Pflegekinderdiskussion

Christliche Pflegeeltern verdienen Wertschätzung, nicht Diskriminierung

Angeregt von einem Einzelfall, haben Medien schweizweit eine Diskussion über die Platzierung von Pflegekindern in christlichen Familien lanciert. Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) und der Verband VFG – Freikirchen Schweiz sehen in der Diskussion eine Chance, die Leistungen von Familien, die sich dieser Aufgabe stellen, zu würdigen.

Zoom
Die differenzierten Äusserungen von Georg Otto Schmid werden zu Schlagwörtern.
Auch wenn einige Beiträge – vor allem von Boulevardmedien – unsachlich und gegenüber den Pflegefamilien und freikirchlichen Christen generell verletzend und diskriminierend ausgefallen sind, könnten sie eine Chance sein, die anspruchsvolle Arbeit und das Engagement von Familien aufzuzeigen, die ein Kind aus einer Problemfamilie in den eigenen Familienalltag integrieren. Gerade Mitglieder von Freikirchen sehen in dieser Aufgabe auch einen Beitrag zum Wohl der Gesellschaft, wie Max Schläpfer, Präsident des Verbandes VFG – Freikirchen Schweiz und Vorstandsmitglied der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA betont. Er hält die Angst vor religiöser Beeinflussung für unbegründet. Freikirchliche Pflegeeltern seien sich bewusst, dass die anvertrauten Kinder nicht religiös manipuliert werden dürften.

Kaum ernsthafte Probleme

Schläpfer ist sich bewusst, dass die Aufgabe, die Pflegeeltern auf sich nehmen, herausfordernd ist und dass auch christliche Familien nicht vor Fehlern gefeit seien. Er verweist aber auch darauf, dass es diesbezüglich selten zu ernsthaften Problemen gekommen sei. Er erinnert zudem an die Fakir-Studie des Schweizerischen Nationalfonds von 2010, die den Freikirchen und ihren Mitgliedern einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Wohl attestiert hat.

Pflegefamilien unterstützen Kinder bei ihrer Entwicklung

Bei der Betreuung von Kindern aus Problemfamilien leisten laut SEA und VFG auch Kinder- und Schulheime eine wichtige Arbeit. Die Platzierung von Kindern in einer Familie biete aber die Chance, dass Kinder eine funktionierende Familie mit Eltern und Geschwistern kennenlernen und dabei auf ein selbständiges Leben vorbereitet werden. Dieser Beitrag sei wohl noch wichtiger als die Kostenersparnis im Sozialwesen, welche damit ebenfalls erbracht werde.

Religionsfreiheit besser respektieren

VFG und SEA begrüssen es, dass die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde KESB Zürich die Aussagen ihres Leiters in einer Stellungnahme nachträglich relativiert haben. Sie verweisen gleichzeitig darauf, dass solche abwertende Aussagen gegen Freikirchler in der Sache nicht dienlich sind und als pauschal verfasste Vorwürfe an eine Glaubensgemeinschaft das in der Schweiz verankerte Grundrecht der Religionsfreiheit tangieren.

Als Radikale und Frömmler verunglimpft

Mit ihrer Erklärung reagieren VFG und SEA auf die Kampagne von Blick und andern Boulevardmedien aufgrund von Klagen eines Grosselternpaares, deren Enkel von der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Zürich bei freikirchlichen Pflegeeltern untergebracht worden sind. Der Blick holte dabei zu einem pauschalen Rundumschlag gegen Freikirchen aus und bezeichnete ihre Gläubigen pauschal als «Frömmler». Er wärmte dazu auch die bekannten Stereotoyen auf wie: Freikirchler sind gegen Schwule, verbieten Popmusik und schlagen Kinder mit dem Stock. Freikirchler wurden auch verdächtigt, Pflegekinder religiös zu manipulieren.

Der Blick berief sich dabei auch auf Aussagen des landeskirchlichen Sektenexperten Georg Otto Schmid. Gegenüber idea distanzierte sich dieser teilweise von den Aussagen, die ihm zugeschrieben wurden. Die Journalistin habe nach einem ausführlichen Gespräch seine Aussagen verdichtet, ihm nicht alle Zitate vorgelesen und Korrekturen zum Teil nicht übernommen. Insbesondere wehrte er sich dagegen, Freikirchler als «radikal» zu bezeichnen, wie es der Blick im Titel tat.

Er beharrte aber auf seiner Aussage, dass es in Pflegefamilien Probleme geben könne, wenn Pflegefamilie und Ursprungsfamilie weltanschaulich weit auseinanderliegen. Konkret darauf angesprochen, meinte Schmid: «Nach allem, was ich hörte, verhalten sich freikirchliche Eltern völlig korrekt. Ich habe nie gehört, dass sie Kinder gezwungen hätten, in den Gottesdienst mitzukommen ...». Es wäre auch schlecht, einem solchen Kind zu verbieten, in den freikirchlichen Gottesdienst mitzukommen. Er sieht aber ein Problem darin, wenn das Kind früher oder später mitbekomme, dass seine eigenen Eltern nach dem Verständnis der Freikirche nicht erlöst seien.
Er hat nun seine Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen rund um Pflegekinderplatzierungen in Freikirchen auf seiner Webseite publiziert.

Zur Webseite:
Artikel in IdeaSchweiz


Zum Thema:
Kommentar: Christliche Pflegeeltern halten durch
Unter Pauschalverdacht: Kampagne gegen christliche Sozialeinrichtungen
Eine «normale Familie»: Mit über 130 Kindern

Datum: 17.10.2014
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet / SEA / idea schweiz

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige

RATGEBER

Zur Ruhe kommen Raus aus dem Hamsterrad!
Wer kennt es nicht: das Gefühl, in einem Hamsterrad zu laufen. Das Leben wird bestimmt von...