschaft auf Gottes Stimme einzugehen. Aber haben wir noch Zeit zum Hören? Zeit, um Stille zu werden und zu lauschen? Gott ist da nicht weit weg. Gott redet auch Tag für Tag in unser Leben und Alltag hinein. Ich muss nur in der Stille meine innere Antenne richten und auf Empfang schalten dann beginnt das Wunder mit dem lebendigen Gott, der in mein Leben hineinredet.

Gott sucht den Hörenden

Die Bibel sagt: «Gottes Blicke durchstreifen alle Lande, ob da nicht einer ist, der nach ihm fragt.» Gott will reden, aber seien wir doch ehrlich: Ist es uns nicht manchmal peinlich, seine Stimme zu hören? Haben wir nicht Angst vor dieser Stimme in unserem Herzen? Wir erschrecken warum eigentlich? Wir haben ein schlechtes Gewissen, vielleicht fühlen wir uns schuldig. Deswegen verstecken wir uns lieber, wie die ersten Menschen es versuchten. Und wir verdrängen die Stimme mit Aktion und Information und oft mit viel Lärm.

Schade, Gott hat doch eine gute Botschaft für uns. Eine Botschaft der Liebe und Vergebungsbereitschaft. Gott will uns ja gar nicht fertig machen, wenn wir das Gespräch mit ihm aufnehmen. Nein, er will uns ein guter, fürsorgender Vater sein. Wollen wir ihm nicht neu eine Chance geben in unserem Leben. Zu unserem eigenen Heil. Jeder Tag wäre eigentlich ein guter Anlass, Stille zu werden und zu lauschen. Und dann zu sagen: Herr, ich höre, rede du!

Hilfe & Kontakt

Datum: 04.03.2013
Autor: Dick Leuvenink
Quelle: FEG Basel

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