Woher kommt das Aroma?

Wenn es heiss wird im Leben

Haben Sie schon einmal miterlebt, wie sich unscheinbare, hellgrüne Kaffeebohnen in unvergleichliche Aromaträger verwandeln? Richtig – durch Hitze. Wie im Leben.

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Kaffeeröster Pacifica
Ich sitze in einem trendigen Cafe am Meer in Kalifornien, und der Chef röstet gerade eine grosse Ladung von Kaffeebohnen aus Kolumbien. Grün werden sie oben eingefüllt, und dann beginnt ein wunderbarer Prozess der Veränderung bei rund 200 Grad Hitze. Hellbraun, mittelbraun, dann kommt ein leichtes Knacken, und kurz darauf sind die Bohnen dunkelbraun und bereit zum Abkühlen und zum Genuss.

Ohne Hitze geht's nicht

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Kaffeebohnen rösten
Wenn man ältere Menschen fragt, was die wertvollsten Zeiten in ihrem Leben waren, weisen sie oft auf die «heissen» Zeiten hin – Zeiten, die nicht unbedingt schön, sondern schmerzhaft oder voller Probleme waren. Wenn man drin steckt, gefällt's einem gar nicht. Es gibt in jedem Leben die Zeiten, die weh tun. Manchmal wird die Hitze fast unerträglich. Aber diese Zeiten waren im Rückblick die wertvollsten. «Da habe ich am meisten gelernt», sagen sie.

Vielleicht stecken Sie gerade in einer solchen «Röst-Phase». Vielleicht haben Sie gar gebetet, aber Gott holt Sie nicht raus. Wie ein guter Kaffee-Röster weiss auch er: Es braucht noch ein bisschen mehr Hitze, bis das Aroma rauskommt. Damit wollen wir Leiden und Schmerzen nicht schönreden – sie sind nicht angenehm und tun weh. Aber sie sind nicht das Ziel, sondern Teil eines Prozesses.  

Die Rechnung ist einfach

Ein Stück weit können wir selbst bestimmen, ob wir unser Leben hundertfach absichern wollen und alles, was roh, schmerzhaft und direkt daherkommt, auf Armeslänge von uns weghalten. Es gibt auch Menschen, die Gott benutzen wollen, ihnen ein möglichst schmerzfreies Leben zu garantieren. Aber das ist nicht der Gott der Bibel. Wussten Sie, dass Sie zu einem guten Aroma für andere werden sollen? Dann wundern Sie sich nicht, wenn es ab und zu heiss wird.

So wird ein Leben wertvoll

Die Bibel braucht einen noch dramatischeren Vergleich als Kaffee: «Freut euch deshalb von Herzen! Vor euch liegt eine grosse Freude, auch wenn ihr für eine Weile viel erdulden müsst. Dies dient nur dazu, euren Glauben zu prüfen, damit sich zeigt, ob er wirklich stark und rein ist. Er wird erprobt, so wie Gold im Feuer geprüft und geläutert wird – und euer Glaube ist Gott sehr viel kostbarer als blosses Gold.» (1. Brief des Petrus Kapitel 1 Verse 6 und 7)

Gott setzt alles daran, dass unser Glaube – ein gereifter christlicher Charakter – Fülle und Reichtum, Schönheit und Aroma hervorbringt.

Der Meister hat's vorgemacht

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Kaffeetasse
Das Grossartige ist natürlich, dass Gott selbst diesen Prozess selbst durchgemacht hat. Jesus ist dem Leiden nicht ausgewichen und ist sogar den Tod frontal angegangen. Aus diesem ultimativen Grenzerlebnis wurde eine Erlösung für alle, der Wendepunkt der Geschichte. Jesus sagte Ja zum Sterben, damit wir zum Leben kommen. Millionen erleben bis heute die Frucht, das «Aroma» dieses Leidens.

Bei der nächsten Tasse guten, duftenden Kaffees denken Sie daran, dass Gott Sie zu einem «guten Geruch» für andere machen will. Ohne die Hitze, die alle Aromen aus den grünen Kaffeebohnen herausgeholt hat, hätten Sie jetzt nichts zum Geniessen. Vielleicht sehen Sie dann die schmerzhaften Zeiten Ihres Lebens in einem anderen Licht und merken: Eigentlich ist diese heisse Phase meines Lebens eine höchst vielversprechende Zeit!

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Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Jesus.ch

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