FARC-Missionar

Kolumbianischer «Apostel des Friedens» erhält Preis

Einst von der FARC gekidnappt, antwortete Russell Stendal kühn. Der seit mehr als einem halben Jahrhundert in Kolumbien lebende Amerikaner gründete ein Werk, das Herz und Denken der Kämpfer verändern sollte. Leidenschaftlich investierte er sich in die FARC. In Kolumbien kennt man ihn auch als «Apostel des Friedens». Nun hat er einen Preis erhalten.

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Russell Martin Stendal
Fünfzig Jahre kämpfte die FARC-Guerilla gegen die Regierung Kolumbiens. Im August 2016 wurde der längste bewaffnete Konflikt der Welt mit einem Friedensabkommen beendet. In diesem Krieg war Russell Stendal weit mehr als ein Zeitzeuge. Er war aktiv involviert, als Botschafter des Friedens. Stendal lebt seit mehr als fünfzig Jahren in Kolumbien. Er reiste damals mit seinen Eltern ein, die sich für indigene Völker engagierten. Das half ihm bald, Beziehungen zu Rebellen aufzubauen.

Er hätte zu jenen gehören können, die sich gegen diese Guerilla-Bewegung stellen. Immerhin war Stendal einst sowohl von der FARC wie auch von anderen Rebellen-Gruppen gekidnappt worden.

Kühne Antwort für Geiselnehmer

Doch er belegt, dass der scheinbar nicht enden wollende Strudel der Gewalt nicht das letzte Wort haben muss.

In Bogota gründete er den Dienst «Kolumbien für Christus», im Fokus hatte er insbesondere seine Geiselnehmer. Sein verwegener Gedanke: Jedes Mitglied der FARC sollte vom Christentum hören. Dieses sollte die Herzen und das Denken der Kämpfer verändern.

Gebet veränderte Herzen von FARC- und Armee-Angehörigen

Vor wenigen Tagen wurde der «Apostel des Friedens», wie Stendal auch genannt wird, in Bogora vom «First Step Forum» mit dem «Shahbaz Bhatti Freedom Award» geehrt. Der Name des Preises geht zurück auf Pakistans ersten christlichen Minister, der vor fünf Jahren ermordet wurde, weil er das Blasphemie-Gesetz kritisiert hatte. Zudem trat er für die wegen angeblicher Blasphemie angeklagte Christin Asia Bibi ein.

Der finnische Gründer des Forums, Johan Candelin, sagte, dass Russell Stendal den Preis für seine «aussergewöhnliche Arbeit für den Frieden während 32 Jahren» verdiene. Sein Einsatz habe das Herz vieler FARC-Führer sowie vieler kolumbianischer Armee-Kommandanten verändert. «Viele wurden als Resultat von Gebeten geheilt.»

«Gottes Hand war über ihm»

«So etwas habe ich noch nie gesehen», betonte Johan Candelin. «Gottes Hans ruhte in einer einzigartigen Weise über Russell Stendals Arbeit.» Frühere Empfänger des Preises sind unter anderem anderen die birmanische Politikerin Aung San Suu Kyi, Papst Franziskus und Bischof Malkhaz Songulashvili aus Georgien.

Mehrere kolumbianische Armee-Generäle schlugen Stendal gemäss Candelin bereits für den Friedensnobelpreis vor. Sie begründen: «Die FARC hätte das Friedensangebot nie unterzeichnet ohne die Hand Gottes.»

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Datum: 01.02.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Assist News

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