Søndergaard unter Druck

Leiter von «Die letzte Reformation» in die USA geflohen

Torben Søndergaard, Gründer und Leiter der Bewegung «Die letzte Reformation», ist dieses Jahr mit seiner Familie in die USA geflohen. Dies, nachdem seine Arbeit in Dänemark massiv unter Beschuss gekommen war.

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Torben Søndergaard
Die Bewegung mit dem anspruchsvollen Namen «Die letzte Reformation» (The Last Reformation, TLR) versucht nach eigenen Worten weltweit, die Kirche «zurück zum Buch der Apostelgeschichte» zu bringen. Sie ist auch in der Schweiz aktiv, u.a. mit spektakulären Strasseneinsätzen und -heilungen und der «Pioneer Training School» (PTS) in Winterthur unter der Leitung von Lukas Stolz und Joël Salvisberg, beide ehemalige Pastoren von Freikirchen.

Die internationale Seite der Bewegung kündigt aktuell Schulungen in Brasilien, in den Niederlanden, in Südafrika und in Grossbritannien an.

Søndergaard gründete in Dänemark das «Jesus Center», in dem «Jünger» aus 30 Ländern geschult wurden. Im Jahr 2016 wurde das Jesus Center von verschiedenen Regierungsbehörden untersucht – von fehlender Küchenhygiene bis hin zu Steuerhinterziehung – es wurden aber keine Verstösse festgestellt. Als Torsten Søndergaard begann, seine Kinder daheim zu unterrichten, kamen neue Untersuchungen, die auch nicht aufhörten, als er seine Tochter wieder in eine öffentliche Schule schickte.

TV: «Radikale Christen» oder Scharlatane?

Schlimm wurde es, als das dänische nationale Fernsehen eine Dokumentation drehte; im Vorfeld wurde erklärt, man wolle ein Profil seines Dienstes drehen. Nach Søndergaards Angaben sandten sie daraufhin nicht nur eine Filmcrew, sondern auch zwei Undercover-Reporter, von denen einer angab, er wolle Jesus nachfolgen und sich taufen lassen und der andere vorgab, geistig krank zu sein.

Die daraus folgende Doku mit dem Titel «Gottes beste Kinder» steckte Torbens Bewegung in einen Sack mit anderen sogenannten «radikalen Christen», die ernsthafte moralische oder sogar kriminelle Probleme hatten.

Søndergaard sah sich dargestellt als Lügner, der Kinder und unsichere Menschen mit sogenannten «Heilungen» verführt und als Scharlatan, der Kranken Medizin vorenthält – etwas, das er nach eigenen Worten nie getan hat.

 Der Ruf nach der Polizei

«Ich habe diesen Dienst 18 Jahre lang getan und hatte nie ein Problem und nie hat sich jemand beklagt», erklärt Torben Søndergaard. «Natürlich gab es Missverständnisse. Vielleicht sind Leute verletzt worden, wie das in jeder Gemeinde oder jedem anderen Dienst vorkommt. Aber als diese Programme anfingen, hat das die ganze Atmosphäre in Dänemark verändert.»

Søndergaard wurde zu einer beliebten Zielscheibe im dänischen TV. In Talkshows wurde ein neues Gesetz gegen Christen gefordert, die durch Heilung und Dämonenaustreibungen angeblich mental Gewalt an Kindern üben. Ein Pfarrer der Staatskirche stellte die Bewegung als ein Raubtier dar, das die schwachen Tiere findet und sie auffrisst. Das Ziel sei nur, Menschen in die «Sekte» zu locken.

«Raus aus Dänemark»

In den Medien wurde verlangt, dass Torben Søndergaard wegen «Scharlatanerie» strafrechtlich verfolgt würde. «In den Augen der Politiker und der Leute war ich schon abgestempelt und schuldig», erklärte er. «Leute haben uns angerufen und gesagt: `Ihr müsst raus aus Dänemark, die hören nicht mehr auf und wollen dich fertigmachen`. Zwei Tage später haben wir acht Koffer gepackt und sind mit unseren Kindern in die USA geflogen.» Und weiter: «Das war ein totaler Stress. Unser Jesus-Center ist geschlossen. Unsere Arbeit ist geschlossen, alles ist geschlossen.»

Die Familie hat in den USA politisches Asyl beantragt.

Presserat: «Irreführung»

Der dänische Presserat hat entschieden, dass Torben Søndergaard von den Journalisten, die die Dokumentation herstellten, in die Irre geführt worden ist. Aber es gibt keine Regierungsinstitution im Lande, die seinen Ruf wiederherstellen oder seine Freiheit garantieren kann, wenn er zurückkehren sollte.

Søndergaard wartet heute auf den Entscheid der Asylbehörde. Er träumt davon, ein «Jesus Center» in den USA aufzubauen und warnt aus seiner Erfahrung die Amerikaner: «Wir müssen vorbereitet sein. Wir können nicht sagen, dass das nicht den USA passieren kann. Das ist eine Lüge. Es wird auch nach Amerika kommen...»

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Datum: 23.09.2019
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / CBN News

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