Wahrheit des Evangeliums oder Schauergeschichten?

"Die Heilige Schrift (ist) keine Schöpfung Gottes …, sondern der Menschen … (sie) hat sich angesichts zahlloser Hinzufügungen, Korrekturen und Neuübersetzungen verändert und fortentwickelt." (Sakrileg, S. 317-318)

Dan Brown ist schnell dabei, die Bibel der offenkundigen Unzuverlässigkeit zu bezichtigen. Nach dem Roman Sakrileg ist die uns heute vorliegende Bibel nur von einer anderen abgeschrieben worden, die wiederum von einer noch älteren abgeschrieben wurde usw. Bei diesem Prozess hätten sich jedes Mal neue Fehler eingeschlichen. Dies stimmt jedoch überhaupt nicht! Obwohl wir die Urschriften der Bibel nicht mehr besitzen, können wir sicher sein, dass die Abschriften, die uns zur Verfügung stehen, diese ursprünglichen Schriften genau wiedergeben.

Zeugnis der Handschriften

Zunächst sollten wir anmerken, dass die neutestamentlichen Urschriften, die Brown in Frage stellt, durch Handschriften besser belegt sind als alle anderen Werke der klassischen Literatur, darunter diejenigen von Homer, Plato, Aristoteles, Caesar und Tacitus. Es sind gegenwärtig mehr als 5.000 Exemplare griechischer Handschriften des Neuen Testaments bekannt1, wobei immerhin 20.000 weitere Übersetzungen in Sprachen wie Latein, Koptisch und Syrisch existieren. Obwohl es unwahrscheinlich klingt, gibt es Gründe zu der Annahme, dass die frühesten Handschriftenfragmente sogar bis in die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts zurückdatiert werden können.2 Dies ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass heute nur sieben Handschriften der Werke Platos existieren - wobei eine Zeitspanne von 1300 Jahren, welche die älteste erhaltene Abschrift von der Urschrift trennt, noch dazukommt! Genauso erstaunlich ist die Tatsache, dass das Neue Testament praktisch nicht verändert wurde. Dies wurde von Wissenschaftlern dokumentiert, welche die ältesten erhaltenen Handschriften mit denjenigen Abschriften verglichen haben, die auf mehrere Jahrhunderte später datiert werden.

Außerdem wird die Zuverlässigkeit der Evangelienberichte durch die Legitimation der Verfasser bestätigt, die zugleich Augenzeugen waren. So sagt beispielsweise Lukas, dass er Augenzeugenberichte gesammelt habe, in denen er allem genau nachgegangen sei (vgl. Lukas 1,1-3). Johannes schreibt: "Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens …" (1. Johannes 1,1). Ebenso erinnerte der Apostel Petrus seine Leser daran, dass die Jünger "nicht … ausgeklügelten Fabeln folgten", sondern "Augenzeugen seiner [d.h. Jesu] herrlichen Größe gewesen sind" (2. Petrus 1,16).

Schliesslich bestätigen säkulare Geschichtsschreiber - darunter Josephus (vor 100 n.Chr.), der Römer Tacitus (ca. 120 n.Chr.), der Römer Sueton (ca. 110 n.Chr.) und der römische Statthalter Plinius der Jüngere (ca. 110 n.Chr.) - die Tatsache, dass viele der im Neuen Testament aufgezeichneten Ereignisse, Personennamen, Orte und Bräuche richtig wiedergegeben sind. Frühe Kirchenväter wie Irenäus, Tertullian, Julius Africanus und Clemens von Rom - deren Werke ausnahmslos vor 250 n.Chr. verfasst wurden - geben ebenfalls Aufschluss über die historische Genauigkeit des Neuen Testaments. Im Gegensatz zu Dan Brown sind sich sogar Skeptiker unter den Historikern darüber einig, dass das Neue Testament ein Dokument von bemerkenswerter historischer Genauigkeit ist.

