Missionar im Sudan-Knast

Petr Jasek war mit IS-Terroristen in gleicher Zelle

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Petr Jasek
Der tschechische Missionar und Entwicklungshelfer Petr Jasek war zu nicht weniger als 23 Jahren Haft verurteilt worden. Gott habe verhindert, dass IS-Terroristen ihn im Gefängnis (!) mit Waterboarding foltern konnten. Zudem konnte er während den 14 Monaten, die er hinter Gittern verbringen musste, mehrere Häftlinge zu Christus führen; in einem Fall gleich 40 eritreische Flüchtlinge.

Erstmals sprach der Afrika-Regionaldirektor des Werks «Voice of the Martyrs» über seine schwere Zeit im sudanesischen Gefängnis. Petr Jasek bezeichnete sich als lebendigen Beweis dafür, dass Gott Gebete beantwortet.

Er hatte eigentlich nur vier Tage im Sudan bleiben wollen, um die Unterdrückung zu dokumentieren, unter der Christen leiden. Doch er verbrachte schliesslich 445 Tage in insgesamt fünf verschiedenen Gefängnissen.

Mit IS-Mitgliedern in der gleichen Zelle

Jasek erinnert sich, dass er die ersten paar Monate mit IS-Terroristen in der gleichen Zelle leben musste. «Sie fanden rasch heraus, dass ich ein Christ war. Sie behandelten mich übel und ich wurde wie ihr Sklave. Ich musste ihre Kleider, sämtliches Geschirr und die Toiletten reinigen.»

Doch das war noch nicht alles. «Sie berieten darüber, dass sie mich mit Waterboarding foltern könnten. Dabei wird eine Person auf den Rücken gelegt, der Mund wird mit einem Tuch bedeckt und dann wird einem Wasser über den Kopf gegossen, sodass man das Gefühl hat, man würde ertrinken. Sie sagten mir, dass Tschechien der CIA erlaube, Al-Kaida-Mitglieder so zu behandeln, was übrigens nicht stimmt.»

Wachen haben Angst

Um Jasek so zu foltern, mussten sie ihn in eine andere Zelle bringen, die über fliessendes Wasser verfügt. «Das Problem ist, dass die sudanesischen Wachen selbst im besten Gefängnis vor diesen Extremisten Angst haben – denn nach ihrer Freilassung könnten sie ja Rache üben.»

Die Extremisten wollten zudem einen Tag vor dem geplanten Waterboarding von ihm wissen, wo seine Organisation im Sudan seine Basis hat. Doch immer wenn ihnen die Antwort nicht passte, schlugen sie ihn mit einem Holzstock.

Übernatürlicher Frieden

Jesus Christus habe ihm Kraft und einen übernatürlichen Frieden gegeben. Genau an dem Tag, an dem er vor den Terroristen knien musste, war seine Frau auf dem Heimweg von einem Bibelstudium. Plötzlich spürte sie, dass sie für die Situation beten sollte, in der er sich gerade befindet. «Als ich wieder daheim war, realisierte ich, dass dies genau der Moment war, indem ich von ihnen geschlagen wurde.»

Er habe zudem selbst für seine Peiniger ein Zeuge sein können. Denn in der Nacht konnten auch sie nicht schlafen. Auch sie waren durch das Gefängnis von ihren Familien getrennt.

Doch kein Waterboarding

Das Waterboarding geschah dann doch nicht: Ein Wächter, der sich nicht vor seinen Mitgefangenen fürchtete, verwehrte den Zellenwechsel. Jasek spürte, dass der Wächter von Gott benutzt wurde. Später sagte er dem Mann, dass er mit dieser Tat sein Leben gerettet habe. «Wir wurden gute Freunde!»

Er wurde in ein anderes Gefängnis verlegt. «Der Raum war 4,5 auf 5,5 Meter. Manchmal waren wir 40 Männer darin. Doch ich konnte 40 eritreische Flüchtlinge zu Jesus führen. Das war wie eine neue Offenbarung für mich. Ich begann, mutig und offen das Evangelium unter meinen Mitgefangenen zu verbreiten.»
Es folgte eine Zeit in Einzelhaft, in der Jasek in der Bibel las. «Ich war so hungrig danach, dass ich sie innerhalb von drei Wochen durchgelesen hatte.»

Hundert in einer Zelle

Aus der Einzelhaft erfolgte ein weiterer Umzug. Diesmal in eine Vollzugsanstalt mit bis zu 100 Menschen in einer Zelle. «Es gab aber nur 75 Betten.» 25 mussten die Nacht auf dem Zellenboden verbringen.

In diesem neuen Gefängnis durften Jasek und zwei Pastoren, die ebenfalls wegen ihrem Glauben eingesperrt waren, Gottesdienste abhalten. Natürlich waren die Wachen bei den Gottesdiensten vor Ort, um zu rapportieren, worüber gesprochen wurde. Die Zuhörer waren hoffnungslose Menschen. Dazu Petr Jasek: «Es waren echte Kriminelle. Mörder, Diebe, Vergewaltiger, Drogen-Dealer. Doch etliche von ihnen fanden durch diese Gottesdienste zu Christus!»

«Besser als unsere Wege»

«Ich war gekommen, um vier Tage im Sudan zu bleiben. Es wurden 445. Wenn ich sehe, was der Herr in dieser Zeit getan hat, kann ich dazu nur sagen, dass seine Wege viel besser sind als unsere Wege.»

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Datum: 11.04.2018
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet.ch/Premier/Christian Times/Open Doors/Release International

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