Falsche Prioritäten

Keine Zeit! – oder kein Interesse?

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«Habe keine Zeit!» Dies ist wohl die meist gehörte Entschuldigung, die Menschen sagen, wenn sie etwas nicht machen möchten. Eigentlich ist das erstaunlich, denn wir haben heute mehr Freizeit denn je zuvor.

Wir haben viele technische Hilfsmittel, die uns helfen Zeit sparen. Zudem verbringen die Schweizer, gemäss Statistik, zwei bis drei Stunden pro Tag vor dem Fernsehapparat. Dennoch hören wir fast täglich die Entschuldigung: «Keine Zeit!»

Hektischer Stillstand

Wieso meinen wir eigentlich immer keine Zeit zu haben? Wir leben in Hetze, wollen uns umfassend informieren, damit wir wissen, was los ist in der Welt. Wir haben einen vollen Terminkalender und viele Pläne und trotzdem sind wir nicht glücklich. Wir haben wohl eine gefüllte, aber nicht eine erfüllte Zeit. Wer ehrlich ist, muss zugeben, dass hier irgendwas nicht mehr stimmt. Wir spüren den Leerlauf. Wir sind innerlich und äusserlich gehetzt und treten trotzdem auf der Stelle. Jemand sagte einst treffend: «Wir leben in einem hektischen Stillstand.»

Zeit für unsere Neigungen!

Und Ihnen, ist Ihnen schon aufgefallen, dass Sie bei allem Termindruck und Hetze, trotzdem Zeit fanden für das, was Ihnen am Herzen lag. Wenn man einen guten Film oder eine interessante Veranstaltung nicht verpassen will, dann mag kommen was will, dann werden die Termine so geschoben, dass man das gewünschte Erlebnis auf keinen Fall verpasst. Was also im Herzen Priorität hat, bekommt im praktischen Alltag trotzdem seinen Platz. Wir haben also eigentlich kein Zeitproblem, sondern ein Prioritätsproblem und müssen uns fragen: wie (un)wichtig uns die Dinge sind, die wir so gerne mit: «Keine Zeit!» abtun?

Wofür haben Sie Zeit?

Wir sagen: Menschen sind wichtiger als Sachen, doch die Familienpraxis zeigt in der Regel etwas Anderes. Die Statistik zeigt, dass, während wir einige Stunden täglich dem Fernsehapparat widmen, wir für die Familie täglich nur einige wenige Minuten einsetzen. Wir sagen, das Innere ist wichtiger als das Äussere, trotzdem kennen unzählige Zeitgenossen keine Pflege und Hygiene des inneren Menschen, der seelischen Belange. Ehrlich gesagt, machen wir also nicht nur anderen, sondern auch uns selbst etwas vor, wenn wir sagen: «Ich habe keine Zeit!» Das ist eigentlich auch nichts Neues, das war schon immer so. Auch als Jesus Christus auf dieser Erde lebte, entschuldigten sich die Menschen bei der Einladung Jesu, ihm nachzufolgen mit: «Ich habe keine Zeit!»

Gott hat Zeit für uns

Bei Jesus ist das uns gegenüber aber ganz anders. Er hat Zeit für uns. Seine Prioritäten sind klar. Und wir Menschen haben bei ihm Priorität Nummer eins. Als einst grosse Hetze war in Jericho und die Menschen Jesus von allen Seiten bedrängten, da wurden die Kleinen und Hilfsbedürftigen zur Seite geschoben. Doch Jesus hörte den Hilfeschrei eines Abgeschobenen und fand Zeit um ihm zu helfen. Wenn ein Mensch ruft, steht bei Jesus alles andere still. Wenn ein Mensch rief, ging Jesus hin - nach Galiläa am See, nach Judäa am Zoll, nach Samaria an einen Brunnen, usw. Wenn ein Mensch ruft, kommt Er. Auch heute noch genügt ein Hilferuf und er kommt. Jesus ist nicht weit weg. Er hat Zeit! Sie sind ihm wichtig. Er wartet schon lange auf diesen inneren Anruf.

Buch zum Thema:
Zeitmanagement mit Outlook


Autor: Dick Leuvenink
Quelle: FEG Basel

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