Lügen, die wir glauben #3

«Wer Jesus kennt, fühlt sich niemals einsam»

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Gott hat uns Menschen für die Gemeinschaft geschaffen. Egal wie «geistlich» jemand ist, er wird immer auf gute Beziehungen angewiesen sein.

Eine Frau hat vor einem Jahr ihren Ehemann verloren. Das schmerzhafte Gefühl von Einsamkeit holt sie immer wieder ein. «Ist mein Glaube zu schwach?», fragt sie sich. Ein Pastor hatte ihr gesagt: «Jesus wird all deine Einsamkeit wegnehmen!» Doch dies scheint einfach nicht zu passieren – was ist nur mit ihr los?

Gott ersetzt nicht zwischenmenschliche Beziehungen

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Gott zwischenmenschliche Beziehungen ersetzt. Das war nie seine Absicht. Vielmehr entspricht es Gottes Plan, die Beziehungen von Menschen zu stärken und mit seiner Liebe zu erfüllen.

In der Gemeinschaft der Gläubigen wird Gottes Liebe sichtbar und dort kommt sein Plan für diese Welt zur Entfaltung. Gott setzt auf zwischenmenschliche Beziehungen und hat dabei keinen Plan B. So finden sich die tiefsten Beziehungen nicht etwa zwischen Liebespaaren, sondern zwischen Menschen, die von Gottes Geist erfüllt sind. Andererseits können selbst diese Beziehungen die eheliche Gemeinschaft nicht ersetzen. Beide sind wichtig.

Für Adam war es nicht gut, alleine zu sein

Als Gott den ersten Menschen, Adam, erschuf, hatte dieser die perfekte Beziehung zu seinem Schöpfer. Nichts trübte diese Beziehung. Doch Gott stellte fest, dass es für Adam nicht gut war, alleine zu sein. Deshalb schuf er die Frau als sein Gegenüber. Erst jetzt war die Schöpfung vollständig und Gott bezeichnete sein Werk als «sehr gut».

Eine tiefere Gottesbeziehung als Adam im Paradies hatte, können wir niemals erlangen. Und doch genügte diese Beziehung nicht. Adam war alleine, einsam und brauchte ein Gegenüber. Er brauchte einen anderen Menschen, den er ansehen und berühren konnte.

Im Blick auf Adam und Eva wird klar, dass auch wir ohne zwischenmenschliche Beziehungen niemals ein erfülltes Leben führen können – ganz egal, wie gut unsere Gottesbeziehung sein mag.

Gott begegnet uns in unserer Einsamkeit

Auch wenn Gott unsere zwischenmenschlichen Beziehungen nicht ersetzt, begegnet er uns doch in unserer Einsamkeit. Er schenkt uns Trost und versteht uns, auch wenn kein Mensch es tut. Immer wieder bezeugen Frauen und Männer, wie sie gerade in ihren einsamsten Stunden zu einer tieferen Beziehung zu Jesus gefunden haben.

Es ist gut, in einsamen Stunden mit Gottes Trost zu rechnen und seine Gegenwart zu suchen. Sich im Vertrauen an Gott zu wenden und seine Hilfe zu suchen, wird nicht vergeblich sein. Und trotzdem gilt: Gott wird niemals zwischenmenschliche Beziehungen ersetzen. Er mag unserem Mangel begegnen und uns trösten, aber er wird nie von seinem Plan abweichen, dass Menschen in gesunden Beziehungen Erfüllung erfahren.

Einsamkeit nicht verleugnen

Wer glaubt, dass sich ein reifer, geistlicher Christ niemals einsam fühlt, steht in Gefahr, das eigene Einsam-Sein zu verleugnen. Sich einzureden «ich bin nicht einsam», hilft aber niemandem.

Das Gefühl, einsam zu sein, ist an und für sich nichts, wofür sich jemand schämen sollte. Es bedeutet, niemanden zur Seite zu haben, von dem man sich verstanden und angenommen fühlt. In gewissen Lebenssituationen haben unsere Mitmenschen durchaus nicht das nötige Verständnis und reagieren vielleicht unsensibel. Vielleicht fällt es jemandem auch schwer, über sein Innenleben zu sprechen, was es anderen Menschen schwierig macht, sich ihm zu nähern. Wer von Freunden verletzt wurde, zieht sich vielleicht aus Angst zurück. Aus solchen Gründen kommt es vor, dass sich jemand einsam fühlt – und das kann schmerzhaft sein.

Gott stellt Beziehungen her

Sich in einsamen Momenten zuerst einmal an Gott zu wenden, ist sicher das Beste. In seiner Gegenwart kann Schmerz gelindert und eine neue Perspektive gewonnen werden. Doch dann gilt es, auch Menschen aufzusuchen. Wir brauchen einander. Oft sind andere Gläubige eine grosse Hilfe, um Gott zu begegnen.

Gott begegnet uns in der Gemeinschaft der Gläubigen. Wenn wir uns gemeinsam nach Gott ausstrecken und seine Nähe suchen, kommt vieles ins Lot. In seiner Gegenwart kommen wir zur Ruhe, erfahren seinen Trost und erleben, wie er Menschenherzen zusammenführt. Gott offenbart sich in den Beziehungen seiner Kinder und will die Gemeinschaft von Christen mit seinem liebevollen Geist durchdringen.

Zum Thema:
Lügen, die wir glauben #1: «Ich muss mich mehr lieben»
Lügen, die wir glauben #2: «Es muss mir egal sein, was andere über mich denken»
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Datum: 13.02.2019
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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