Von „You Tube“ zu „Godtube“

Zoom
Gott auf "YouTube" kommt meistens nicht gut weg. Längst überlassen Christen jedoch das Feld "YouTube" nicht mehr den Nutzern, die sich in Beiträgen über Gott, Jesus Christus oder den Glauben lächerlich machen. Ausserdem ist kürzlich eine Alternative dazu, "Godtube", ins Netz gegangen.

Auf "YouTube" publizieren Nutzer kostenlos selbst gedrehte Filme, Fernsehausschnitte, Musikvideos oder Mitschnitte und machen ihre Produkte so einem Millionenpublikum bekannt. Täglich werden weit mehr als 60.000 neue Videos online publiziert

Gott auf "YouTube"

Zuerst tauchten Comedy-Videos über den Alltag in "Gottes Büro" auf dem Internet-Portal "YouTube" auf. In den Video-Filmen stellen Laienschauspieler die fiktiven "Mitarbeiter" Gottes dar – die in Büroabteilungen wie "Wunder" oder "Katastrophen" per Mausklick und Telefonanruf die Welt lenken. Dreieinhalb Minuten dauert das erste Video, in dem den Zuschauern der "Himmel erklärt“ wurde. Bei "God, Inc." werden in Besprechungen der Mitarbeiter Überschwemmungen "geplant", aus einem Faxgerät strömen nur so die Gebete, die von den Sachbearbeitern kurz überflogen und dann in Archive abgelegt werden. So also läuft das im "Himmel"…?

"Warum macht ihr euch über Gott lustig?"

Die meisten Zuschauer, die einen Kommentar zu den Filmen abgegeben haben, sind "restlos begeistert" von den Witzen über Gott, doch viele halten von derartigen Beiträgen recht wenig. "Was soll das? Warum macht ihr euch über Gott lustig?", fragen einige.

Hunderte bekennen sich zum Atheismus

Zoom
Screenshot aus einem Video.
Eine ungewöhnliche Initiative ging noch einen Schritt weiter. Eine Gruppe von Atheisten hatte dazu aufgerufen, öffentlich in einer Video-Botschaft die Existenz des Heiligen Geistes zu leugnen. "Drei Sekunden. Mehr Zeit braucht es nicht, um seiner Seele einen Platz in der Hölle zu reservieren", schrieb der österreichische "Standard" über den Fall. So lange dauert es, die folgenschweren Worte in die Kamera zu sprechen: "Ich leugne die Existenz des Heiligen Geistes."

Antwort auf die Herausforderung

Gegenreaktionen von Christen gibt es viele. Tony etwa bekennt in einem 30-sekündigen Spot: "Ich bin wiedergeboren. Ich lehne Atheismus ab." Ein anderer namens Walley gibt ebenfalls ein klares Statement ab: "Ich habe keine Angst, Euch zu sagen, dass ich an Gott den Vater glaube, der mir vergeben hat, an Gott, den Sohn, der mich gerettet hat und an den Heiligen Geist, der mich gepackt hat." Und ein anderer kontert auf die vielen Leugnungen des Heiligen Geistes mit seiner eigenen Erfahrung: "Ich kann in meinem Leben sehen, dass der Heilige Geist eine Tatsache ist."

Reaktion aus Deutschland

Christen auch aus Deutschland reagieren auch auf den Trend. Auf der Internetseite Soulsaver fordern junge Christen dazu auf, Gottes Existenz zu bestätigen. "Bekenne dich zu Jesus und mach auch du einen kleinen Film mit deiner Webcam, Videokamera oder deinem Handy und sage allen Menschen, dass du Jesus persönlich kennst."

"The Blasphemy Response Challenge" (Die Antwort auf die Blasphemie-Herausforderung), so der Name dieser Gegenbewegung, soll andere Menschen auf die Existenz Gottes hinweisen. Soulsaver schreibt dazu: „ Wir haben eine Gegenaktion gestartet, die Christen ermutigt, vor der ganzen Welt aufzustehen und ihren Herrn zu bekennen. Wir denken, dass man diese "Blasphemy Challenge"-Aktion als Chance nutzen kann, einmal mehr von Gott zu erzählen. Christen können auf YouTube zu unserem Trailer zu dieser Aktion einen "Response"-Video von sich hochladen

Und hier die Antwort auf „YouTube“

Auch von Christen aus anderen Nationen gibt es mittlerweile ähnliche Aufrufe. In Amerika wurde extra für diesen Zweck eine Internetseite namens "Challenge Blasphemy" ("Herausforderung Blasphemie") und "Praise the Lord Challenge" ("Lob Gottes Herausforderung") eingerichtet, um Christen zu ermutigen, ebenfalls ein eigenes Video aufzunehmen und Gottes Existenz zu bezeugen.

Reue eines Gottesverneiners

Zoom
Ausschnitt aus "The Blasphemy Response Challenge".
Nicht alle sind damit glücklich, dass sie Gott verneint haben. In einem Leserbrief schreibt ein junger Mann an soulsaver: "Und dennoch habe ich die Erfahrung machen können, dass hinter dem 'Nichts', hinter diesem 'Dunkel', etwas ist, jemand, der darauf wartet, dass nach ihm gefragt und gesucht wird, und der darauf mit liebevollen und 'herzenden' Signalen antwortet, dich nicht unterjocht, uns Frieden und Kraft zukommen lassen will, neue Lebensqualität. Und ich hatte ihn doch geleugnet!"

"Godtube" – das christliche „Youtube“

Jetzt wurde eine Alternative zu "Youtube" geschaffen. Nicht nur der Name lehnt an das bekannte Vorbild an www.godtube.com . Auch optisch erinnern die Webseite und das Logo an "Youtube". Und der Slogan lautet nicht "Broadcast yourself", sondern "Brodacast Him". Ein grosses "Beta" im Logo weist noch darauf hin, dass die Seite noch nicht komplett fertig ist.

So sammeln sich in "Godtube" – bislang ausschliesslich englischsprachige – Ausschnitte aus Gottesdiensten, Plädoyers gegen Abtreibung, Interviews, vertonte Bibelverse und Predigten. Auch das Streitthema Evolution versus Schöpfung darf nicht fehlen. Ein User namens "The Irish" hat Sendungen online gestellt, in denen Argumente gegen die Evolutionstheorie gesammelt werden. Ein anderes Video beschäftigt sich mit dem Glauben des U2-Sängers Bono.

Nach dem Vorbild Jesus

Die Gründer von "Godtube" erklären in einer Art "Glaubensbekenntnis" ihre christlichen Grundlagen: "Jesus Christus ist der Gründer und Eckstein der Kirche", heisst es da. "Er kam, um die zerbrochene Beziehung zwischen Gott und den Menschen zu heilen." Ausserdem glaube man an die Dreieinigkeit Gottes, an die Bibel als von Gott inspiriertes Wort und an die Liebe, "die grösste Tugend und Demonstration der Realität Jesu Christi". "Unser grösster Wunsch ist es, Jesus kennen zu lernen und nach seinem Vorbild geformt zu werden."

Quellen: soulsaver/PRO/kep/Standard

Datum: 15.03.2007

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige

RATGEBER

Zielbewusst und entspannt Gute Vorsätze für 2023
Die ruhigere Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr scheint dazu einzuladen, dass man sich überlegt...