Umfangreiche archäologische Beweise

Wie im Falle der Handschriften wird auch durch die Archäologie die Genauigkeit biblischer Dokumente bezeugt. Immer wieder bestätigen umfassende archäologische Untersuchungen in Verbindung mit sorgfältigen Bibelauslegungen die Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift. Es ist bezeichnend, dass es säkulare Wissenschaftler gibt, die ihre Bibelkritik angesichts handfester archäologischer Beweise revidieren mussten.

Jahrzehntelang haben Kritiker z.B. das Buch Daniel als historisch unglaubwürdig verworfen, weil es keinen Beweis dafür gab, dass ein König namens Belsazar während der betreffenden Zeit in Babylon regierte. Spätere archäologische Forschungen haben jedoch bestätigt, dass Nabonidus als amtierender Herrscher Belsazar zu seinem Mitregenten ernannte, während er selbst weit entfernt von Babylon Krieg führte.

Eines der diesbezüglich bekanntesten Beispiele in Bezug auf das Neue Testament betrifft das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte. Sir William Ramsay, der Bibel gegenüber zunächst skeptisch eingestellt, wurde als Archäologe ausgebildet. Er beabsichtigte, die historische Unzuverlässigkeit dieses Teils des Neuen Testaments nachzuweisen. Doch auf seinen mit akribischen archäologischen Untersuchungen verbundenen Reisen durch die gesamte Mittelmeerregion kam er zum Glauben, als sich die historischen Bezugnahmen von Lukas eine nach der anderen als exakt erwiesen.3

Außerdem haben Archäologen kürzlich eine Fundgrube archäologischer Schätze entdeckt, die über-zeugend jene Einwände entkräftet, die einige Wissenschaftler gegen den biblischen Bericht von der Kreuzigung und der Grablegung Christi erhoben hatten. In der Zeitschrift U. S. News and World Report betont Jeffery Sheler, wie bedeutsam es ist, dass man die Gebeine eines Mannes entdeckt habe, der im 1. nachchristlichen Jahrhundert gekreuzigt wurde. Diese Entdeckung stellt die "wissenschaftliche" Arbeit liberaler Theologen in Frage, die behaupten, dass Jesus lediglich am Kreuz festgebunden und nicht angenagelt wurde, und ferner vorbringen, dass sein Leichnam wahrscheinlich in eine flache Grube geworfen und von wilden Hunden gefressen worden sei. Er sei daher nicht in ein Grab gelegt und auferweckt worden.4

Schliesslich haben auch neueste archäologische Funde biblische Einzelheiten im Umfeld des Prozesses bestätigt, der mit dem Tod Jesu Christi am Kreuz endete. Dazu gehört, dass man den Namen von Pontius Pilatus, der als römischer Statthalter von Judäa die Kreuzigung Christi befahl, auf Inschriften fand. Überdies stieß man auf die Grabstätte des Kaiphas - jenes Hohenpriesters, der bei den vor der religiösen Obrigkeit geführten Prozessen gegen Christus das Urteil sprach. Sheler merkt an, dass 1990 eine auf das erste nachchristliche Jahrhundert datierte Grabkammer ca. 3 km südlich des Tempelbergs entdeckt wurde. "Im Inneren fanden Archäologen 12 Ossuarien, die aus Kalkstein bestanden. Eines davon, das die Gebeine eines ca. 60-jährigen Mannes enthielt, trug die Inschrift Yehosef bar Qayafa - ›Josef, Sohn des Kaiphas‹. Experten glauben, dass diese Gebeine mit großer Wahrscheinlichkeit zum Sohn jenes Kaiphas gehören, der Hoherpriester in Jerusalem war. Er befahl nach den Evangelien die Gefangennahme Jesu, verhörte ihn und lieferte ihn an Pontius Pilatus aus, damit dieser ihn hinrichten sollte."5

