Leidenschaftlich glauben

Ein Selbstgespräch vor Gott

Zoom
Ich sei ein leidenschaftlicher Mensch. So sagen sie, wenn die Vorlesung vorbei ist. Sie spüren, wie ich mit Haut und Haaren selber drinhänge. Ja, das stimmt: Meine Freude an Gott, meine Enttäuschung über Gott, meine Fragen an Gott, mein Leben und Kämpfen mit Gott, all das kann ich gar nicht draussen halten.

Ich sei ein leidenschaftlicher Mensch. So sagen sie, wenn der Sport vorbei ist.
Sie merken, wie jede Faser des Geistes und der Muskeln angespannt ist.
Ja, das stimmt: Meine überschüssige Energie, mein ausgeprägter Steigerungsdrang, mein Ehrgeiz, mich selbst und andere zu bezwingen, meine beflügelnden Motivationsrituale, all das kann ich gar nicht im Zaum halten.

Ich sei ein leidenschaftlicher Mensch. So sagen sie, wenn die gemeinsame Zeit vorbei ist. Sie sehen, wie ich ganz da bin und mich gerne verschenke.
Ja, das stimmt: Meine Lust zu spielen, mein Wunsch nach zwischenmenschlichem Tiefgang, die Sehnsucht, etwas Schönes zu erleben, der Blick für Verheissung und Not im anderen, all das kann ich gar nicht für mich behalten.

Wo kommst du her und wo gehst du hin, meine Leidenschaft? Warum treibst du mich auf die schönsten Höhen und zugleich in die schrecklichsten Tiefen? Warum lässt Du mich auch die schwierigen Dinge und dunklen Seiten meines Lebens so auskosten?
Du machst mich müde, du machst mich leer, du machst mich einsam.
Wenn ich doch manchmal weniger leidenschaftlich sein könnte und dafür wohltemperierter!

Bin das wirklich ich – ein leidenschaftlicher Mensch? Oder bin ich einfach nur getrieben?
Gehört das tief zu mir oder werde ich mir selber zutiefst fremd?

Du Gott der ewigen, leidenschaftlichen und gekreuzigten Liebe!
Wie erlebst Du mich? Wer bin ich denn vor Dir?
Ich meine: Vor Dir ganz persönlich, ohne meinen leidenschaftlichen Dienst für Dich.
Aktion für Dich, wenn die anderen dabei sind – kein Thema.
Staub aufwirbeln auf dem Weg miteinander – wie von selbst.
Menschen berühren mit Worten Deines Mundes – klar doch.

Und wenn alle weg sind und keiner mehr zuschaut, was geschieht dann zwischen mir und Dir hinter verschlossenen Türen, ausserhalb der Dienstzeiten, im Hotelzimmer und auf Reisen, wenn nichts und niemand da ist, um die freie Zeit zu füllen?

Ach, wenn es doch dann auch so leidenschaftlich zuginge!
In aller Stille, verborgen und geborgen.
In fester Treue, zuverlässig und geübt.
In tiefer Hingabe, glühend und selbstvergessen.
Dich hören, nicht erst, wenn alles schweigt,
Dich suchen, nicht erst, wenn alles gefunden ist,
Dich anreden, nicht erst, wenn alles gesagt ist,
Dich haben, nicht erst, wenn alles verloren ist,
Dich geniessen, nicht erst, wenn die Welt nichts mehr bietet.

Deine Gebote halten, weil es Dir entspricht,
an Dir festhalten, weil Du mich nicht lässt,
mich Dir hinhalten, weil Du mich aushältst,
Dich lieben, weil Du Liebe bist.

Ich sei ein leidenschaftlicher Mensch, so sagen sie mir oft. Dabei bin ich doch noch auf der Suche nach echter Leidenschaft, auf der Suche nach Dir, mein Gott. Wann wird meine Leidenschaft ganz von Dir kommen und Dir gehören?

Buch zum Thema:
Mike Bickle: Leidenschaft für Jesus


Quelle: Panorama Chrischona

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige

RATGEBER

Forever Young? Fünf Weichenstellungen beim Älterwerden
Älterwerden betrifft alle. Aber fast niemand möchte alt sein. Das mag daran liegen, dass «Jugend»...