Jesus liefert Erfolgsrezept für Fussball

In der Schweizer spielt ein Fussballverein, dessen Spieler auf dem Rücken den Schriftzug jesus.ch tragen: der FC Logos. Dieser Fünftliga-Verein orientiert sich am christlichen Glauben. Indirekt tut das jeder erfolgreiche Verein, meint FC-Logos-Captain Rosario Fazio.

Es gibt eine Tendenz, die ich in letzter Zeit im Fussball immer öfter feststelle: Grosse Teams wie Real Madrid oder schon fast Ehrfurcht einflössende Nationalteams wie die von Frankreich, Holland oder Italien tun sich sehr schwer, ihr Potential auf dem Platz umzusetzen. Andererseits bestieg Griechenland als totaler Aussenseiter den EM-Olymp, und namhafte Coaches wie Völler, Santini oder der legendäre Trappattoni nahmen ihren Hut. Spätestens damit ist wohl jedem klar geworden, dass der Fussball ausgeglichener geworden ist. Es fragt sich, warum das so ist. Nun, ich wage mich hier an eine mögliche Antwort.

Ein Fussballteam wie eine christliche Gemeinde

Für mich ist Fussball nicht einfach nur Sport. Es ist vielmehr erstaunlich, wieviel christliche Tugend in einem Fussballteam wiederzufinden sind. Je mehr ich dies beobachte, desto mehr verblüfft es mich, wie sich manche Gesetzmässigkeiten nicht nur in christlichem Milieu, sondern auch auf dem Fussballplatz entfalten.

So ist Fussball schon mal ganz generell ein Teamsport und kein Komitee von Solisten. Jeder ist an seinem Platz und weiss, was seine Aufgabe ist. Zudem ist auch jeder auf den anderen angewiesen. Einer ist genauso wichtig wie der andere, was heisst, dass man als Team gewinnt und als Team verliert.

Nun sollte man doch meinen, dass es eine Mannschaft mit Stars besonders einfach hat. Aber eben nicht! Dann wäre nämlich weder Griechenland Europameister noch Porto Championsleague-Sieger 2004 geworden. Nein, der entscheidende Punkt ist ein anderer: dass das Team wirklich eine Einheit bildet, dass jeder den anderen schätzt und ihm etwas gönnt – ja mehr noch: ihn höher achtet als sich selbst! Das sind ein bisschen andere Voraussetzungen als bei einem Einzelgänger. Es sind Dinge, die wir von der Bibel her kennen ... Und es sind Gesetzmässigkeiten, die sich durch alle Schichten und Bereiche hindurchziehen. Sie bestätigen eindrucksvoll, wie Recht doch dieser einfache Tischler aus Nazareth hatte. Selbst der Fussball wird von seinen Worten durchdrungen!

Wohlverstanden, es geht hier nicht um Rang und Namen oder dass es ein Team mit grossen Stars zu nichts bringt. Das wäre eine falsche These. Aber es geht um die Grundlagen, ja um die Motive, die ein Team erfolgreich machen.

Über die wahren Helden

Die Fussballwelt ist ja wirklich reich an Ballkünstlern. Ich bewundere sie immer wieder und staune über Tore, die mir manchmal fast den Atem rauben. Und genau diese Torjäger und Ballkünstler stehen dann im Mittelpunkt; sie sind angeblich die Helden! Aber ehrlich gesagt, ich sehe dies ein bisschen anders. Für mich ernten sie nur den Applaus und die Lorbeeren. Denn damit sie die Helden sein können, bedarf es eines Teams, das mitschuftet! Und genau diese Leute sind meiner Meinung nach die wahren Helden.

Diejenigen, die vielleicht nie im Mittelpunkt stehen, keine Tore schiessen, dafür aber Dutzende verhindern; die so unscheinbar wirken und doch so unverzichtbar sind; die die Fehler der anderen ausbügeln oder gar auf der Ersatzbank auf ihren Einsatz warten. Jesus war diesbezüglich recht unzimperlich, als er sagte, „wer allen anderen dient, wird der Grösste unter euch sein“ (Matthäus 23,11). Leider gehört diese Weisheit noch nicht zu den Kriterien für den „Fussballer des Jahres“, denn sonst wären vermutlich schon ganz andere Leute geehrt worden. Aber das kann sich ja noch ändern ...

Der Gottesdienst auf dem Fussballplatz

Ja, Fussball ist wirklich eine Herausforderung, zumindest wenn man ein erfolgreiches Team sein will. Der FC Logos erlebt dies ja auch immer wieder. Und das Eindrucksvollste ist, wie die Mannschaft einen Sieg erringt: wenn nämlich die Kriterien erfüllt werden, von denen ich gerade gesprochen habe. Ich masse mir sogar an zu sagen, dass dies unser Gottesdienst auf dem Fussballplatz ist. Unser Worship ist dann halt nicht mit Gitarre und Keyboard, sondern er geschieht durch unser Verhalten auf dem Platz.

In diesem Sinne wünsche ich mir, dass wir immer mehr unser Leben selbst als einen Gottesdienst verstehen, in welcher Form auch immer, und dass wir es Gott zur Verfügung stellen. So zumindest verstehe ich die Worte des Paulus in Römer 12,7 „Wem Gott einen praktischen Dienst übertragen hat, der soll ihn gewissenhaft ausführen.“

Der FC Logos in Zahlen:
Aktiv-Mitglieder: 21
Passiv-Mitglieder: 20
Bisher eingesetzte Spieler: 46
Vertretene Kontinente: 4 (Afrika, Asien, Australien und Europa)
Vertretene Länder: 8 (Australien, Elfenbeinküste, Eritrea, Iran, Italien, Papua-Neuguinea, Schweiz, Südkorea)
Gründungsjahr: 1999

Der FC Logos spielt in der 5. Liga (Fussballverband Bern-Jura). Gesucht werden laufend Schiedsrichter, Aktiv- und Passiv-Mitglieder.

Webseite: www.fclogos.ch

Autor: Rosario Fazio

Datum: 11.02.2005

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