Selbstannahme

Die persönlichen Eigenheiten zelebrieren

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Du bist einzigartig. Ein Original. Als die Welt geboren wurde, hat sie genau auf dich gewartet. Dich gab es noch nie. Das kann und darf gefeiert werden.

Manche Menschen vergleichen sich mit denjenigen, die schöner, klüger, begabter und möglicherweise auch noch beliebter sind als sie selbst. Dabei verlieren sie aus dem Blick, wie einzigartig sie sind. Wie schade!

Jeder Mensch ist eine faszinierende Zusammenstellung äusserer und innerer Merkmale, Begabungen, Vorlieben und Eigenheiten. Und das ist gut so. Eine Freundin von mir mag es nicht, wenn Besucher, ohne zu fragen, an ihren Kühlschrank gehen. Ich hingegen finde es angenehm, wenn Leute, die bei mir zu Gast sind, sich selbst bedienen – und ich es nicht tun muss.

Ich finde es schön, dass wir verschieden sind. Wären wir alle gleich, wäre es ziemlich langweilig. Und keiner könnte dem anderen helfen. Es gehört zu den wunderbaren Dingen im Leben, dass Menschen Unterschiedliches lieben. Es gibt tatsächlich Menschen, die gerne im Internet Formulare ausfüllen und Kommaregeln spannend finden. Und was noch besser ist – sie sind in meinem Team und unterstützen mich. Ich hasse so etwas nämlich. Ich bin lieber kreativ. Aber das ist bei Interpunktion nicht so gefragt.

Dafür fallen mir mühelos schöne und neue Dinge ein, die man schreiben und publizieren könnte. Das liegt anderen offensichtlich nicht so sehr. Kurz: Wir können uns gegenseitig sehr bereichern.

Akzeptieren, zelebrieren oder verändern

Was aber, wenn es Dinge an einem selbst gibt, die man an sich tatsächlich nicht mag? Die berühmten X-Beine oder abstehenden Ohren? Oder Schwächen, die einem zur Last werden? Die Schüchternheit oder Redefreudigkeit? Die fehlende Begabung für...

Dann können Sie zuerst überlegen, was Sie ändern können. Vieles, was uns an uns selbst stört, ist veränderbar. Die Frage ist nur, ob wir bereit sind, den Preis zu zahlen. Rein materiell, z. B. für die Operation, um die Ohren anzulegen. Oder den zeitlichen Aufwand, z. B. für Stimmtraining, wenn man die eigene Piepsstimme nicht mag. Oder die Mühe, das Hüftgold in straffe Muskeln zu verwandeln.

Schwächen können Stärken sein

Sie können sich auch überlegen, in welchem Zusammenhang Ihre Schwäche eine Stärke sein könnte. Schüchternheit etwa wirkt auf manche Menschen attraktiver als wildes Drauflosplappern. Und ein grosser Körperbau ist vielleicht nicht fürs Ballet geeignet – für Basketball sehr wohl. Was sich in bestimmten Kontexten negativ auswirkt, kann anderswo eine Stärke sein.

Vermutlich bleiben einige Merkmale bestehen, die Sie weder verändern noch in einem anderen Kontext positiv erleben können. Hier haben Sie die Wahl: Sie können entweder ein Leben lang Trübsal blasen und sich mit anderen vergleichen, die es besser haben. Oder einmal gründlich trauern, dass es so ist. Und dann aufstehen und auf Ihren Beinen weiter durchs Leben gehen – egal wie x-beinig sie sind.

Praxistipps

  • Überlegen Sie: Auf welche Ihrer Eigenheiten möchten Sie auf keinen Fall verzichten, weil sie Sie besonders einzigartig machen?
  • Notieren Sie: Schreiben Sie auf, welche Aspekte Ihres Lebens Sie ändern oder annehmen möchten.

Medientipps

Datum: 15.07.2019
Autor: Kerstin Hack
Quelle: Jesus.ch

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