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«All die verdammt perfekten Tage» auf Netflix

Wöchentlich stellt Livenet Filme oder Serien vor und bewertet sie. Heute geht es um den Film «All die verdammt perfekten Tage», der die Geschichte von zwei psychisch angeschlagenen Teenagern erzählt.

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Violet und Theodore (Elle Fanning und Justice Smith) in einer Szene aus «All die verdammt perfekten Tage» (Bild: imdb.com)
Filme und Serien sind das tägliche Brot vieler Menschen in unserer Gesellschaft. Wir informieren regelmässig über Neuheiten, unabhängig von ihrem ethischen oder «christlichen» Gehalt. Unsere Bewertungen sind dabei nicht notwendigerweise Empfehlungen. 

Allgemeine Infos

• Hauptdarsteller: Elle Fanning, Justice Smith, Alexandra Shipp

• Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

• Erscheinungsjahr: 2020

• Länge: 108 Minuten

• Genre: Drama, Romanze

• Schwerpunkt-Themen: Tod, Selbstmord, Liebe, psychische Erkrankung

Um was geht es

Die 16-jährige Violet Markey hat ihre grosse Schwester bei einem Autounfall verloren und mit ihr auch die Freude am Leben. Am Todestag von Violets Schwester trifft Theodore Finch Violet auf einer Brücke und spricht sie an. Von da an ist es sein Ziel, Violet zu helfen. Eine Partnerarbeit im Geographieunterricht kommt ihm gelegen und gemeinsam entdecken sie neue und schöne Orte im Bundesstaat Indiana. Violet taut immer mehr auf und verliebt sich in den geduldigen und auch etwas schrägen Finch.

Doch Finch hat eine dunkle Seite; ohne Vorwarnung und Erklärung verschwindet er für einige Tage. Violet versucht, für ihn da zu sein und ihm zu helfen, doch kommt nur zum Teil an ihn heran.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jennifer Niven.

Bewertung (mit Spoiler)

«All die verdammt perfekten Tage» ist ein wunderschön gemachter Film über eine tragische Geschichte. Während man sich am Anfang ganz auf Violet konzentriert und mit ihr mitfühlt, so merkt man doch, dass auch mit Finch etwas nicht stimmt. Ähnlich wie im Film, erkennt man zu spät, wie viel Schmerz er mit sich trägt. Und während Violet durch Finch und auch ihre Eltern den Weg zurück ins Leben findet, fällt Finch durch die Maschen und erhält die Hilfe nicht, die er so dringend braucht.

Der Film versucht nicht gross, die Probleme der Figuren zu analysieren oder diagnostizieren, sondern erzählt einfach die Geschichte von den beiden: ihr Umgang mit ihren Problemen und wie ihre Freunde darauf reagieren.

Die Hauptperson ist Violet und man begleitet sie von ihrem Tief wieder zurück ins Leben. Bei Finch ist es gerade das Gegenteil: Je länger der Film geht, desto schlechter geht es ihm. Man findet jedoch nicht so richtig heraus, warum das so ist. Der Film endet daher eher abrupt, nachdem Finch wieder einmal verschwindet. Violet sucht ihn, doch er reagiert nicht auf ihre Nachrichten. Schlussendlich findet sie seine Kleider und Telefon bei einem Bergsee und weiss, dass Finch sich dort das Leben genommen hat.

Als Abrundung des Films fasst Violet am Schluss zusammen, was sie von Finch gelernt hat: Dass Schönheit überall gefunden werden kann, auch an den kleinsten und unbedeutendsten Orten.

Trotz dieses Abschlusses wirkt das Ende vorschnell und es wäre besser gewesen, Finch' Abwärtsspirale noch ein bisschen mehr zu beleuchten. Der Grund für seinen Suizid wird nie richtig erklärt und man kann ihn auch nicht richtig nachvollziehen.

«All die verdammt perfekten Tage» ist ein guter Film, der zugleich schön und auch traurig ist. Besonders gut ist, dass der Film zum Nachdenken anregt und auch ein bisschen die Augen öffnet, was die mentale und psychische Gesundheit unserer Mitmenschen angeht.

Hier den Trailer von «All die verdammt perfekten Tage» ansehen:

 

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Datum: 25.06.2020
Autor: Manuela Gutknecht
Quelle: Livenet

Kommentare

Liebe Manuela G., interessante Analyse. Befremdend und bedenklich finde ich aber, dass Du das Wort "Freitod" verwendest. Ich arbeite seit vielen Jahren in psychiatrischen Kliniken und habe leider viele Menschen erlebt, die sich suizidiert haben. Aber ich kann Dir eines sagen: ich kenne keinen Einzigen, der "frewillig" sterben wollte! "Nie im Leben" bringt sich ein Mensch einfach so freiwillig um. Nein, es ist eine subjektiv unüberwindbare Verzweiflung+ Hoffnungslosigkeit, die infolge starken psychischen Störungen und psychosozialen Belastungen Menschen in den Tod treiben -quasi als pseudo Ausweg. Man sollte dieses Unwort sofort verbieten. Und der Schöpfer selber wünscht sich immer das L
Danke für den Kommentar und Ihre Perspektive zu dem Thema. Bis anhin habe ich das Wort «Freitod» als Synonym für «Suizid» (oder eben suizidieren) verwendet und mir nicht viele Gedanken über die Herkunft des Wortes gemacht. Ich stimme ihnen natürlich zu, dass Menschen, die sich selber das Leben nehmen, aus verschiedenen Gründen angetrieben und deshalb nicht völlig frei sind. Wir werden entsprechend das Wort im Text anpassen resp. haben dies bereits getan ;-) Freundliche Grüsse Manuela Gutknecht

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