Nordnigeria: Kopftuch obligatorisch – auch für christliche Schülerinnen

Als die muslimischen Gliedstaaten im Norden Nigerias vor einigen Jahren das islamische Gesetz, die Scharia, einführten, kam es zu blutigen Unruhen. Die Christen wussten, warum sie protestierten: Entgegen den früheren Zusicherungen der Islam-Vertreter wird die Scharia nun auch für Nicht-Muslime für verbindlich erklärt.

Die Regierung des Gliedstaates Kano hat angeordnet, dass alle Mädchen in seinen Schulen das Kopftuch tragen müssen – ob sie nun dem Islam anhangen oder nicht. Ein Beamter sagte, der Staat wolle die öffentliche Moral heben und sicherstellen, dass „die Lehren des Islam in allen Bereichen der Regierungstätigkeit zum Tragen kommen“.

Die Verordnung führte am letzten Wochenende zu Protesten unter der Million Christen im Gliedstaat; die Hauptstadt Kano ist Nigerias zweitgrösste Stadt – das Handelszentrum für einen grossen Teil Westafrikas. „Wir können nicht gezwungen werden, wie Muslime zu leben“, erklärte Musa Abdulsalam von der Christlichen Vereinigung Nigerias.

Kano war in den letzten Jahren mehrfach Schauplatz blutiger, religiös motivierter Unruhen. Die strikte Anwendung der Scharia schliesst das Abhacken von Gliedern nach Diebstahl, öffentliche Auspeitschung bei Alkoholkonsum und Steinigung bei Ehebruch ein.

Der Gouverneur des Gliedstaats Ibrahim Shekarau hatte bei den Wahlen im April seinen Rivalen von der Partei Präsident Obasanjos mit dem Versprechen besiegt, die Scharia konsequenter durchzusetzen.

Datum: 08.09.2003
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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