«Gemeinsam geht`s besser»

Neues Riehener Wohnmodell gestartet

An diesem Wochenende wird in Riehen das Gemeinschaftshaus Moosrain offiziell eröffnet. Es stellt ein neues integratives Wohnmodell dar.

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«Zu viel allein ist ungesund», ist Irene Widmer-Huber (vorne rechts) überzeugt. Mit ihrer christlichen Gemeinschaft «Offene Tür» unternimmt sie aktiv etwas zur Bekämpfung der Einsamkeit.
Aus dem ehemaligen Pflegeheim der Riehener Diakonissen, das später auch als kantonales Übergangszentrum für Asylbewerber genutzt wurde, ist ein sozial-diakonisch geprägtes Mehrfamilienhaus mit 13 Wohnungen und diversen Gemeinschaftsräumen entstanden. Das Bauteam des Vereins Lebensgemeinschaft Moosrain hat das grosszügige Heimatstilhaus in den letzten zwei Jahren umfassend umgebaut.

Erfahrene Projektleiter

Das neue Projekt ist unter der Leitung von Thomas und Irene Widmer-Huber entstanden, die in Riehen bereits unter den Bezeichungen «Offene Tür» und «Ensemble» integrative Wohnformen geschaffen haben. Widmer stellt ein reges Interesse am neuen Wohnmodell fest, das einzelne Menschen mit psychischen Leiden in vier tragfähige Gemeinschaften integriert. Gefördert wurde die öffentliche Wahrnehmung des Projekts auch durch den Gewinn des Gesundheitspreises des 3. Christlichen Gesundheitskongresses im März 2012 in Kassel.

Vier Etagen-Gemeinschaften

Seit September 2012 sind alle Wohnungen bezogen. Die rund 35 Hausbewohner(innen) leben verteilt auf vier Etagen-Gemeinschaften, die regelmässig gemeinsam essen und während der Woche einen Gemeinschafts-Abend feiern. Alle Bewohner können am Hausgottesdienst am Freitagabend und an den Gebetszeiten teilnehmen. Verantwortlich für die vier Etagen-Gemeinschaften sind die Leiterehepaare Morgenthaler, Brander, Hersberger und Widmer. Als «innersten Kern» der Hausgemeinschaft versteht sich die kommunitär orientierte Glaubens-, Lebens-, und Dienstgemeinschaft Moosrain, die zurzeit aus den Ehepaaren Widmer und Morgenthaler sowie Corinne Hürzeler besteht.

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Haus Moosrain
Synergien durch bestehendes Netzwerk

Mieter und Partner im Haus ist der Verein Offene Tür mit dem Sekretariat sowie mit den beiden von Thomas und Irene Widmer-Huber geleiteten Arbeitsbereichen «Diakonische Gemeinschaft Ensemble» und «Fachstelle gemeinschaftliches Leben». Beide Institutionen fördern die Multiplikation von zeitgemässen Wohnmodellen. Die Psychiatrische Klinik Sonnenhalde unterhält im Sous-Sol Therapieräume, die Mitbewohnerin Madeleine Rytz betreut eine Wohnung des «Jugendwohnprojekts Moosrain».

Nach dem Wunsch der Trägerschaft soll das neue Haus gemäss dem Motto «Gemeinsam geht`s besser» für Singles, Ehepaare und Familien ein Ort der Hoffnung sein. Die Kraft des gemeinschaftlichen Lebens soll für alle erfahrbar werden. Im Sinne von Epheser 4,16 unterstützen sich die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner ihren Kräften entsprechend gegenseitig, wobei sich auch die «Schwächeren» einbringen können. Diese versteht man in Riehen im Sinne von Jürgen Moltmann als «Subjekte im Reich Gottes, nicht Objekte unseres Mitleids.» In diesem Sinne könnten alle einen Beitrag für den Aufbau der Gemeinschaft leisten und sich mit ihren Begabungen nach ihren Kräften für Gottes Reich einbringen, schreibt dazu Thomas Widmer-Huber.           

Hinweis:
Am Samstag 20. Oktober, 11.00 – 19.00 Uhr findet im Haus Moosrain, Chrischonaweg 52, Riehen, ein «Tag der offenen Tür» statt, zu dem alle eingeladen sind.

Links zum Thema:
Moosrain.net
Flyer Moosrain.pdf

Datum: 19.10.2012
Autor: Thomas Widmer-Huber/ Fritz Imhof
Quelle: Livenet

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