Hürdenläuferin Dawn Harper

«Mein ganzes Leben verdanke ich Jesus»

Nach dem Olympia-Edelmetall in London und Peking will die Hürdenläuferin auch an der Leichtathletik-WM in Moskau auftrumpfen. Doch trotz des Erwartungsdrucks, der auf ihr lastet, vertraut sie auf den, dem sie ihr Leben verdankt: Jesus. Dawn Harper über ihre Kindheit, ihren Sport und ihren Glauben.

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Dawn Harper in Berlin 2011
Dawn Harper, Sie sind in den USA in East St. Louis aufgewachsen, keine Stadt mit besonders gutem Ruf...
Dawn Harper:
Diese Stadt ist ein einziger sozialer Brennpunkt. Aber natürlich kommt es auch darauf an, in welchem Elternhaus man aufwächst. Für mich war alles nicht so schlimm, weil meine Mutter streng darauf achtete, dass ich mich mit guten Dingen umgab und mein Vater sehr darauf achtete, dass ich nicht in falsche Kreise geriet. Und es gab eine Bedingung: Nur wenn ich gute Noten schreibe, darf ich trainieren.

Wann haben Sie gemerkt, dass sie aussergewöhnlich begabt sind?
Mit Hürdenlauf habe ich in der achten Klasse begonnen. Und damals merkte ich sehr schnell, dass das etwas Besonderes für mich ist. Ich hatte ein Jahr vorher angefangen zu laufen, und das machte mir Spass, aber ich erreichte immer nur den dritten Platz.

Beim Hürdenlauf war das anders. Irgendwie platzte der Knoten, und ich war schneller als alle anderen. Ich war plötzlich unschlagbar und übertraf alle bisherigen Rekorde meiner Schule. Und da realisierte ich: Okay, ich bin wohl ziemlich gut darin. Zu der Zeit beschloss ich auch, etwas daraus zu machen.

Sie sind sehr gläubig. Warum?
«Schon in meiner Kindheit spielte der Glaube an Gott eine grosse Rolle. Wir gingen sonntags in die Kirche, aber Gott bedeutete mir immer mehr als ein blosses Ritual. Er war schon immer ganz real und greifbar in meinem Leben. Viele Menschen finden zu Gott, wenn sie durch schwere Zeiten gehen, und auch ich hatte so ein Erlebnis, das mich dann noch näher mit Gott verband.

Ich war erst 15 Jahre alt, als ich mich schwer am Knie verletzte. Ich musste operiert werden und nach der OP sagten mir die Ärzte, dass ich wohl nie wieder so schnell laufen können würde wie zuvor. Eigenartigerweise entmutigte mich das nicht. Ganz im Gegenteil, ich glaubte daran, dass Gott etwas Grösseres mit mir vorhat. Gerade weil aus menschlicher Sicht die Dinge nicht machbar schienen, würde er ein offensichtliches Wunder tun können.

Als ich 2008 kurz vor Olympia noch eine Knie-Operation hatte, erinnerte ich Gott wieder daran, dass ich ihm vertraue. Ich wusste: Er hat einen Weg für mich. Ich kann vielleicht seinen grossen Plan jetzt noch nicht erkennen, aber es ist meine Bestimmung, anderen Menschen zu zeigen, wie gross Gott ist und wie viel Gutes er in meinem Leben bewirkt hat. Es war mir so klar, dass ich lebe, um Gott die Ehre zu geben.

Als ich in Athen über die Ziellinie lief, waren diese Gedanken das Erste, was mir in den Sinn kam. Aus allen Menschen dieses grossen, alten Planeten hat sich Gott ein kleines Mädchen aus East St. Louis ausgewählt. Aus allen Kindern, die davon geträumt haben, mal an Olympia reisen zu dürfen. Er wusste, dass ich das alles schaffen werde. Die Knie-OP und alles, was es mit sich bringt, wenn man eine Olympia-Athletin ist. Er suchte sich ein Mädchen aus, von dem niemand glaubte, dass es gewinnen könnte. Er wählte mich aus und liess mich gewinnen. Nach dem Wettkampf brach ich einfach nur zusammen und weinte, weil Gott so gut zu mir ist. Mein ganzes Leben mit allen Erfolgen verdanke ich ihm.

Zum Thema:
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Datum: 14.08.2013
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Blog.believnet.com

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