Im Blick auf Pontius Pilatus hat es Ausgrabungen in den am Meer gelegenen Ruinen von Caesarea Maritima - dem antiken Sitz der römischen Verwaltung in Judäa - gegeben. Dabei wurde eine Inschrift aus dem 1. Jahrhundert freigelegt, die bestätigt, dass Pilatus zur Zeit der Kreuzigung Christi römischer Prokurator war.6 Archäologen, die im Theater des Herodes arbeiteten, fanden eine Tafel, deren Inschrift die lateinischen Worte Tiberieum … [Pon]tius Pilatus … [praef]ectus Juda[ea]e trug. "Experten zu-folge müsste die vollständige Inschrift folgendermaßen lauten: ›Pontius Pilatus, der Präfekt von Judäa, hat für die Bewohner von Caesarea einen Tempel zu Ehren des Tiberius errichtet.‹ Die Entdeckung des so genannten Pilatussteins hat weithin Beachtung gefunden, weil er einen bedeutsamen Beleg für die Authentizität biblischer Geschichte darstellt. Er bestätigt nämlich mit kurzen Worten, dass der in den Evangelien beschriebene Mann als römischer Statthalter von Judäa genau jene Verantwortung und Machtbefugnis hatte, die ihm die Verfasser der Evangelien zuschreiben."7

In der Tat: Jedes Mal, wenn Archäologen Ausgrabungen vornehmen und biblisch relevante Sachzeugen zutage fördern, erkennen wir, wie vertrauenswürdig die Schrift ist!

Messianische Prophetien

In der Bibel sind Voraussagen von Ereignissen auf-gezeichnet, die zum Zeitpunkt ihrer Ankündigung nicht bekannt gewesen sein konnten. Auch Zufall oder gesunder Menschenverstand scheiden als Hilfsmittel aus. Erstaunlicherweise war das prophetische Element vieler Bibelstellen früher ein weit verbreitetes Argument, das Liberale als Zweifler an der Zuverlässigkeit der Bibel ausnutzen wollten. Kritiker behaupteten, dass verschiedene Stellen entgegen den Hinweisen im Text selbst erst wesentlich später geschrieben worden seien: Es könne nicht sein, dass die betreffenden Ereignisse manchmal erst viel später eingetreten seien - zu einer Zeit, da die entsprechenden Berichte angeblich schon Jahrhunderte vorlagen. Gemäß ihrer Schlussfolgerung hätten so genannte "Redaktoren" im Anschluss an die betreffenden Ereignisse Textmanipulationen vorgenommen - so, als würden sie zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt schreiben.

Doch solche Argumentationen sind einfach falsch. Sorgfältige Forschungsarbeiten bestätigen die Genauigkeit des voraussagenden Elements in der Bibel. Beispielsweise sagt das oben erwähnte Buch Daniel (vor 530 v.Chr. verfasst)8 genau die Aufeinanderfolge der Reiche voraus: Auf Babylon folgte gemäß der Ankündigung das medopersische Reich, das wiederum vom griechischen Weltreich abgelöst wurde. Unter Antiochus IV. Epiphanes erreichten dann die Verfolgung und die Leiden, denen die Juden ausgesetzt waren, ihren Höhepunkt: Dieser Seleukidenkönig schändete den Jerusalemer Tempel, nahm aber kurz darauf ein furchtbares Ende. Schließlich gelang es den Juden unter Judas Makkabäus 165 v.Chr., ihre Freiheit zurückzugewinnen.9

Alttestamentliche Prophetien hinsichtlich der phönizischen Stadt Tyrus gingen in antiker Zeit in Erfüllung, darunter Weissagungen, denen zufolge viele Nationen gegen die Stadt heranrücken (vgl. Hesekiel 26,3); ihre Mauern zerstört und ihre Türme abgebrochen werden würden (vgl. 26,4). Außerdem sollten ihre Steine, ihr Holz und ihr Schutt ins Meer geworfen werden (vgl. 26,12). Ähnliche Prophetien gingen im Blick auf Sidon (Hesekiel 28,23; Jesaja 23; Jeremia 27,3-6; 47,4) und Babylon (Jeremia 50,13.39; 51,26.42-43.58; Jesaja 13,20-21) in Erfüllung.

