Valentinstag in stressigen Zeiten

Es lohnt sich, in die Ehe zu investieren

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Marc und Manuela Bareth (Bild: zVg)
Gerade in der aktuellen, für viele Menschen stressigen Zeit, ist die Gefahr gross, dass in der Paarbeziehung die Fetzen fliegen. Umso wichtiger ist, eine gute Streitkultur zu finden. Manuela und Marc Bareth, die Leiter von Familylife Schweiz, geben im Livenet-Talk einige praktische Tipps für mehr häuslichen Frieden.

Vor ein paar Wochen sind Manuela und Marc Bareth zum dritten Mal Eltern geworden. Drei kleine Kinder und daneben arbeiten im Home-Office – da kann man schon mal an die Grenze der Kräfte kommen. Stressige Situationen können zu Streit führen – besonders, wenn man ständig auf engem Raum zusammensteckt.

Warum streiten wir uns eigentlich?

«Wir sind unterschiedlich und haben verschiedene Ziele», erklärt Marc das grundsätzliche Wesen von uns Menschen. «Das kann schon mal zu Streit führen.» Darin besteht aber auch die Chance, sich selbst besser kennen zu lernen. Was ist der Grund für meine Wut? Und weshalb streiten wir uns überhaupt? Manchmal würden sich hinter Wut auch Trauer oder Defizite verstecken. Wird dies beim Partner erkannt, kann ein aufkommender Streit manchmal durch eine Umarmung abgewendet werden. «Hinter dem Streiten steht auch der Wunsch, miteinander in Kontakt zu treten», ist Manuela überzeugt und Marc machte schon folgende Aussage: «Streit ist ein Protest gegen fehlende Herzensbeziehung.»

Sich nicht persönlich angegriffen fühlen

«Wenn der Partner wütend ist auf mich, hat das oft nichts mit mir zu tun. Die Wut hat vielleicht einen ganz anderen Auslöser.» Oft sind Gefühle im Spiel, die der Betreffende selbst nicht einordnen kann. Wenn solche Gefühle aufbrechen, muss es aber nicht unbedingt zum Streit kommen. «Wenn ich mich persönlich angegriffen fühle, fällt es mir schwer, Manuela auf gute Art zu begegnen», reflektiert Marc. Sobald wir die Ursache unserer Unzufriedenheit oder Wut kennen, fällt ein guter Umgang leichter.

Die Fähigkeit, einen Streit abzuwenden, darf aber nicht damit verwechselt werden, Konflikten aus dem Weg zu gehen. «Einfach Gras über eine Sache wachsen zu lassen, funktioniert normalerweise nicht.»

Wenn beide Partner am Ende ihrer Kräfte sind

In Belastungszeiten fehlt schlicht die Kraft, sich anzupassen und gerade in unserer Unterschiedlichkeit entstehen Spannungen. In einer Beziehung können gewisse Verhaltensmuster antrainiert werden. In Stresssituationen fallen wir dann aber oft in ein Verhalten zurück, das unserem Naturell entspricht. Dann zeigt sich, wie wir wirklich sind und wie es mit unserer Liebe bestellt ist.

Was kann denn getan werden, wenn beide Ehepartner gleichzeitig gestresst und nicht mehr in der Lage sind, einfühlsam miteinander umzugehen? «Ich muss dann eingestehen, dass mein Mann und ich gerade unter Stress stehen», sagt Manuela. «Und dann müssen wir gemeinsam einen Weg finden, die Situation zu bewältigen.» Dann gehe es oftmals nur noch darum, irgendwie zu überleben. Übliche Ansprüche, wie eine gut aufgeräumte Wohnung zu haben oder die Kinder gut zu erziehen, müssen dann für einmal zurückstehen.

Eine Empfehlungen an Ehepaare

Im Blick auf den anstehenden Valentinstag ist für Bareths wichtig, Beziehungen nicht von grossen Aktionen an Hochzeitstag oder Valentinstag abhängig zu machen. Vielmehr gehe es um die kleinen Gesten des Alltags. Und sie geben gleich auch ein Beispiel: «Wir haben eine Gewohnheit, uns zehn Minuten lang zu erzählen, wie es uns geht. Jeder hat zehn Minuten, in welchen der Partner einfach nur zuhört.» Wenn es ein Paar schafft, sich hierfür einmal pro Woche 20 Minuten Zeit zu nehmen, wird dies ein grosser Gewinn haben.

Präventiv in die Beziehung investieren

«Es ist uns ein Herzensanliegen, präventiv in die Beziehung zu investieren.» Die beiden erzählen von Aktionen, mit welchen sie Schwung in ihre Ehe bringen. Durch das Projekt Lifelong Love wollen sie nun auch Angebote für andere Ehepaare schaffen, womit deren Beziehungen neu belebt werden kann. «Es gibt Gemeinden, die dieses Projekt ideell unterstützen und mittragen.»

Wie es heute in christlichen Kreisen normal geworden ist, einen Ehevorbereitungskurs zu besuchen, hoffen Bareths, dass es in Zukunft ebenso normal sein wird, dass Ehepaare regelmässig Ehewochen oder andere Angebote in Anspruch nehmen. Schliesslich lohnt es sich, in die Ehe zu investieren.

Hier können Sie das ganze Gespräch mit Manuela und Marc Bareth hören:

 

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Datum: 10.02.2021
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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