Fussball-Abgänge

Ein dankbares Herz stoppt den grollenden Ball

Valon Behrami wettert gegen den Schweizer Naticoach und Mesut Özil giesst in Deutschland durch seine Verbal-Attacken Öl ins ausländerfeindliche Stimmungsfeuer. Gelson Fernandes hingegen setzt mit seiner Reaktion einen wohltuend friedensstiftenden Kontrapunkt in die überstilisierte Fussballwelt.

Zoom
Gelson Fernandes voller Dankbarkeit
Der Fall «Özil» in Deutschland wirft hohe Wellen, und dies beabsichtigt. Der bekannte Fussballer mit türkischer Abstammung gab seinen Rücktritt aus der Nationalelf bekannt und schoss mit seinem Rundumschlag gegen den DFB (Deutscher Fussball-Bund): Die Begründung war «fehlender Respekt» und «Rassismus», wobei er unter anderem den DFB-Präsidenten Grindel erwähnte: «In den Augen von Grindel und seinen Unterstützern bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen, und Immigrant, wenn wir verlieren.»

Dank im Abseits

Die Einseitigkeit ist nicht nur schade, sondern in jetzigen Zeiten mit Migrationsdebatten und präsenter Ausländerfeindlichkeit sogar schädlich und eine Befeuerung der schon hitzigen Atmosphäre.

Wo bleibt die Dankbarkeit dafür, dass Özil als junger Fussballer und No-Name in Deutschland gefördert wurde? Und für seine Karriere, die bis heute unterstützt und damals ins Rollen gebracht wurde? Schon äusserst bedenklich, wenn all dies mit einem Wisch durch eine Affäre wie die mit dem «Erdogan-Foto» vergessen geht und nichtexistent wird.

Eine Unkultur der Empörung

Valon Behrami bestätigt leider das Bild der uneinsichtigen Sportler, welche sofort reagieren, wenn sie anders behandelt werden, als sie es erwartet haben. Es gleicht dem Verhalten auf dem Spielfeld, wenn der Schiri ein Fehlverhalten pfeift und, wie heutzutage üblich, der Spieler dagegen protestiert. Inwiefern ist dies ein Abbild der heutigen Gesellschaft?

Erfrischende Gegenbewegung

Da wirkt nun die Reaktion eines Gelson Fernandes wie Balsam auf die unschuldig kindliche Fussballzuschauer-Seele. Auch er erhielt das Telefonat des Naticoaches Petkovic zum Bedenken seiner Zukunft, da er mehr junge Spieler nachziehen wolle.

Die Antwort des ehemaligen Kapitäns der Schweizer U21-Nati indes steht gegenüber den erwähnten Mitkämpfern im absoluten Kontrast und mit viel Fairplay. Er bedankt sich für alles, was in ihn investiert wurde. In seinem Schreiben heisst es etwa: «…als ich das Glück hatte, in die Schweizer Nationalmannschaft berufen zu werden… alles zu geben, für dieses Trikot mit weissem Kreuz. Ihr habt mir dafür eure Emotionen gegeben. Dieses Geschenk und diese Ehre wurden mir von Gott gegeben. … Unsere Differenzen von gestern sind unsere Vermögenswerte von morgen…»

Es ist verständlich, wenn man auf eine ablehnende Botschaft eine emotionale Gegenreaktion gibt. Ob dies in der grossen Öffentlichkeit geschehen sollte, ist die eine Frage und die andere, wie man sich danach verhält.

Mehr denn je sollte in den heutigen Zeiten das Miteinander und nicht das Gegeneinander gesucht werden; es gibt genug grosse, sogar weltweite Probleme zu lösen: Dabei hilft es, das Positive des Anderen zu sehen – und Dankbarkeit!

«So werdet ihr reich sein in allen Dingen, zu geben
in aller Lauterkeit, die durch uns wirkt
Danksagung an Gott.»

2. Korinther, Kapitel 9, Vers 11
Luther-Übersetzung


Zum Thema:
Kroatiens Trainer Zlatko Dalic: «Alles im Leben verdanke ich Gott»
Fussball-Trainer Jürgen Klopp: «Ich glaube an einen Gott, der Menschen so liebt, wie sie sind»
Positive WM: Der (Fussball-)Gott ist nicht tot

Datum: 08.08.2018
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet

Glaubensfragen & Lebenshilfe

Anzeige