Da Christus das lebendige Wort des Neuen Testaments und sein Kommen als Messias das Schwerpunktthema des Alten Testaments ist, sollte es uns nicht verwundern, dass Messiasprophetien zahlen-mäßig allen anderen überlegen sind. Bei vielen dieser Weissagungen wäre es gar nicht möglich gewesen, dass Jesus ihre Erfüllung bewusst eingefädelt hat - wie z.B. seine Abstammung von Abraham, Isaak und Jakob (1. Mose 12,3; 17,19; Matthäus 1,1-2; Apostelgeschichte 3,25), seine Geburt in Bethlehem (Micha 5,1; Matthäus 2,1.6) und die Tatsache, dass er zusammen mit Verbrechern gekreuzigt wurde (Jesaja 53,12; Matthäus 27,38). Ferner wurden am Kreuz seine Hände und Füße durchbohrt (Psalm 22,17; Johannes 20,25). Und weiter: Soldaten losten um seine Kleider (Psalm 22,19; Matthäus 27,35) und durch-bohrten seine Seite (Sacharja 12,10; Johannes 19,34), brachen ihm aber die Beine nicht, als er gestorben war (Psalm 34,21; Johannes 19,33-37). Schließlich wurde er bei einem Reichen begraben (Jesaja 53,9; Matthäus 27,57-60).

Überdies machte Jesus selbst zukunftsbezogene Voraussagen, deren Erfüllung vielfach noch zu Lebzeiten derer stattfinden sollte, die seine entsprechende Prophetie hörten. So sagte Jesus z.B. seinen eigenen Tod und seine Auferstehung voraus (Johannes 2,19-22). Jesus sprach ebenso vorausschauend von der Zerstörung Jerusalems und des jüdischen Tempels (Lukas 21) - eine Prophetie, die bis ins kleinste Detail in Erfüllung ging, als der römische General Titus 70 n.Chr. die Stadt eroberte. Anhand der messianischen Prophetien, die in Christi Leben, Tod und Auferstehung ihre Erfüllung fanden, sowie mittels der eigenen Voraussagen Jesu kann man empirisch nachprüfbar bestätigen, dass seine Behauptungen wahr sind.

Die Annahme, dass irgendeine oder alle speziellen, detaillierten Prophetien der Bibel in Erfüllung gingen, weil der Zufall mitgespielt oder man fundierte Vermutungen angestellt bzw. Erfüllungsbedingungen geschickt geschaffen habe, ist statistisch gesehen vermessen. In Anbetracht einiger der oben angeführten Prophetien, deren zufällige Erfüllung äußerst unwahrscheinlich ist, glaubt man kaum, dass liberale Theologen - die ganz genau wissen, dass die biblischen Texte historisch authentisch sind - das Urteil ablehnen, zu dem man von der Statistik her kommen muss: Die Bibel ist das Wort Gottes!

Autor: Paul L. Maier
Quelle: Dan Browns Sakrileg, Hank Hanegraaff & Paul L. Maier, CLV , ISBN 3-89397-553-5

