Trotz Evangelisationsverbot

Wenn ein russischer Bürgermeister um Evangelisation bittet

Dass die russischen Behörden christliche Gemeinden genauestens beobachten, ist bekannt. Aber einige von ihnen sind positiv beeindruckt – so sehr, dass 100 Strafgefangene an einem evangelistischen Event teilnehmen sollten.

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Kinderprogramm der Gemeinde in Chabarowsk
Eigentlich ist Evangelisation seit 2016 in Russland streng verboten. Nicht so, wenn der Bürgermeister einer Stadt die Gemeinde um Evangelisation bittet. Genau das geschah, wie jetzt bekannt wurde, im Januar in Chabarowsk, ganz im Osten des Landes. Die Gemeinde von Pastor Gennady Abramov, insbesondere die Jugend, führt seit Jahren zur russischen Weihnacht Anfang Januar ein evangelistisches Event durch. Sie rechnen dabei jeweils mit rund 700 Kindern und Jugendlichen.

«Wir haben die Veränderung beobachtet»

Doch in diesem Jahr sprach sie im Vorfeld der Bürgermeister der knapp 580'000 Einwohner grossen Stadt an. Er habe 100 junge Männer in einer Haftanstalt und würde sie gerne bei der Weihnachtsfeier dabeihaben. «Wir haben beobachtet, was ihr mit jungen Leuten tut, wie ihr ihre Leben verändert. Ihr holt sie aus der Zerstörung und macht sie zu liebevollen, gutentwickelten Menschen, die einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben.» Aus dem Grund wolle er den Pastor bitten, dass die 100 Jugendlichen ebenfalls an der Veranstaltung teilnehmen können.

Das Team vom Bürgermeister hatte sich bereits ins Zeug gelegt und eine eigene Einladung für den Event produziert. Zudem hatten sie die Straftätigen vorbereitet, damit möglichst viele von ihnen an der Veranstaltung teilnehmen.

Und tatsächlich nahmen sie dann am Weihnachtsevent teil, hörten dort das Evangelium, bekamen sogar noch ein Geschenk und durften erleben, dass sie geliebt sind, weil Jesus sie liebt.

Hinweis für alle Christen

Ob diese Zusammenarbeit mit den Behörden weiterhin bestehen wird, ist noch unklar. Doch Eric Mock der Slavic Gospel Association, welche die Gemeinde von Pastor Abramov unterstützt, freut sich und sieht darin auch einen Hinweis für Christen aller Welt. «Ich hoffe, dass eine solche Geschichte jeden Christen daran erinnert, dass die Welt uns beobachtet. Und dass ihr Glaube nicht etwas ist, das man einfach in die Jackentasche steckt – wir sind keine Geheimagent-Christen!»

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Datum: 07.04.2018
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / MNN

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