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Die Freude, zu etwas Grösserem zu gehören

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Viele Menschen haben grosse Dinge vollbracht. Was sie alle auszeichnet? – Ihr Glaube, etwas bewirken zu können.

Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.— Jesus in Markus, Kapitel 9, Vers 23

Perry Marshall ist kein Träumer. Er ist Unternehmer und gilt als einer der besten Marketing-Experten. Er kennt sich mit neuen Trends aus und berät internationale Konzerne. Die bezahlen ihn gut dafür.

Doch nicht das Geld treibt ihn an. Er beschreibt den Kern seiner Leidenschaft so: «Ich glaube, dass Entrepreneure (Unternehmer) eine besondere Berufung von Gott persönlich haben. Sie sind berufen, Alchemisten zu sein, die Blei in Gold verwandeln, Armut in Reichtum und einen Weg in die Zukunft bahnen.»

Das ist eine ziemlich steile Aussage. Ich glaube, dass wir alle in gewisser Weise Unternehmer sind – ganz unabhängig davon, ob wir beruflich selbständig oder angestellt oder zurzeit gar nicht arbeitstätig sind. Wir alle können etwas unternehmen. Wir können, dürfen und sollen etwas in dieser Welt zum Besseren verändern.

Etwas beitragen

Der Wunsch, etwas beizutragen und produktiv zu sein, ist eines der acht Grundbedürfnisse des Menschen. Es ist in uns angelegt, dass es uns erfüllt und glücklich macht, wenn wir einen Beitrag leisten können. Das kann ganz verschieden aussehen.

Ich als Autorin und Coach bin ich dankbar, wenn meine Worte anderen Menschen neue Perspektiven vermitteln. Meine Bekannte Miriam ist glücklich, wenn sie mit ihrem Gesang Menschen berühren kann – sie heisst tatsächlich mit Nachnamen Feuersinger. Der junge Niederländer Boyan Slat hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Ocean Cleanup die Weltmeere von Plastik zu befreien.

Das klingt grossartig und gross. Doch wir alle können anderen etwas geben. Vielleicht ist es etwas Kleines, das nur ganz wenigen oder einer kleinen Gruppe von Menschen zugutekommt – beispielsweise die Assistenz für eine andere Person oder ein Torwächter an einem Gebäude. Vielleicht etwas grösseres, das mehreren oder vielen Menschen nützt: Mitarbeit in einer Jugendgruppe oder Partei oder auch Verwaltungsarbeit für die Gemeinde. Egal ob gross oder klein: Wir sind alle berufen und fähig, etwas zu gestalten.

Ich mag eine Passage aus der Schöpfungsgeschichte, in der es heisst, dass alle Pflanzen auf ihre Art und Weise Frucht bringen sollen. Auf ihre Art und Weise – das ist entlastend. Es heisst für mich, dass von Himbeerbüschen nicht erwartet wird, dass daran Kürbisse oder Melonen wachsen. Übertragen auf uns Menschen bedeutet es: Jeder kann etwas beitragen – auf seine Art. Vergleichen ist out.

Die Welt ist nicht egal

Der Glaube an einen guten Gott, der die Menschen liebt, trägt auch mich und bewegt mich zum Handeln. Warum gibt es dann so viel Leid in der Welt? Ich weiss die abschliessende Antwort auf diese grosse, schmerzhafte Frage nicht. Aber ein Teil der Antwort ist: Weil Menschen nicht glauben – vielleicht nicht an einen guten Gott, der Perspektiven schenkt, aber auch nicht, dass sie selbst etwas Gutes bewirken und die Situation verändern können. Wer das nicht glauben kann, wird kaum zum Handeln bewegt.

Wer glaubt, dass einem guten Gott die Welt nicht egal ist, er aber den Menschen die Freiheit lässt, wie sie das Leben auf dieser Erde gestalten, wird motiviert. Er kann gar nicht anders, als nach Möglichkeiten zu suchen, das Leben von Menschen zu verbessern. Wo immer er kann, wird er versuchen, ein Teil der Antwort zu sein.

Sie können etwas verändern

So wie der Amerikaner George Washington Carver. Dieser ehemalige Sklave forschte unablässig, um die Nährstoffe und medizinischen Anteile, die in der Erdnuss enthalten sind, möglichst umfassend zu nutzen. Durch die Nahr- und Heilmittel, die aus seiner Forschung entstanden sind, rettete er unzähligen Menschen das Leben.

William Wilberforce bewegte das Schicksal von Millionen von Sklaven und er glaubte, dass er etwas dagegen tun könnte. Und durch langjährige politische Arbeit wurde das Ziel, die Abschaffung der Sklaverei im Vereinigten Königreich, erreicht.

Neben ihnen gab und gibt es Millionen anderer, die motiviert sind, etwas in der Welt zu verändern. Wie der bereits erwähnte Boyan Slat, der als Teenager ein System entwickelte, um Plastik aus den Weltmeeren zu fischen. Wie vielen anderen war ihm die Verschmutzung der Weltmeere nicht egal. Doch er hatte den Glauben, dass er daran etwas verändern kann. Und Millionen von Menschen, die Obdachlosen, Flüchtlingen, Müttern, Männern, Frauen, Kindern, Armen, Schwachen, Kranken, Hoffnungslosen usw. helfen.

Ich habe einmal – mit der Hilfe von Freunden – 500 Bäume in Afgahanistan gepflanzt. Das hat nicht die Welt verändert. Nicht das ganze Land. Aber das Leben von 500 Familien, die jetzt mehr Obst zu essen haben.

Was, wenn Sie gern glauben möchten, dass Sie etwas verändern könnten, es sich aber einfach nicht zutrauen? Dann fangen Sie doch mit dem Ausloten von Möglichkeiten an. Stellen Sie sich vor, dass ein guter Gott Ihre Gaben und Fähigkeiten in Sie gelegt hat. Welche kleinen und grossen Möglichkeiten ergeben sich daraus? Fangen Sie an zu entdecken, zu staunen und vielleicht zu glauben.

Praxistipps

Überlegen Sie: Stellen Sie sich vor, ein guter Gott hat Ihnen Talente und Sehnsüchte gegeben, um etwas in dieser Welt zum Besseren zu verändern. Was könnte das möglicherweise sein?

Biographien: Besorgen Sie sich Biographien von Menschen, die etwas in dieser Welt zum Besseren verändert haben. Lassen Sie sich inspirieren!

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Datum: 18.10.2019
Autor: Kerstin Hack
Quelle: Jesus.ch

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