Fussnote
1 Das Neue Testament wurde ursprünglich in Griechisch geschrieben. Fast alle griechischen Handschriften, die bis heute erhalten sind, stammen aus der Zeit vor Erfindung des Buchdrucks (ca. 800 davon sind sogar über 1000 Jahre alt). Lee Strobel fasst in einem Interview mit Dr. Bruce Metzger vom Princeton Theological Seminary die verschiedenen Handschriftenarten auf aus-gezeichnete Weise zusammen: "Die ältesten Kopien neutestamentlicher Texte befinden sich zwar auf Papyrus, aber es gibt auch frühe Kopien auf Pergament, also auf bearbeiteten Häuten von Kühen, Schafen, Ziegen und Antilopen. Wir haben so genannte Unzial-Manuskripte, die komplett in griechischen Großbuchstaben geschrieben wurden‹, erklärte mir Metzger. ›Heute besitzen wir 306 von diesen Manuskripten, die teilweise bis ins dritte Jahrhundert zurückgehen. Die wichtigsten sind der Codex Sinaiticus, das einzige vollständige Neue Testament in griechischen Großbuchstaben, und der Codex Vaticanus, der nicht ganz vollständig ist. Beide lassen sich etwa auf 350 nach Christus datieren. Etwa um 800 entwickelte sich eine neue Schriftart, die eher kursiv gehalten war. Man nennt diese Schrift ›Minuskel‹. In dieser Schrift haben wir 2.856 Manuskripte. Dann gibt es Lektionare, liturgische Bücher, in denen die neutestamentlichen Texte enthalten waren, die in der Urkirche zu bestimmten Zeiten des Jahres gelesen werden sollten. Von diesen Texten wurden 2.403 katalogisiert. Das bringt uns auf eine Gesamtzahl von 5.664 griechischen Manuskripten‹" (Lee Strobel, Der Fall Jesus, Asslar: Projektion J Verlag, 1999, S. 70-71).
2 Die Abkürzung L-U-M-P steht als Zusammenfassung aller vier Handschriftenarten, die wir nicht miteinander verwechseln sollten - Lektionarien, Unzialen, Minuskeln und Papyri. Die frühesten neutestamentlichen Handschriftenfragmente lassen sich auf das 1. und 2. Jahrhundert datieren, d.h., sie sind 30 bis 50 Jahre nach der ursprünglichen Niederschrift entstanden. Mehr als 40 der verbleibenden griechischen Handschriften stammen aus einer Zeit vor dem 4. Jahrhundert - darunter mehrere aus dem 2. Jahrhundert. Zusammengenommen ergeben sie den größten Teil des Neuen Testaments. Die älteste existierende Abschrift des gesamten neutestamentlichen Textes findet sich im Codex Sinaiticus (ca. 350). Der Codex Vaticanus (ca. 325) enthält ebenfalls das ganze Neue Testament mit Ausnahme der Pastoralbriefe und der Offenbarung. Beachten wir auch, dass praktisch das gesamte Neue Testament anhand von Zitaten aus den Schriften der frühen Kirchenväter rekonstruiert werden kann. Nach dem Neutestamentler Craig Blomberg datieren (selbst in sehr liberalen Kreisen) Wissenschaftler die Evangelien gängigerweise so, dass sie "das Markus-Evangelium in die siebziger Jahre des ersten Jahrhunderts, Matthäus und Lukas in die achtziger Jahre und Johannes in die neunziger Jahre" legen. Wenn diese Daten stimmen, so Blomberg, liegt das alles immer noch innerhalb der Lebensjahre "verschiedener Zeitgenossen Jesu, inklusive einiger feindlich eingestellter Augenzeugen, die garantiert Einspruch erhoben hätten, wenn falsche Lehren über Jesus verbreitet worden wären" (Lee Strobel, Der Fall Jesus, Asslar: Projektion J Verlag, 1999, S. 37-38). Wenn sich die frühesten Handschriften tatsächlich auf das 1. Jahrhundert zurückdatieren lassen, dann muss die ursprüngliche Abfassung der neutestamentlichen Bücher natürlich noch weiter vor-verlegt werden. Daher können wir umso sicherer schlussfolgern, dass das Neue Testament noch zu Lebzeiten derjenigen geschrieben wurde, die von den darin beschriebenen Ereignissen Zeugnis ablegten. Siehe auch Carsten Peter Thiede und Matthew d'Ancona, Der Jesus-Papyrus. Eine Entdeckung aus der Zeit der Augenzeugen (Bergisch Gladbach: Gustav Lübbe Verlag, 2003), Kap. 5 sowie Philip Wesley Comfort, Hrsg., The Origin of the Bible (Wheaton: Tyndale House Publishers, 1992), S. 179-207.
