Evangelisation am Arbeitsplatz

Mutige junge Christen Zentralasiens wollen ihre Gesellschaft verändern

Freundschaften am Arbeitsplatz sind in den Ländern Zentralasiens, in denen Christen verfolgt werden, die wohl effektivste und sicherste Form der Evangelisation. 500 junge Leute trafen sich deshalb, um zu lernen, wie sie ihren Beruf und die Leidenschaft für Christus verbinden können.

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Treffen christlicher Berufstätiger in Kirgistan
In den vom Islam dominierten ehemaligen Sowjet-Ländern Usbekistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgistan und Turkmenistan ist es fast unmöglich, den christlichen Glauben weiterzugeben. Einschüchterung, Verfolgung, Gefängnisstrafen drohen, wenn man andere evangelisiert. «Wenn die Behörden herausfinden, dass jemand zum Christentum konvertiert ist, versammeln sie Angehörige, Freunde und Familie des Angeklagten und bringen ihn von den Islamischen Ältestenrat», berichtet Maksim*, ein junger Christ aus dem nördlichen Tadschikistan. «Der Konvertit steht dann vor der Gruppe und muss sich zwischen seinem Glauben und der Familie entscheiden.» In Usbekistan ist die Situation ähnlich. «Ich bin dazu berufen, ein Zeuge für Christus zu sein, aber das ist eine äusserst gefährliche Berufung», gibt der Usbeke Artur* zu.

Evangelisationmöglichkeit am Arbeitsplatz

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Bischkek, Kirgistan
Doch während Gemeinden und christliche Organisationen auf dem Radar der Regierungen sind, ist Evangelisation auf Freundschaftsebene viel leichter möglich, ohne sich in so grosse Gefahr zu bringen. Evangelisation am Arbeitsplatz beispielsweise ist laut Experten effektiv und sicher.

Und so wurde unlängst ein Treffen in Bischkek, Kirgistan, organisiert: Über 500 junge Christen der Region trafen sich zum ersten Meeting der «Next Generation Professional Leaders Initiative» (Initiative Berufstätiger Leiter der nächsten Generation). Das Ziel des Treffens war der Austausch zwischen den junge Leuten und christlichen Berufstätigen wie Anwälten, Ärzten, Medien-Wirkenden und Lehrern, um zu zeigen, wie junge Leiter Zeugen für Christus an ihrem Arbeitsplatz sein können.

Organisiert wurde das Event von Sergey Rakhuba, Leiter der Mission Eurasia, der selbst als junger Mann grosse Schwierigkeiten hatte, da ihn als Christ beispielsweise keine Universität aufnahm. «Dies ist eine Generation, die nicht in der säkularen, unterdrückenden sowjetischen Denkweise aufgewachsen ist. Sie haben einzigartige Perspektiven, Talente und Gaben, die ihre Community verändern können.»

Beruf und Leidenschaft verbinden

So war der Event gerade auch für die jungen Leute sehr ermutigend. «Es ist zwar nicht immer einfach, offen über den Glauben zu reden, aber ich lerne, dass meine Taten lauter sprechen sollten als meine Worte und dass das Aufbauen von langanhaltenden Beziehungen vital ist», erklärte beispielsweise der 31-jährige IT-Spezialist Urmat* aus Kirgisistan und die 17-jährige Englischlehrerin Miriam* aus Kasachstan, deren Familie sich aufgrund ihres Glaubens gegen sie gestellt hat, fügte hinzu: «Dieses Treffen war auch wichtig, weil es uns gezeigt hat, wie wir sicher unseren Beruf mit unserer Leidenschaft für Jesus verbinden können.»

Und Organisator Rakhuba ist sich sicher, dass die Impulse bald in der Gesellschaft spürbar sein werden. «Es war ein Segen für mich, den Mut und das Selbstbewusstsein dieser jungen Christen aus Zentralasien zu erleben», erklärte er. «Trotz der Herausforderungen werden ihre persönlichen Beispiele der Ehrlichkeit, Integrität und Treue an ihren Arbeitsplätzen Salz und Licht sein.»

*Name aus Sicherheitsgründen geändert

Zum Thema:
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Kurswechsel in Usbekistan? Christen hoffen auf mehr Religionsfreiheit

Datum: 04.05.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / CBN

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