Machen Sie halblang!

Entschleunigung zum ruhigeren Leben

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Urs Bärtschi ist Seminartrainer und Coach mit langjähriger Erfahrung in Ausbildungs- und Führungsfunktionen. Lesen Sie seinen Beratertext über die wichtigen Schritte in die Entschleunigung.

Fast jede Person in leitender Funktion klagt über zu wenig Zeit für die vielen verschiedenen Anforderungen. Führungspersönlichkeiten nehmen während eines Arbeitstages Unmengen an Informationen auf, sowohl von ihrer Umwelt als auch von sich selbst. Kreative, innovative Gedanken «schiessen» nur so durch den Kopf. Wer 30 Minuten konzentriert eine Sitzung moderiert hat, braucht bereits eine kurze Pause. Doch die verpassten Anrufe lassen keine Ruhe.

Dauernde Aktivität und das ständige Einstellen auf neue Situationen verlangen aber nach Pausen zur Verarbeitung und zur Erholung. Wir Menschen können Information nur über eine bestimmte Zeit aufnehmen. Danach ist die Aufnahmekapazität erschöpft. In diesen Extremsituationen reagieren wir ungeschickt, genervt und überanstrengt. Alles andere als Leistungsfähigkeit steht in solchen Situationen im Vordergrund. Die Reaktionen werden emotionaler und «ungebremster».

Konzentriert arbeiten

Viele Personen sehen sich angesichts ihrer Verpflichtungen zum Multitasking gezwungen. Das unerbittliche Arbeitstempo und die kurzfristigen Aktivitäten «zwingen» sie dazu. Die meisten Tätigkeiten von Führungskräften dauern oft nur wenige Minuten. Eine britische Studie lieferte die Erkenntnis, dass Führungskräfte nur einmal in zwei Tagen eine halbe Stunde lang ununterbrochen arbeiten können. Doch das hat seinen Preis. Es ist deutlich effizienter, sich 60 - 120 Minuten voll und ganz einer Aufgabe zu widmen, danach eine Pause zu machen und sich anschliessend wieder voll und ganz auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren. Es gilt, die eigene Tagesleistungskurve zu kennen und Routineaufgaben (wie E-Mails beantworten) in nicht produktive Zeiten zu legen, anstatt gleich auf jedes «Ping» zu reagieren. Viele Führungskräfte sind «Geschäftige», die auf Anreize spontan reagieren und dadurch ihre Leistungsfähigkeit taktieren.

Entlarven Sie Ihre eigenen Stressquellen

Hektische Betriebsamkeit ist das, was heute mehr und mehr das Innenleben von Organisationen prägt. Im täglichen Hamsterrad der Effizienz bleibt oft die langfristige Effektivität auf der Strecke. Unser Zeitalter der Beschleunigung fordert diese Fixierung auf das hektische Treiben im Tagesgeschäft geradezu heraus. Die nachfolgenden Fragen ermöglichen Ihnen, den Alltag zu analysieren:

a) Überlegen Sie, wobei Sie Stress empfinden. Denken Sie an Situationen/Tage, an denen Sie erschöpft waren. Was war der Grund? Halten Sie eine typische Situation, in der sich Stress äusserte (Ort, Zeitpunkt, Beteiligte, etc.), schriftlich fest.

b) Erkennen Sie diese Situationen – anstatt sie zu verdrängen. Notieren Sie Ihre Selbstgespräche, wenn Sie in Stress geraten. Was denken Sie? Was fühlen Sie in solchen Momenten?

c) Welche Überforderungsreaktionen nehmen Sie wahr? Sind es gedankliche, emotionale oder körperliche Reaktionen?

Stressabbau durch Entspannung und Erholung

Planen Sie fixe Ruhephasen ein (z. B. im Terminkalender eintragen). Diese können auch als Puffer verwendet werden, wenn Sie kurzfristig mit einer Aufgabe betreut werden. So lassen Sie sich nicht so schnell aus der Bahn werfen. Es gilt, besonders nach intensiven Belastungsphasen, eine Phase der Ruhe einzuplanen, indem Sie sich beispielsweise ein paar Stunden frei nehmen. Entspannung und Erholung sind nützlich für die Regeneration. Entdecken Sie Ihre Energiequellen. Manche Menschen lassen sich schnell für die eine oder andere Idee begeistern. An Ideen und Möglichkeiten mangelt es meistens nicht. Es gilt, konkrete Schritte zu planen und zu gehen. Schaffen Sie sich konkrete Möglichkeiten, um die Seele baumeln zu lassen. Pflegen Sie Hobbies, lesen Sie ganz gemütlich die Zeitung oder ein Buch. Verbringen Sie Zeit mit Freunden.

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Datum: 22.01.2013
Autor: Urs R. Bärtschi
Quelle: Coachingplus GmbH

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