3 Siehe William M. Ramsay, The Bearing of Recent Discovery on the Trustworthiness of the New Testament, Nachdruck (Grand Rapids: Baker, 1953).
4 Sheler erklärt: "Forscher fanden Überreste eines Skeletts, die von einem gekreuzigten Mann in einer Grabhöhle in Giva'at ha-Mivtar in der Nähe der Nablus Road außerhalb der Jerusalemer Altstadt stammten. Dies war eine bedeutsame Entdeckung. Obwohl bekannt war, dass die Römer in den Jahrzehnten vor und nach der Zeitenwende Tausende von angeblichen Verrätern, Aufrührern, Räubern und Deserteuren gekreuzigt hatten, war es nie zuvor gelungen, die Überreste eines gekreuzigten Opfers zu finden. Eine erste Untersuchung der Überreste ergab, dass ihr Zu-stand völlig mit dem übereinstimmte, wie die Bibel diese römische Hinrichtungsmethode beschrieb. Die Gebeine wurden in einem steinernen Knochenkasten aufbewahrt, den man als Ossuarium bezeichnet. Sie stammen scheinbar von einem Mann, der etwa 1,65 m groß und 24 bis 28 Jahre alt war. Seine ausgebreiteten Arme waren an den Querbalken genagelt - so ähnlich, wie es auf Gemälden von der Kreuzigung zu sehen ist. Die Knie waren zusammengelegt und seitwärts verdreht, wobei ein einziger großer Eisennagel durch beide Fersen getrieben worden war. Der Nagel steckte noch im Fersenbein eines Fußes, obwohl die Henker den Körper nach Eintritt des Todes vom Kreuz abgenommen hatten. Man stellte fest, dass sich der Nagel verbogen hatte, weil er offensichtlich auf einen Ast im Holz getroffen war. Die Schien-beine schienen gebrochen worden zu sein, was nach den Andeutungen des Johannesevangeliums der normalen Praxis bei römischen Kreuzigungen entsprach" (Jeffery L. Sheler, "Is the Bible True?", U. S. News and World Report (25. Oktober 1999), S. 58; Nachdruck aus Jeffery L. Sheler, Is the Bible True? (San Francisco: Harper, 1999).
5+6 Ebd., S. 58-59.
7 Siehe Paul L. Maier, In the Fullness of Time: A Historian Looks at Christmas, Easter, and the Early Church (San Francisco: Harper, 1991), S. 145ff. Jeffery L. Sheler, "Is the Bible True?", U. S. News and World Report (25. Oktober 1999), S. 59. Sheler erörtert auch andere archäologische und historische Erkenntnisse der jüngsten Zeit, darunter die in Dan befindliche Inschrift "Haus David", wodurch die Historizität des Königs David bestätigt wird (S. 54-58).
8 Der Alttestamentler Gleason Archer meint dazu: "Es gibt zahlreiche Einwände, die von Gelehrten vorgebracht worden sind, welche diese Prophetie als nach dem Ereignis aufgezeichnete Darstellung ansehen. Dennoch besteht kein triftiger Grund dafür, die Tatsache zu leugnen, dass Daniel das gesamte Werk verfasst hat. Es stellt eine Sammlung seiner Lebenserinnerungen am Ende einer langen und ereignisreichen Laufbahn dar, zu der sein Staatsdienst von der Herrschaft Nebukadnezars in den 90er Jahren dieses Jahrhunderts bis zur Regentschaft Kyrus' des Großen in den 30er Jahren gehörte. Das Vorkommen persischer Fachbegriffe deutet auf eine Endfassung dieser Erinnerungen zu einer Zeit hin, da die persische Terminologie bereits in den Wortschatz des Aramäischen eingedrungen war. Der wahrscheinlichste Zeitpunkt für die abschließenden Arbeiten an seinem Buch ist daher ungefähr mit 530 v.Chr. - ca. 9 Jahre nach der Eroberung Babylons durch die Perser - anzusetzen." Gleason L. Archer, A Survey of Old Testament Introduction, überarbeitete Auflage (Chicago: Moody Press, 1994), S. 423; siehe S. 423-447, um die gesamte Problematik zu erfassen.
9 Die Kapitel 2 und 7 des alttestamentlichen Buches Daniel beschreiben Daniels Prophetien im Blick auf die kommenden Weltreiche. Daniels Vision in Kapitel 8 stellt die Einzelheiten der Herrschaft von Antiochus Epiphanes im 2. Jahr-hundert v.Chr. dar. Das "Horn", das "zunächst klein (war,) … wurde übermäßig groß …, und es wuchs bis an das Heer des Himmels" (vgl. Daniel 8,9-10). Es verkörpert Antiochus Epiphanes.


Quelle: Fossilien: Stumme Zeugen der Vergangenheit

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