«Wie Gott uns behandelte»

Gemeinde sorgt für Wohlgeruch in Marihuana-Mekka

Arcata gilt als das Marihuana-Mekka der USA. In der Gegend der kleinen Stadt gedeiht die umstrittene Pflanze besonders gut. Ein mutiger Pastor ist mit seiner Gemeinde da für die Bewohner sowie die Besucher, die weniger wegen der Landschaft anreisen, sondern mehr wegen dem, was dort wächst.

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Pastor Derk Schulze tauft eine Gläubige aus seiner Gemeinde «Sunny Brae Church».
Wenn neue Gläubige durch die «Sunny Brae Church» im kalifornischen Arcata im Ozean oder in einem Fluss getauft werden, bedeutet dies viel. «Das sind radikale Bekenntnisse des Glaubens von Menschen, die auch den unterschiedlichsten Orten stammen», sagt Derk Schulze. In den vergangenen 21 Jahren konnte er 200 Menschen taufen in der Gegend der USA, in der am meisten Marihuana angepflanzt wird.

«Diese Menschen sind echte Aussenseiter», gibt Derk einen Einblick in das Leben vom 18'000-Seelenort Arcata, der bekannt ist für den legalen sowie illegalen Anbau von Marihuana; bedingt durch das ideale Klima sowie eine freidenkerische Universität. «Die Leute sprechen hier eine andere Sprache, haben andere Prioritäten und eine andere Kultur.»

Bilder führen zu Fragen

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Sunny Brae Church
Eine solche öffentliche Taufe hat in der Zeit der Bilder eine zusätzliche Bedeutung. «Wir leben in einer visuellen Welt und dies ist ein effektiver Weg, das Evangelium bekannt zu machen», erklärt Schulze. So würden Leute Fragen zum christlichen Glauben stellen, die sonst kaum eine christliche Gemeinde besuchen würden.

Schulze arbeitete einst auf dem Bau. Nach einer Verletzung, die ihn seither behindert, engagiert er sich als Pastor für diese Ortschaft, während seine Frau Lehrerin für junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen ist.

Die Leute annehmen, wie sie sind

«Arcata ist ein Mekka für Marihuana-Anbeter, sie wollen frei sein und hier ihr Gras rauchen», beschreibt Schulze seine Alltagserlebnisse. «Wenn man gegen sie ist, führt dies zu keinem Gespräch.» Deshalb schlug die Gemeinde einen anderen Weg ein. Zum Beispiel werden Schlafplätze angeboten. «Denn manche schlafen einfach irgendwo, in einem Auto oder Zelt.»

Diese Herangehensweise ermöglicht es, auf die Menschen zuzugehen. Der Pastor sprach beispielsweise junge Leute an, die mit einem alten Bus angereist waren, auf den das Wort «Wunder» gesprayt war. Sie hatten Rastas, zerschlissene Kleider und waren gewissen Suchtmitteln nicht abgeneigt. «Wir haben sie angenommen, so wie sie sind, das ist unser Prinzip.»

«Hat Gott gelogen?»

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Gemeindemitglieder bei einer Taufe.
Eine junge Frau war schwanger und erzählte Schulze, dass Gott ihr gesagt habe, dass sie Zwillingsmädchen gebären würde. Doch nun erwartete sie einen Sohn. «Sie wollte von mir wissen, warum Gott sie angelogen habe.» Auf diese Weise konnte er mit ihr und ihrem Partner tiefer ins Gespräch kommen.

Die junge Familie blieb in der Ortschaft, in der auch der erwartete Sohn das Licht der Welt erblickte. Zunächst kam sie bei anderen Gemeindemitgliedern unter, bis sie genug Geld angespart hatten, um sich eine eigene Bleibe zu finanzieren. Sie baten Schulze um eine Hochzeitszeremonie, wurden getauft und wurden Mitglieder der Gemeinde – inzwischen ist das Paar zurück in Ohio, wo der Mann als Pastor in einer Gemeinde wirkt.

Leute so behandeln, wie er es tat

«Wir denken oft, wir würden kommunizieren, doch wir sind nicht bereit, zuzuhören», sagt Derk Schulze. «Wir dürfen die Leute nicht abschreiben und nicht diskutieren. Wir sollten Vertrauen aufbauen – dann können wir mit ihnen sprechen, wenn sie sehen, dass wir nicht religiöse Puppen sind.»

In seinen Predigten stelle er vieles in die Perspektive des göttlichen Königreiches. «Wir denken, das Evangelium handle einzig davon, mit Gott ins Reine zu kommen. Doch es geht noch um viel mehr...» Die Beziehung zu den Menschen solle widerspiegeln «wie Gott uns behandelt hat».

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Datum: 21.03.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Baptist Press

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