Früher Verbrecher - heute Prediger

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Jan Eriksen.
Jan Eriksen galt als einer der bekanntesten und gefürchtetsten Zuhälter Norwegens, heute ist er Prediger.

Jan Eriksen hatte es in der Unterwelt von Oslo ganz nach oben gebracht. Vom kompromisslosen Türsteher über den skrupellosen Drogendealer wurde er zu einem der erfolgreichsten Zuhälter.

"Alle respektierten mich"

Bereits im Alter von 21 Jahren stieg der Sohn aus einer gutbürgerlichen Familie in dieses knallharte Business ein. "Ich war glücklich", so Eriksen. "Im Milieu war ich ein geachteter Mann. Alle respektierten mich." Ruhm und Ehre führte aber auch zu Neid und Eifersucht. Mordanschläge auf den "Top-Zuhälter" waren keine Seltenheit. Eriksen hatte Glück. Immer wieder gelang es ihm, dem Tod zu etkommen. Und als ehemaliger Spitzenboxer wusste er auch, sich bei Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Gangs zu wehren.

"Ich war am Ende"

Alkohol-, Drogen- und Tablettenmissbrauch hinterliessen ihre Spuren. Eriksen wurde zu einem menschlichen Wrack. "Mit 27 hatte ich keine Zukunftsperspektiven mehr. Ich war am Ende."

Er suchte Hilfe beim Blauen Kreuz. Dort traf er auf eine junge Frau - eine bekennende Christin. "Für meine Begriffe war sie etwas durchgeknallt. Aber sie war hübsch. Ich wollte Sex mit ihr." Die Frau lehnte dankend ab. "Dafür erzählte sie mir von Jesus und dass er mir einen neuen Anfang ermöglichen wolle." Die Botschaft stiess bei ihm zu seiner eigenen Überraschung auf fruchtbaren Boden. Eriksen wurde Christ und von seinen Süchten befreit. "Seit Jahren habe ich keinen Schluck Alkohol mehr getrunken. Und ich war auch nie versucht, es wieder zu tun."

Gefangene trauen ihm

Heute besucht Eriksen überall in der Welt Gefängnisse und soziale Brennpunkte. Er erzählt den Mördern, Dealern und Zuhältern von seinem Leben und dass es auch für sie die Möglichkeit für einen Neuanfang gibt. "Die Jungs trauen mir. Ich war einer von ihnen, also akzeptieren sie mich."

Hilfsprojekt gegründet

Nach seinem Neuanfang nutzte Jan Eriksenseine Erfahrungen und gründete "Street Aid". Eine Art Missionswerk, das sich zu Skandinaviens erfolgreichstem Hilfsprojekt für Drogenabhängige und Prostituierte entwickelte. Jan Eriksen sieht seine persönliche Berufung darin, den Opfern von Gewalt und Drogen auf den Strassen dieser Welt nicht nur praktisch zu helfen, sondern auch das Evangelium von Jesus Christus zu verkünden. Denn der Gott, der sein eigenes Lebenauf den Kopf stellte, befreite und heilte, ist fähig genau dasselbe für andere Menschen zu tun - davon ist Jan Eriksen überzeugt. Und davon, dass dies nichts mit einzelnen Organisationen, Kirchen oder Denominationen zu tun hat.

Um über die Grenzen von Konfessionen hinweg arbeiten zu können gründete Jan Eriksen zusammen mit seiner österreichischen Frau Barbara "Street Ministries International". Ein weltweit tätiger Missionsdienst, der Christen dazu ausbildet, in den Strassen zu arbeiten, in den Drogenszenen und Rotlichtvierteln grosser Ballungszentren.

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Handlanger der Unterwelt.
Das Taschenbuch dazu:
Handlanger der Unterwelt
Autor: Jan Eriksen
Taschenbuch 94 Seiten
WdG Verlags-GmbH

Podcast Predigten von Jan Eriksen

Quelle: Mindener Tagblatt/Glaubensnachrichten/Livenet

Datum: 18.04.2008
Autor: Bruno Graber

Glaubensfragen & Lebenshilfe

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