Jesus.Punkt

Das Wesentliche auf den Punkt gebracht

Der unkonventionelle kanadische Pastor und Autor Bruxy Cavey legt in seinem neuen Buch die wesentlichsten Glaubensinhalte vor. Doch eigentlich kommt er dabei immer wieder zu dem einen Schluss: Es geht um Jesus. Punkt.

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Bruxy Cavey
Wer sich «Leviticus 19,28» in den Arm tätowieren lässt, um so die Gute Nachricht von Jesus zusammenzufassen, entspricht mit Sicherheit nicht der Norm eines «gewöhnlichen» Kirchengängers. Besagte Bibelstelle verbietet, sich zu tätowieren. Warum um alles in der Welt macht der kanadische Pastor Bruxy Cavey dies? Es ist seine Art, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, welche nicht viel mit Jesus am Hut haben. Seine Gemeinde, The Meeting House, ist sogar für Menschen, die nicht viel für Kirche übrig haben. Doch auch sie brauchen es, auf das Wesentliche hingewiesen zu werden. Auf Jesus. Und genau dies tut er mit dem Buch Jesus.Punkt.

Jesus.Punkt

Es geht um Jesus! Dies ist die zentrale Aussage von Cavey in seinem Buch Jesus.Punkt. Leider hat die Christenheit immer wieder Wege gefunden, ihren Glauben zu einer Religion erstarren zu lassen. Glaubenssätze, Vorschriften und Verbote nahmen immer wieder den zentralen Platz der Gemeinde ein. Jesus ist nicht gekommen, um eine neue Religion zu erschaffen – dies hält Cavey unermüdlich fest.

Das Evangelium ist eine gute Nachricht und nicht etwa Drohbotschaft oder Ratgeber fürs Leben. Und diese gute Nachricht hat einen Namen: Jesus. Wenn das Evangelium in einem Wort ausgedrückt werden muss, ist dies ganz einfach. Das Evangelium ist Jesus! Alles andere ist Religion.

Eine erfrischende Sprache

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Bruxy Cavey hat sich 3. Mose 19, 28 auf den Arm tätowiert
Das Evangelium von Jesus scheint Teil von Caveys Leben zu sein. Seine zahlreichen Bezüge zu seinem Leben und auch seine persönliche, authentische Sprache lassen jedenfalls darauf schliessen. Besonders im ersten Teil von Jesus.Punkt besticht er mit einer erfrischenden Sprache. Auch wenn diese zunehmend einer typischen theologischen Ausdrucksweise Platz macht, bleibt das Buch doch einfach verständlich. Selbst wenn die Originalität der Eröffnungsgeschichte von 3. Mose, Kapitel 19, Vers 28 aus dem ersten Kapitel im weiteren Verlauf oft vergeblich gesucht wird, birgt das Buch doch noch immer genügend Frische, um dem Leser altbekannte theologische Wahrheiten auf neue Weise schmackhaft zu machen.

Nein, ganz neue Ansätze bietet Jesus.Punkt nicht. Es bringt aber das Wesentliche des christlichen Glaubens auf den Punkt. Cavey präsentiert eine Botschaft, die im heutigen Dschungel von christlichen Ratgebern immer wieder gehört werden muss. Und genau deshalb wird das Buch zum Lesetipp.

Wozu ist Jesus gekommen

«Jesus ist gekommen, damit wir teilhaben an Gottes Leben.» So formuliert es Bruxy Cavey und drückt damit das aus, was er als Kern des Evangeliums erachtet. Gottes Leben brachte Jesus, indem er uns Gottes Liebe zeigt, uns von Sünde rettet, Gottes Reich baut und die Religion entmachtet.

Gott selbst hat sich auf die Seite der Menschen gestellt, als er Mensch wurde und uns sein wahres Wesen zeigte. Das heisst: Es geht um Jesus. Wenn wir davon sprechen, dass wir von unserer Sünde errettet wurden, geht es ebenfalls um Jesus. Er ist auch Herr und Mittelpunkt des Reiches Gottes. Mit Jesus hat die Religion ganz grundsätzlich ausgedient. Eine Person trat an die Stelle jeglicher Glaubenssysteme, Vorschriften und Rituale. Jesus ist das Evangelium. Wie könnte man dies in einem Buch besser auf den Punkt bringen als mit dem Titel Jesus.Punkt?

Jesus.Punkt: Ein lesenswertes Buch

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Buchcover von «Jesus.Punkt»
Wie bereits gesagt: In einer Zeit des religiösen Chaos, in welcher zahlreiche Praktiken, Methoden und Theologien als Heilsbringer für die Kirche westlicher Länder angepriesen werden, kann Jesus.Punkt auf das wirklich Wesentliche verweisen: Auf die Person Jesus.

Bruxy Cavey wählt einen einfachen und menschennahen literarischen Stil. Viele Bezüge und Illustrationen aus dem alltäglichen Leben machen das Buch leicht lesbar. Manch ein Leser mag jedoch Schilderungen vermissen, welche die praktischen Auswirkungen davon beschreiben, an Gottes Leben teilzuhaben. Welche Erfahrungen machte der Autor mit der Errettung der Sünde und welche Auswirkungen hatte es für ihn (oder andere Menschen), dass durch Jesus die Religion entmachtet wurde. Die geringe Zahl entsprechender Beispiele macht dem theologischen Inhalt zwar keinen Abbruch, bei der modernen literarischen Aufmachung, welche Cavey Jesus.Punkt verleiht und der Tatsache, dass er das Buch auch auf «Suchende» und «Sünder» ausrichtet, wäre eine verstärkt narrative Erzählweise mit Sicherheit ein Gewinn gewesen.

Nichts desto trotz: Das Buch ist erfrischend und inhaltlich von Nutzen, um sich auf das wirklich Wesentliche zu besinnen. In diesem Sinne ist das Buch Jesus.Punkt auf jeden Fall lesenswert, für manche Leser wohl sogar ein «must read».

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Datum: 25.07.2019
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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