Wahrheit als Mangelware beim Jesus-Poker

Alle, die beim "Jesus-Poker" mitspielen, haben in ihren verzerrten Christusdarstellungen Folgendes gemeinsam:

1. Sie scheuen die gesicherten Beweise - fundiertes historisches, literarisches und archäologisches Quellenmaterial. Stattdessen bevorzugen sie die fadenscheinigen Behauptungen sensationsgieriger Jesusfälscher.

2. Sie ersetzen Fakten durch Meinungen und historische Tatbestände durch Hypothesen. Dies führt zu den willkürlichsten Schlussfolgerungen, die man sich vorstellen kann.

3. Sie deuten den Wortlaut einer historischen Quelle ohne Rücksicht auf den Kontext um, so dass sie schliesslich das aussagt, was sie als Autoren verzerrter Jesusdarstellungen vertreten.

4. Sie tauschen als Autoren Objektivität gegen Voreingenommenheit ein, indem sie nur solche Quellen heranziehen, die ihre eigene Hypothese begünstigen, und die übrigen verwerfen.

5. Sie betreiben eine "Feinschmecker-Recherche", indem sie zum Hauptgericht die traditionellen Zutaten der in der Vergangenheit erbrachten Beweise verschmähen und sich stattdessen auf Kaviar in Form irgendwelcher Datenfragmente stürzen. Dann verkünden sie, dass das gesamte Essen nur aus wohlschmeckenden Fischeiern bestehe!

6. Nach aussen hin geben sie sich "wissenschaftlich": Sie würzen die Befunde mit Bezugnahmen, Buchtiteln oder Anmerkungen, die vielleicht den Anschein des Zuverlässigen haben, aber letztlich überhaupt nichts beweisen.

7. Im Falle von Romanen übertreiben sie nach Belieben, indem sie Datenaus dem Zusammenhang reissen und glatte Lügen hinter der Behauptung verstecken, dass man literarisch gesehen eben auf fiktive Darstellungen zurückgreife.

Im Vergleich zu diesem Missbrauch der Geschichte sind die wahren historischen Sachverhalte keineswegs angestaubt und weiterhin absolut glaubwürdig. Die authentischen historischen Berichte über Jesus und das Christentum sind eindeutig, verständlich, überzeugend. Sie sind weitaus glaubwürdiger als die vielen Facetten des kaum sichtbaren Schleiers aus Storys und abgegriffenen Behauptungen, mit denen Kritiker und Fantasten diese Berichte verhüllen wollen. Ganz abgesehen von den zahlreichen, im Neuen Testament befindlichen Details bestätigen viele rein säkulare Quellen ohne weiteres einen Grossteil der wichtigsten Fakten hinsichtlich des Lebens Christi und der frühchristlichen Kirche. Oft werden dieselben Personen, Orte und Ereignisse, auf die in der Schrift verwiesen wird, auch in ausserbiblischen Quellen erwähnt. Die Beispiele reichen von der Geographie (zahlreiche Ortsnamen) bis zu den gesicherten Beweisen, die von der Archäologie geliefert wurden. Diese Beweise finden sich in zig Dokumenten, die uns aus der antiken Welt überliefert worden sind und die völlig mit dem biblischen Zeugnis übereinstimmen.

Was die frühchristliche Kirche angeht, sorgen sowohl die Primärquellen in den Schriften der frühen Kirchenväter als auch die ausführliche Kirchengeschichte der ersten drei Jahrhunderte, die Eusebius von Caesarea geschrieben hat, für schnelle Abhilfe. Sie korrigieren die sensationsgierigen Behauptungen, die der Welt von denen, die am "Jesus-Poker" in unserer Zeit beteiligt sind, untergeschoben werden. Sogar die säkulare Geschichtsschreibung kann man als zuverlässiges Korrektiv heranziehen, wenn man spätere Annahmen im Blick auf die wahre Geschichte des Christentums prüfen will.

Autor: Paul L. Maier
Quelle: Dan Browns Sakrileg, Hank Hanegraaff & Paul L. Maier, CLV , ISBN 3-89397-553-5


Quelle: Fossilien: Stumme Zeugen der Vergangenheit

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