Evangelische Kirche stellt Fussball-Pfarrer für WM vor

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihren "WM-Pfarrer" für die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 vorgestellt. Hans-Georg Ulrichs aus Karlsruhe wird im kommenden Jahr die Vorbereitungen der Kirche für das sportliche Grossereignis in Deutschland koordinieren.

"Für mich ist das ein Traumjob", sagt Ulrichs. Der Pfarrer spielt in seiner Freizeit selbst als Stürmer Fussball. Ulrichs selbst stammt aus Leer in Niedersachsen und spielte von der E- bis zur A-Jugend Mittelstürmer beim SV Concordia Ihrhove. Mit seinen beiden Söhnen kickt er bis heute leidenschaftlich gern und besucht Fussballspiele. Der Theologe, bisher Sportpfarrer der badischen Landeskirche, gibt sich als alter Fan von Borussia Mönchengladbach zu erkennen.

Zu seinen Aufgaben wird es gehören, Arbeitsmaterial zur WM für Gottesdienste, Gemeindebriefe und den Konfirmanden-Unterricht zu entwickeln. WM-Pfarrer Ulrichs kann sich «Gebete für eine gelungene Weltmeisterschaft oder für Freundschaft unter den Fans gut vorstellen». Spätestens während der Weltmeisterschaft selbst werde das Sportereignis in den Fürbitten der Gottesdienste eine wichtige Rolle spielen. Man werde jedoch nicht für WM-Siege der einen oder anderen Mannschaft beten.

„Kirche bei den Menschen“

Die Fussball-WM im eigenen Land werde zahlreiche Menschen in Deutschland in ihren Bann ziehen, sagte der Ratsvorsitzende der EKD, der Berliner Bischof Wolfgang Huber. Darauf müsse sich die Kirche einstellen: "Eine Kirche, die bei den Menschen ist, darf den Fussball nicht rechts oder links liegen lassen." Es gehe darum, "dieses starke Stück Leben" mit dem Glauben zu verbinden. Dabei könne der Fussball zugleich von einer religiösen Überhöhung befreit werden, die Spieler zu "Fussball-Göttern" mache. Die Fussball-Kultur dürfe aber nicht zum Fussball-Kult ausarten, sagte der Bischof.

Wie Huber und Ulrichs mitteilten, sind an den zwölf Spielorten der WM Aktionen der örtlichen Kirchen geplant. Denkbar seien unter anderem fremdsprachige Gottesdienste für Fans. Die Kirche stehe auch als Ansprechpartnerin bereit, falls ausländische Fans fern der Heimat Probleme bekommen.

Bischof Huber zeigte sich zuversichtlich, dass es beim WM-Eröffnungsspiel in Berlin auch eine Kapelle im Stadion geben werde. Die Kapelle in der Arena auf Schalke habe er gerade persönlich besichtigt.

Direkte Fan-Projekte oder die seelsorgerliche Betreuung der Fussball-Spieler seien von der Kirche nicht geplant, erläuterte Ulrichs. Die Profis seien während der WM von der Öffentlichkeit abgeschottet.

Veröffentlichungen zu Themen des Sports von Hans-Georg Ulrichs:
www.ekd.de/personen/3219_wmpfarrer2006.html

Quellen: epd/ekd/Livenet/ap

Datum: 13.12.2004

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