Nationalrat Benjamin Roduit

Vom Jakobsweg ins Bundeshaus

Am wohlsten fühlt er sich in den Bergen. Benjamin Roduit hat alle Viertausender der Schweiz bezwungen. Wohl fühlt er sich seit Februar 2018 auch im Nationalrat. Dabei wollte er eigentlich aus der Politik aussteigen. Auf dem Jakobsweg erkannte er, dass das Leben nicht immer planbar ist. «Das war Gottes Führung», meint der 57-jährige Walliser CVP-Politiker.

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Benjamin Roduit
«Ich bin früh in die Politik eingestiegen und war dann auch als Gemeindepräsident engagiert. Und früh wurde ich Rektor am Gymnasium in Sitten», schaut Benjamin Roduit auf seine Laufbahn zurück.

«Das ist Gottes Führung»

Im Frühling 2016 beschlossen er und seine Frau, eine grosse Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg zu machen und sich auch für arme Menschen in Haiti und Afrika einzusetzen. «Als wir zurückkamen, wollte ich keine Politik mehr, sondern zusammen mit meiner Frau eine humanitäre Richtung einschlagen.»

Doch dann kam die Affäre um Nationalrat Yannick Buttet, der wegen eines Strafverfahrens zurücktreten musste. «Ich war bei den Wahlen von 2015 auf dem ersten Ersatzplatz gelandet. Was nun?» Nach zahlreichen Gesprächen mit seiner Familie dann der Entscheid: «Ich gehe doch! Das ist jetzt mein Auftrag. Das ist Gottes Führung. Er hat mir einen anderen Weg gezeigt, als wir geplant hatten.»

Kurzes Gebet vor Ansprache

Mittlerweile ist Benjamin Roduit froh darüber: «Es war ein guter Entscheid, nach Bern zu gehen! Ich höre von vielen Leuten, dass ich ein Nationalrat bin, der viel arbeitet. Ich habe mich schnell in wichtige Dossiers wie Gesundheit oder soziale Sicherheit eingearbeitet. Es ist sehr spannend!»

In seinem privaten und politischen Alltag trägt ihn der persönliche Glaube und das Gebet. Letzteres gebe ihm Kraft und helfe ihm auch in den Entscheidungen. «Es gibt mir Sicherheit im Alltag. Manchmal spreche ich auch ein kurzes Gebet, bevor ich ans Mikrophon trete. Ich sage: 'Gott, gib mir die Worte, die jetzt gut und richtig sind.'»

Wie er sein Engagement jetzt sieht, seinen Glauben erlebt und welche seiner Meinung nach die drei wichtigsten Probleme des Landes sind, lesen Sie im Interview im Wochenmagazin ideaSpektrum 23-19.

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Datum: 09.06.2019
Autor: David Gysel
Quelle: idea Schweiz

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